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Corona: Ein heißer Herbst steht in den Startlöchern

Während die vierte Pandemie-Welle anrollt, wird nach Strategien gesucht, um die Impfquote weiter zu steigern. Wichtigstes Ziel: Einen neuerlichen Lockdown unbedingt vermeiden.

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© BABAROGA/Shutterstock

Das Aufatmen in der Wiener Unternehmerschaft war fast hörbar, als Bürgermeister Michael Ludwig verkündete, welche neuen Corona-Maßnahmen die Stadt setzt. Denn es wurde lediglich die Gültigkeitsdauer der Corona-Tests verkürzt: Seit 1. September gelten kontrolliert durchgeführte AntigenTests nur noch für 24 Stunden, PCR-Tests für 48 Stunden als 3G-Nachweis. Alle weiteren bisher geltenden Wiener Maßnahmen wurden verlängert - vorerst. Angesichts der jüngsten Infektionszahlen hatte so mancher Schlimmeres befürchtet. Wien war ja schon zuletzt mit strengeren Corona-Maßnahmen als der Bund vorgeprescht – Stichwort Mund-Nasenschutz-Pflicht im gesamten Handel und Testpflicht auch für 6- bis 12-Jährige. In jenen Bereichen der Wirtschaft, in denen die 3GRegel (getestet, genesen oder geimpft) gilt, sind durch die jetzige Verkürzung der Test-Gültigkeitsdauer kaum eklatante Auswirkungen zu erwarten. Die bisherige Erfahrung zeige, dass die Kunden mit der Testpflicht zu leben gelernt haben, und Wien habe ja ein engmaschiges Testangebot, meint etwa Karin Hampel, die in Döbling ein Kosmetik- und Sugaring-Studio leitet.

„Ein Gutschein zu jedem Erststich, einzulösen in einem Wiener Freizeitbetrieb oder in der Wiener Nachtgastronomie. „Eine win-win-Situation für Betriebe und Gesellschaft”
Markus Grießler, Spartenobmann der Wiener Tourismusund Freizeitwirtschaft, forderte schon Anfang August einen „Freizeit-Hunderter”

Die aktuell eingeführte Verkürzung der Testgültigkeit solle ganz klar mehr Leute zur Impfung bewegen, ist Oliver Horvath von der Bar Kleinod überzeugt. Aber es hätte auch schlimmer kommen können - und alles sei besser als ein Lockdown, betont der Gastronom, dessen Bar bis 4 Uhr in der Früh geöffnet ist. Ein erneuter Lockdown ist auch für Eventexpertin Elisabeth Brandl ein „Horrorszenario”, denn der Markt sei noch immer eine Zitterpartie. Die Angst, man könnte jemanden durchs Feiern gefährden, sei allgegenwärtig. „Es ist unsere Aufgabe, die Menschen sicher feiern zu lassen, die sich an die Regeln halten”, sagt Brandl.

