th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Coronavirus: Österreichs Wirtschaft steht weitgehend still

Die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen die gesamte Wirtschaft. Die Spartenobleute berichten, wie sich Geschäftsschließungen, Grenzsperren und die Lahmlegung des gesamten Tourismus auf ihre Wirtschaftsbereiche auswirken.

Maria Smodics-Neumann
© Stefan Joham

„Durch Zusammenhalt die Krise überstehen”

Viele der EPU, Klein- und Mittelbetriebe, die das Wiener Gewerbe und Handwerk prägen, stehen vor einer riesigen Herausforderung, sagt Spartenobfrau Maria Smodics-Neumann. „Gerade Dienstleistungen am Kunden, wie Friseure, Kosmetiker oder Masseure, aber auch Floristen und Gärtner, deren eigentliche Hochsaison jetzt bevorsteht, trifft es sehr hart.” Der Zusammenhalt und Einsatz über alle Branchen hinweg werde mithelfen, die Krise zu überwinden. „Installateure, Elektriker, aber auch Kfz-Werkstätten sorgen weiterhin dafür, dass wichtige Geräte für unser Leben weiterhin funktionieren. In Zeiten, in denen die Hygiene über eine Ansteckung entscheiden kann, muss man auch die Gebäude-
reiniger vor den Vorhang holen”, sagt die Spartenobfrau. Ihr Appell an alle: „Warten Sie mit dem Kleiderkauf, dem Bestellen eines Möbelstücks darauf, dass die kleinen Betriebe wieder öffnen, und kaufen Sie Ihr Brot weiter beim Bäcker ums Eck. Denn wenn wir die schwierige Zeit der Schließungen überstanden haben, wird das Wiener Gewerbe und Handwerk die Unterstützung aller brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen.” Bis dahin gelte es, sich an die Vorgaben zu halten. „Dann können unsere Firmen und Geschäfte bald wieder aufsperren”, hofft Smodics-Neumann.

„Mein Appell: Halten wir zusammen, denn es geht jetzt um sehr viel”

Rainer Trefelik
© Florian Wieser

Die Schließung der Geschäfte hat die Wiener Händler hart getroffen, berichtet Spartenobmann Rainer Trefelik. In den letzten Tagen hätten ihn praktisch rund um die Uhr neue, individuelle Betroffenheiten erreicht, für die Lösungen notwendig sind. „Vor allem viele kleine Händler, deren Rücklagen begrenzt sind, stehen vor riesigen Herausforderungen in einer Situation, die wir so alle noch nie erlebt haben”, sagt Trefelik. Die Wirtschaftskammer setze alles daran, gerade in Zeiten wie diese Partner der Unternehmen zu sein. Und es werde „Tag und Nacht” an Unterstützungsmaßnahmen gearbeitet, die die Betriebe am Leben halten und möglichst viele Arbeitsplätze sichern. „Das ist auch dringend notwendig, denn die Wirtschaft befindet sich im Ausnahmezustand”, macht Trefelik klar. Der stationäre Handel sei von der Corona-Krise überdurchschnittlich betroffen. „Fixkosten wie Mieten und Löhne sind zu zahlen, Waren im Wert von zehn- bis hunderttausenden Euros wurden geliefert, aber die Kunden bleiben aus. Diese Pandemie bedroht die Existenz vieler Händler.” Auch Trefelik appelliert deshalb an die Bevölkerung, jetzt online bei österreichischen Händlern zu kaufen. „Gemeinsam können wir die heimischen Betriebe schützen, indem wir regional einkaufen. Und wenn die Beschränkungen wieder aufgehoben werden, ist es wichtiger denn je, dass die Konsumenten wieder in die Geschäfte kommen. Halten wir zusammen, es geht um viel.”

„Heimarbeit ist in der Produktion keine Option”

Ehrlich adam
© Foto Weinwurm

„Neben anhaltenden Problemen mit den Lieferketten ist die derzeit größte Herausforderung für die Wiener Industriebetriebe, dass die Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen”, sagt Spartenobmann Stefan Ehrlich-Adám. Die Empfehlung der Bundesregierung, dass möglichst zu Hause zu arbeiten, werde natürlich unterstützt. „Aber insbesondere in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, die zur Aufrechterhaltung der Versorgungskette unverzichtbar sind, ist das nicht möglich. Wir brauchen hier dringend eine Klarstellung durch die Bundesregierung, dass die von ihr gesetzten Maßnahmen keine Werkschließungen oder Produktionsstopps vorsehen oder notwendig machen”, so der Spartenobmann.

