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Das Gemeinsame über das Trennende stellen

Logistikflächen in der Stadt, Ökologisierung des Verkehrs und genügend Fachkräftenachwuchs sind die wichtigsten Branchenthemen, sagt Fachgruppenobmann Harald Bollmann. In Sachen Digitalisierung sieht er seine Mitgliedsbetriebe weit voran.

Harald Bollmann
© Foto Weinwurm/www.fotoweinwurm.at

Rund 400 Unternehmen bieten in Wien Speditions- und Logistikdienstleistungen an. Nur ganz große Betriebe bieten die ganze Bandbreite an, sagt Harald Bollmann, Obmann der Wiener Fachgruppe Spedition und Logistik. Daneben gebe es viele Spezialisten. „Sie konzentrieren sich auf In- oder Auslandstransporte, einzelne Länder oder Regionen oder auf Bahn, Schiff oder Straße.” Der Umgang mit digitaler Kommunikation ist für alle längst Teil des Berufsalltags. „Ohne elektronische Vernetzung geht in unserer Branche schon lange nichts mehr”, sagt Bollmann. Auch für die Fachgruppe sei der direkte, unmittelbare Draht zu ihren Mitgliedern wichtig.  „Die Fachgruppe muss hier am Ball sein.” Wichtige Infos - zu rechtlichen Änderungen oder zu aktuellen Grenzstaus - müssen sofort weitergehen.

Ökologisierung des Verkehrs: Die Industrie ist gefordert

Gemeinsames über Trennendes zu stellen, ist Bollmanns Credo als Interessenvertreter. Wenn Branchen- oder Einzelinteressen einander gegenüberstehen, gelte es, sich auch in die Situation des Gegenüber hineinzudenken.

„Wir brauchen entscheidungsfreudige Jugendliche als Lehrlinge.”
Harald Bollmann, Fachgruppenobmann

Eine gute Vernetzung innerhalb des Landes und in die Institutionen der Europäischen Union sieht er ebenfalls als enorm wichtig an. Dadurch könne man an der Gestaltung neuer Gesetze und Verordnungen im Sinn der Branche mitwirken. „Und auch mit eigenen Vorschlägen nach vorne gehen”, betont er. Mit Sorge sieht der Fachgruppenobmann das Verschwinden von Logistikflächen in der Stadt. Für eine stadtnahe Ver- und Entsorgung brauche es Stell- und Umschlagflächen. Auch Hubs mit Schienenanbindung wären ein guter Weg für eine moderne Stadtversorgung, ist Bollmann überzeugt. Der Fachgruppenobmann beklagt, dass bei Umweltthemen der Logistik- und Transportbranche oft zu Unrecht der „Schwarze Peter” zugeschoben werde. Man sei auf umweltfreundliche Antriebsalternativen angewiesen, und diese müssten von der Industrie entwickelt und angeboten werden.

Logistikbranche bietet eine moderne Ausbildung

In der Lehrlingsausbildung hätte der Branchenvertreter anstatt des jetzigen wöchentlichen Berufsschultags lieber einen Blockunterricht wie in den Bundesländern. „Das wäre für die Betriebe einfacher handzuhaben”, ist er überzeugt. Die Branche bildet derzeit gut 100 Lehrlinge aus. Nicht immer sei es einfach, die Richtigen zu finden. „Speditionskaufmann ist ein sehr umweltbewusster, moderner Büroberuf, der schnelle Entscheidungen fordert”, sagt Bollmann. Ältere Jugendliche, auch Aussteiger aus höheren Schulen, sind in den Betrieben daher immer öfter gern gesehen.

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