Impfquote ist entscheidend

Von Entwarnung kann jedenfalls keine Rede sein, das zeigt ein Blick auf die jüngsten Infektionszahlen. Wie im Vorjahr steigt jetzt, am Ende des Sommers, die Zahl der Infizierten wieder deutlich an. Betroffen sind vor allem jene, die noch nicht geimpft sind. Dass die jahreszeitbedingte Verlagerung des Gastronomiebetriebs und diverser anderer Freizeitaktivitäten nach drinnen in den kommenden Wochen für Entspannung sorgen wird, darf eher nicht angenommen werden. Im Gegenteil. Wien setzt daher auf eine Erhöhung der Impfquote - umso mehr, als auch die Bundesregierung künftige Corona-Maßnahmen stark an diesen Prozentsatz gekoppelt hat. In Wien sind derzeit etwa 60 Prozent der Bevölkerung immunisiert - noch zu wenige für die viel strapazierte Herdenimmunität, ein Zustand, bei dem ein so hoher Anteil der Bevölkerung immun gegen einen Krankheitserreger ist, dass sich die Krankheit nicht mehr ausbreiten kann. Neuere Berechnungen gehen davon aus, dass im Fall des Coronavirus mindestens 80 Prozent der Menschen geimpft bzw. immun sein müssten, damit diese Herdenimmunität gegeben ist. In Italien diskutiert die Politik bereits über die Einführung einer Impfpflicht, sollte die 80-Prozent-Quote in absehbarer Zeit nicht erreicht werden. Für Österreich ist das derzeit kein Thema. Dennoch geht es jetzt darum, möglichst viele Ungeimpfte zur Impfung zu bewegen. Immerhin steigt mit der Zahl der nicht Immunisierten auch die Gefahr, dass das Virus weitere Mutationen ausbildet, die im schlimmsten Fall auch für bereits Geimpfte gefährlich werden könnten. Denn Mutationen könnten sich durch den evolutionären Fortschritt nicht nur schneller vermehren und ansteckender sein - sie könnten auch vom Immunsystem schlechter erkannt werden, wie der Wiener Facharzt für Virologie, Lukas Weseslindtner, von der MedUni Wien erklärt . Wien hat sein Impfangebot mittlerweile extrem ausgebaut. In Impfboxen, die in der ganzen Stadt verteilt sind, kann sich jedermann ohne Voranmeldung immunisieren lassen - zum Beispiel auf der Donauinsel, im Stephansdom, in Einkaufszentren und neuerdings sogar in Supermärkten. Zusätzlich fahren zwei Impfbusse stark frequentierte Plätze an. Weiterhin wird auch nach Anmeldung, in Betrieben und bei Ärzten geimpft.

„Freizeit-Hunderter” als Impfanreiz

Daneben gibt es die Idee, die Impfbereitschaft durch Anreize zu erhöhen. Markus Grießler, Spartenobmann der Wiener Tourismusund Freizeitwirtschaft, forderte schon Anfang August einen „Freizeit-Hunderter”. Man könnte so vor allem die Impfquote bei den Jüngeren deutlich erhöhen. Mittlerweile entfallen die meisten Corona-Infektionen auf die Gruppe der unter 35-Jährigen. Gleichzeitig würde auch die von der Pandemie arg gebeutelte Wiener Freizeitwirtschaft unterstützt. Diese hat - wie auch andere Branchen – eine Menge Ressourcen in Konzepte und Maßnahmen gesteckt, um ihren Kunden Sicherheit zu gewährleisten. Jüngstes Beispiel ist der Vienna City Marathon, der nach zweieinhalbjähriger Pause am zweiten September-Wochenende geplant ist. Die Veranstalter haben in monatelanger Planung gemeinsam mit Experten ein genaues Sicherheitskonzept erstellt. Man möchte damit „Sicherheit für Läufer, Mitarbeiter und Fans bieten”, sagt Veranstalter Wolfgang Konrad. Bei dem Event werden 28.000 Läufer und tausende Zuschauer erwartet.

Neuerlichen Lockdown vermeiden

Gelingt es in nächster Zeit nicht, die Pandemie in Schach zu halten, drohen neuerliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Denkbar wären etwa die Verschärfung der Maskenpflicht oder Zutrittsbeschränkungen für Nichtgeimpfte in einzelnen Bereichen. Vor allem letzteres würde in der Wirtschaft wohl deutliche Spuren hinterlassen - primär wohl in jenen Bereichen, die schon bisher am stärksten gelitten haben: Hotellerie, Gastronomie, Freizeitwirtschaft, körpernahe Dienstleister, teilweise auch im Handel. Trotzdem ist eines sicher: Ein neuerlicher Lockdown wäre weitaus das Schlimmste und hätte fatale wirtschaftliche Folgen. Eine sechswöchige Schließung der Betriebe kostet den Wirtschaftsraum Wien mehr als zwei Milliarden Verlust beim Bruttoregionalprodukt, hat die Wirtschaftskammer Wien Anfang dieses Jahres errechnet. Deshalb gilt es, alles zu unternehmen, um diesen Schritt zu verhindern. „Wir hatten schon 17 Wochen null Umsatz. Bitte nie wieder einen Lockdown”, bringt es Unternehmerin Karin Hampel auf den Punkt.




 

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