„Wir stehen an der Seite der Menschen”

Erwin Hameseder
© Thomas Topf

„Die heimischen Banken sind für potenzielle wirtschaftliche Turbulenzen gerüstet”, sagt Spartenobmann Erwin Hameseder. Die Versorgung mit Bargeld sei absolut sichergestellt. Um die Virusausbreitung zu verlangsamen, ersuche die Branche aber, für Bankgeschäfte verstärkt die digitalen Angebote sowie die SB-Zonen in den Filialen zu nutzen. Die wirtschaftlichen Folgen werden erst in den nächsten Wochen seriös abschätzbar sein, so Hameseder. Es sei aber klar, dass die Wirtschaft jetzt durch staatliche Maßnahmen sowie durch Beiträge des österreichischen Finanzwesens unterstützt werden muss. „Die heimischen Banken stehen an der Seite der Menschen und der Wirtschaft - wir werden diese schwierige Zeit gemeinsam meistern.” 

„Den Mitgliedern jetzt unter die Arme greifen”

Martin Heimhilcher
© Florian Wieser

Von einer „echten Krise in allen Branchen der Sparte” spricht deren Obmann Martin Heimhilcher. „Druckereien, Buchhändler, Dienstleistungsunternehmen haben allesamt schwer zu kämpfen.” In Druckereien bricht die Auftragslage komplett ein. Im Buchhandel war der Online-Handel schon immer eine große Konkurrenz. „Das verschärft sich nun zusätzlich, da in den Geschäften kein Kundenverkehr mehr möglich ist. Viele Buchhändler stehen derzeit völlig ohne Alternativen da”, so Heimhilcher. Auch die Dienstleister - Berater und Werbewirtschaft - leiden unter Auftragsausfällen. „Diese starke Betroffenheit verschärft sich, weil die meisten unserer Betriebe Kleinst- und Kleinunternehmen sind”, sagt der Obmann. Eine so ernste Krise sei vor allem für diese Betriebe schwer wegzustecken. Umso wichtiger sind die zugesagten Hilfspakete. „Wichtig ist, dass die finanziellen Mittel rasch und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden - und dass dabei nicht auf die Branchen der IC vergessen wird. „Es ist das Gebot der Stunde, dass wir den Mitgliedern unter die Arme greifen, um Folgeschäden zu vermeiden und das Wirtschaftssystem nach der Krise wieder rasch hochfahren zu können”, betont der Spartenobmann.

„Es braucht Lösungen ohne Bürokratie”

Davor Sertic
© Florian Wieser


 „Ohne Lkw geht es nicht, das beweist auch die derzeitige Ausnahmesituation”, sagt Spartenobmann Davor Sertic. Die Unternehmer und deren Fahrer, die sich auch in Risikogebiete wie Italien begeben müssen, gewährleisten die Versorgung der Stadt. In den anderen Branchen des Verkehrs gebe es mindestens genauso herausfordernde Bedingungen: „Die Personenbeförderung ist praktisch lahmgelegt. Der einbrechende Tourismus sorgt bei Bussen, Mietwagen und Taxis für Einbußen bis zu 100 Prozent. Die Fahrschulen mussten zusperren. Kurzarbeit ist in diesen Bereichen keine Lösung. Die Unternehmer brauchen ihr Personal entweder ganz oder gar nicht.” Hier müssten, so Sertic, andere, unbürokratische Lösungen und Kooperationen mit dem AMS gefunden werden. „Für die Transportbranche ist trotz aller Hindernisse klar: Nur gemeinsam durch einen Schulterschluss über alle Branchen hinweg werden wir diese Krise durchstehen. Das zeigt sich bei den schon angesprochenen lebensnotwendigen Lkw-Ladungen oder auch bei Parkplätzen.” Die Garagenbetreiber bieten seit Mittwoch 10.000 Garagenplätze für einen günstigen Tagestarif zu jeweils fünf Euro an, um die Stadt dahingehend zu entlasten.

