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Covid-Pandemie: Das Virus schlägt zurück

Ab sofort gelten bei Arbeit und Freizeit verschärfte Corona-Maßnahmen. Mit der GreenCheck-App haben Unternehmen ein Tool, um die Corona-Zertifikate rasch und unkompliziert zu überprüfen.

Coronavirus
© Peach/ShutterStock

Steigende Infektionszahlen und zu geringe Impfraten haben das Land wieder an den Rand des Lockdowns gebracht. Wien fuhr generell immer einen strengeren Kurs als der Rest von Österreich, dennoch zeigt die Corona-Ampel wieder die höchste Warnstufe für das ganze Land. Um das schlimmste aller Szenarien - den Lockdown - zu verhindern, gelten seit Montag dieser Woche nochmals verschärfte Maßnahmen. Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf an seinen Arbeitsplatz, Arbeitgeber müssen den Status ihrer Mitarbeiter überprüfen - „stichprobenartig, nicht durchgängig und dauerhaft”, betont Peter Maska, Arbeitsrechtsexperte in der Wirtschaftskammer Wien. Wer ein Restaurant, Kaffeehaus, Sportstudio oder einen Freizeitbetrieb besucht, eine Fußpflege, Massage oder einen Friseur in Anspruch nehmen will, braucht jetzt einen „2G-Nachweis”, muss also gegen Covid-19 geimpft oder davon genesen sein. Peter Cser, Geschäftsführer des Café Français in Währing, begrüßt die Regelung: „Ich selbst stehe dem sehr positiv gegenüber. Soweit ich weiß, sind meine Gäste zu 90 Prozent geimpft. Wie sich die neue Regelung auf das Geschäft auswirken wird, kann ich derzeit allerdings noch nicht abschätzen.” Er überprüft die Zertifikate seiner Gäste mit der GreenCheck-App, einem kostenlosen Tool des Gesundheitsministeriums (siehe Seite 9). „Das funktiniert einwandfrei und unkompliziert, das neue Update ist schon seit Montag einprogrammiert”, so Cser.

„Termine werden gestrichen oder verschoben. Es kostet Unmengen an Zeit und Kraft.”
Claudia Fida-Özendi, Fußpflege & Kosmetik Claudia

Nachtgastronomie ist fit bei 2G

Schon seit Beginn der 2G-Reglung in der Nachtgastronomie setzt Joachim Natschläger, Gründer der Horst-Gruppe, die GreenCheck-App in allen Betrieben der Gruppe ein: O - der Klub, Club Inc & Hannelore. „Ich habe mich seitdem immer wieder gefragt, warum 2G nicht für die gesamte Gastronomie und auch für andere Bereiche, in denen sich Leute zwangsläufig nahekommen, verordnet wird. Vor allem, wenn das ein Zeichen sein soll, die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu steigern”, erklärt der Szenegastronom. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass 2G nun auf weitere Bereiche ausgeweitet werde. Für die GreenCheck-App hat Natschläger nur positive Worte: „Die App ist mittlerweile zum wichtigsten Tool für unseren Betrieb geworden und nicht mehr wegzudenken.” Bei allen Eingängen werden die QR-Codes gescannt und auch mit den dazugehörigen Ausweisen abgeglichen. „Stimmen Name und Status überein, wird der Zugang gewährleistet”, so Natschläger. Das System funktioniere einwandfrei, sei einfach zu bedienen und „sorgt für ein gutes Gewissen, nicht nur bei uns, sondern auch unter unseren Gästen”. Zur Frage, wie der 3G Check der Mitarbeiter funktioniert, gibt Natschläger an, dass alle Mitarbeiter geimpft sind und sich bereits für den dritten Stich registrieren. Peter Dobcak, Obmann der Wiener Gastronomie, sieht es positiv, wie gut die beiden Gastronomen die 2G-Regel mittragen. Jedoch bedeute die Verordnung für die Branche große Umsatzverluste, vor allem, weil mit Martinigansl und Weihnachten eigentlich umsatzstarke Zeiten für die Gastronomie vor der Türe stehen: „Mit den Einnahmen aus diesen Wochen decken viele Wirte normalerweise die umsatzschwächeren Monate ab. Fällt das weg, und das ist nun zu befürchten, dann ist das fatal für viele Unternehmen”, so Dobcak. Er fordert daher Unterstützung für seine Klientel. „Finanzielle Förderungen, sprich Entschädigungen, sind für die Branche dringend notwendig.”

Der Besuch beim Kosmetiker, Frisör, beim Piercer oder im Nagelstudio ist nur mehr mit 2G-Nachweis möglich. Die Betriebe wird das Umsätze kosten, sagen die Branchenvertreter, und fordern einen finanziellen Ausgleich.
© STEKLO/shutterstock.com Der Besuch beim Kosmetiker, Frisör, beim Piercer oder im Nagelstudio ist nur mehr mit 2G-Nachweis möglich. Die Betriebe wird das Umsätze kosten, sagen die Branchenvertreter, und fordern einen finanziellen Ausgleich.