„Situation ist extrem fordernd für Betriebe”

Markus Grießler
© Florian Wieser


Die Wiener Tourismusbetriebe sind seit Beginn massiv von der Covid-19-Krise betroffen, sagt Spartenobmann Markus Grießler. „Die ersten, die die Auswirkungen gespürt haben, waren die Fremdenführer, die sich auf chinesische Gäste spezialisiert haben. Die hatten quasi von heute auf morgen einen Komplettausfall.” Auch die Hotelleriebetriebe und in der Folge Gastronomie- und Kaffeehäuser spürten die Konsequenzen sofort. Reisebüros waren die ersten mit Kurzarbeit. „Spätestens mit dem Veranstaltungsverbot waren Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe und Freizeit- und Sportbetriebe komplett außer Gefecht gesetzt”, sagt Grießler. Wirtschaftlich gesehen seien die notwendigen, aber drastischen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung für die betroffenen Betriebe eine Katastrophe. Sie brauchen daher allergrößtes Verständnis. „In so einer Situation die richtigen wirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen bzw. den Betriebsfortbestand zu sichern ist extrem fordernd”, betont der Obmann. Er hoffe sehr, dass - sobald sich alles wieder beruhigt hat - die Reiselust der Menschen rasch zurückkehrt und Wiens Tourismusbetriebe sich wieder über viele Gäste freuen können.

 

Offen oder zu?

  • Geschlossen halten müssen Betriebe, die ihre Kunden in Geschäftslokalen bedienen. Das betrifft etwa den Handel und Dienstleister aller Sektoren - vom Friseur und Masseur über den Tourismus bis zur gesamten Gastronomie. Auch Sport- und Freizeitbetriebe sind geschlossen zu halten. Einzelne Ausnahmen gibt es, so ist etwa die Fußpflege für Diabetiker weiter erlaubt, weil Gesundheitsdienstleitung.
  • Produktionsbetriebe können weiterarbeiten, auch Handwerker Aufträge bei ihren Kunden ausführen. Schauräume oder Verkaufsgeschäfte müssen sie aber schließen. Notdienste werden jedenfalls weiter angeboten. Auch Werkstätten dürfen offenhalten und auf Baustellen darf bislang auch weiter gearbeitet werden.
  • Ausgenommen von der Schließung sind Betriebe, die die Grundversorgung gewährleisten: Lebensmittelhandel, Drogerien, Pharmagroßhandel, Apotheken, Medizinprodukteverkauf, Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, Trafiken, Tankstellen, der öffentliche Verkehr - zu dem auch Taxis zählen- und einige mehr.
  • Einige Branchen wie der Buchhandel setzen jetzt verstärkt auf den telefonischen und den Online-Verkauf ihrer Produkte, der ja weiterhin möglich ist. Geliefert wird per Post oder über Botendienste.

Wo steigt jetzt die Nachfrage?

Lebensmittelhandel, Apotheken und Drogerien erleben einen Run auf ihre Produkte. Auch Transportbetriebe und Botendienste haben Hochbetrieb. Für Lkw-Fahrer wurden die geltenden Lenk- und Ruhezeitenverordnungen außer Kraft gesetzt. Manche beratende Branchen wie die Versicherungsmakler rechnen mit steigenden Anfragen, etwa zur Absicherung bei Produktionsausfall. Auch die Finanzdienstleister erwarten erhöhtes Kundeninteresse, weil mit der Krise der Vorsorgegedanke bei den Österreichern wieder stärker in den Fokus rücken dürfte.


Das könnte Sie auch interessieren

Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, braucht es Leidenschaft, Flexibilität und Mut. Viele der gut 130.000 Wiener Unternehmer beweisen aktuell, dass sie auch in Krisenzeiten optimistisch nach vorne blicken.

Wiener Unternehmen, die mit Tatkraft überzeugen

Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, braucht es Leidenschaft, Flexibilität und Mut. Viele der gut 130.000 Wiener Unternehmer beweisen aktuell, dass sie auch in Krisenzeiten optimistisch nach vorne blicken. mehr

Martin Filipp, mi’pu’mi Games

Brauchen Förderung für Wachstum

Ein klares Commitment der Politik und mehr Fördermöglichkeiten wünscht sich die heimische Gaming-Branche, um weltweit mithalten zu können. mehr