Körpernahe Dienstleister rechnen mit deutlichen Umsatzeinbußen

In dieselbe Kerbe schlagen auch die körpernahen Dienstleister - Masseure, Fußpfleger, Kosmetiker, Nagelstudios, Tätowierer, Friseure und andere, die bei ihrer Dienstleistung auf Tuchfühlung mit den Kunden gehen müssen. Auch für sie gilt seit Montag: Kunden müssen von Covid genesen oder dagegen geimpft sein. Eine herbe Pille, die man angesichts der aktuell wieder prekären gesundheitlichen Lage hinnehmen müsse – allerdings es ohne Kompensation für die Ertragsausfälle nicht gehen, so der einhellige Tenor der Branchenvertreter. „Die Einschränkungen bedeuten für unsere Betriebe, dass bereits vereinbarte Termine storniert werden müssen. Das sind Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent”, meint Petra Felber, Wiener Innungsmeisterin der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure. Zum zusätzlichen organisatorischen Aufwand durch Kontrollen und Terminrochaden komme auch wieder der finanzielle Stress, sagt Felber. „Wir müssen ja alle die Mieten, Fixkosten und Löhne sowie Weihnachtsgelder für die Mitarbeiter in voller Höhe leisten. Deshalb benötigen wir umgehend eine adäquate finanzielle Entschädigung”, so die Branchenobfrau mit Nachdruck. „Auf alle Fälle einen Umsatzersatz”, fordert auch Marcus Eisinger, Innungsmeister der Wiener Friseure. „Wenn 40 Prozent der potenziellen Kunden vom Markt ausgeschlossen werden, geht sich das einfach nicht mehr aus.” Die Friseure hätten schon bisher zu den Corona- Verlierern gezählt. Die Erträge würden derzeit um mehr als 13 Prozent unter jenen der Vor- Corona-Zeit liegen. Neben einem Umsatzersatz macht sich Eisinger auch für eine Halbierung des Mehrwertsteuersatzes für die Friseure von 20 auf zehn Prozent stark, „und zwar so lange, bis sich die Branche erholt hat”, betont er.

Gastronom Peter Cser kann noch nicht abschätzen, wie sich 2G auf sein Geschäft auswirkt. „Meine Gäste sind zu 90 Prozent geimpft.” Die Zutrittsnachweise überprüft er mit der GreenCheck-App, „eine einwandfreie und unkomplizierte Lösung”, wie er sagt.
© Florian Wieser Gastronom Peter Cser kann noch nicht abschätzen, wie sich 2G auf sein Geschäft auswirkt. „Meine Gäste sind zu 90 Prozent geimpft.” Die Zutrittsnachweise überprüft er mit der GreenCheck-App, „eine einwandfreie und unkomplizierte Lösung”, wie er sagt.

Große Verunsicherung bei Kunden

Wie Betriebe mit den neuen Regeln umgehen und was das für sie heißt, erzählt Claudia FidaÖzendi. Die Kosmetikerin und Fußpflegerin betreibt vier Salons in Wien und beschäftigt insgesamt 20 Mitarbeiter. „Prinzipiell bin ich für alles, was die Infektionen einschränkt und die Menschen schützt”, sagt Fida-Özendi, meint aber, dass ein gültiger PCR-Test die Kunden mitunter besser schützen könne als 2G. Generell sei die Verunsicherung groß. Bei ihr habe es schon am ersten 2G-Tag viele Terminabsagen gegeben. „Die Kunden kennen sich nicht aus, wollen nichts falsch machen und sagen darum gleich ab”, so die Unternehmerin. Viele seien zwar geimpft, manche hätten aber sehr persönliche Gründe, warum sie nicht zur Impfung gehen. Diese könnten durch 2G nun zu Pfuschern getrieben werden, fürchtet sie. Und: Vor allem in der Fußpflege ist die regelmäßige Behandlung für viele Kunden aus gesundheitlichen Gründen notwendig – wegen präventiver oder akuter Schmerzbehandlung, onkologischer Spätfolgen oder für Diabetiker. Diese sollten auch mit PCR-Test und FFP2- Maske behandelt werden dürfen, fordert FidaÖzendi. „Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, diese Menschen sich selbst zu überlassen.”

Neuerlichen Lockdown verhindern

Aufgrund der zuletzt dramatischen Infektionszahlen seien die aktuellen Maßnahmen für die Wirtschaft nachvollziehbar, sagt der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck. „Es geht jetzt darum, das Pandemiegeschehen nachhaltig einzubremsen und mit allen Mitteln einen weiteren Lockdown zu verhindern.” Dieselben Töne kommen aus der Wirtschaftskammer Österreich, die auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft und die anlaufende Wintersaison hinweist. Dennoch müsse es auch Verständnis für die wirtschaftliche Lage der Betriebe geben, betont Ruck. Gerade jene Branchen, deren Geschäftsgrundlage durch 2G nun eingeschränkt wurde, haben schon in den vergangenen Monaten heftig unter den Corona-Folgen gelitten. Dazu kommt, dass viele Maßnahmen, mit denen der Staat die coronabedingten Einkommenseinbußen der Wirtschaft abgefedert hat, ausgelaufen sind. Die WKÖ hat angesichts dessen eine Unterstützung für Betriebe gefordert, die 2G hart trifft

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