th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Corona im Betrieb: Prävention, Verdacht und Ernstfall

Mehr als 40.000 bestätigte Corona-Fälle gibt es in Wien.  Wichtig ist, Unternehmer, Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter.

Coronavirus
© rfranca/Shutterstock

In der Zeit der Pandemie ist es wichtig, immer auf dem aktuellen Infostand zu bleiben, damit die verordneten Maßnahmen umgesetzt und darüber hinaus der Schutz für Unternehmer, Mitarbeiter und Kunden gewährleistet ist. Es empfiehlt sich, ein Krisenteam oder einen Krisen-Verantwortlichen einzusetzen. Diese sind für Corona-bedingte Situationen erste Anlaufstelle, unterscheiden Fakten von Fake-News, kennen arbeits- und sozialrechtliche Aspekte: Beispielsweise darf ein Mitarbeiter aus Angst vor einer Ansteckung nicht der Arbeit fernbleiben. Fernbleiben ist z.B. nur gerechtfertigt, wenn der Betrieb behördlich geschlossen ist. Oder ein Kunde will den Betrieb ohne Maske betreten und weist ein ärztliches Attest vor, das er keine bentzen muss. In diesem Fall ist eine Gefährdung anderer Menschen möglich. Daher darf der maskenlosen Person der Zutritt - trotz Attest - verweigert werden.

Verdachts- oder Ansteckungsfall

Die Infektionszahlen sind hoch wie nie, die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken steigt. Trifft es Mitarbeiter oder den Unternehmer, muss das den Behörden gemeldet und Kontaktpersonen müssen identifiziert werden. Dafür sollte es im Betrieb ebenfalls ein Prozedere geben. 

Kontaktperson 1

Kontaktpersonen dieser Kategorie haben ein sehr hohes Risiko zu erkranken. Als K1 gelten Personen, die mit einem positiven Covid-19-Fall mindestens 15 Minuten direkten Kontakt bei einer Entfernung unter zwei Metern (z.B. Haushaltskontakte, Kontakte in Kantinen oder bei Besprechungen) hatten oder mit hoher Wahrscheinlichkeit Aeorsolen ausgesetzt waren (gemeinsames Feiern, Singen, etc.) ungeschützten, direkten Kontakt mit infektiösem Sekret (z.B. Anhusten), direkten physischen Kontakt (z.B. Händeschütteln, Umarmungen) hatten. Betroffene Personen müssen abgesondert und die Gesundheitsbehörden umgehend informiert werden. Der Betrieb muss deshalb aber nicht geschlossen, sondern kann unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsregeln fortgeführt werden. K1-Personen werden für zehn Tage behördlich abgesondert (in Heimquarantäne geschickt) und zwar ab dem Tag des letzten Kontakts mit der positiv getesteten Person. Ein „Freitesten” - also die Verkürzung der Quarantänezeit durch einen negativen Corona-Test - ist derzeit nicht möglich. Ist die Konktaktperson 1 behördlich abgesondert, muss der Arbeitgeber ihr das Entgelt fortzahlen und erhält es ersetzt.  Wird der betreffende Mitarbeiter nicht behördlich abgesondert, kann auch keine Erstattung des Entgelts durch die Behörde  erfolgen, wenn der Arbeitgeber das Entgelt fortzahlt).

KI Einstufung verhindern

Durch bestimmte Vorkehrungen kann man laut Gesundheitsministerium die Einstufung als Kontaktperson der Kategorie I verhindern. Bestanden im Hinblick auf den Kontakt zum bestätigten Fall geeignete und nachvollziehbar korrekt umgesetzte Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos (z.B. Trennwand, beidseitiges Tragen von Mund-Nasen-Schutz) können KI abweichend als Kontaktpersonen der Kategorie II klassifiziert werden. Davon unabhängig ist bei diesen Fällen bzgl. der Testung wie bei K I vorzugehen.

Kontaktperson 2

Als Kontaktpersonen der Kategorie II - also mit niedrigem Infektionsrisiko - zählen alle, die zu einem Covid-19-Fall nur flüchtigen Kontakt hatten, sich etwa im gleichen Raum aufhielten, aber dem Erkrankten nicht näherkamen oder nicht mit ihm gesprochen haben. Diese Personen werden nicht behördlich abgesondert sondern bekommen von der Behörde Empfehlungen für die nächsten zehn Tage - wie z.B. Home-Office oder das Meiden der Öffis zu Stoßzeiten- für zehn Tage empfehlen.  Nachdem sie keien Bescheid zur Absonderung bekommen, können sie im Betrieb arbeiten. Der Arbeitgeber  muss aber durch eine Evaluierung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsabläufe darauf achten, dass das Risiko für eine Ansteckung möglichst gering gehalten wird. Treten innerhalb von zehn Tagen die krankheitstypischen Symptome auf besteht wieder ein Verdachtsfall. Bei gesunden Mitarbeitern in Quarantäne oder in freiwilliger Absonderung kann der Arbeitgeber verlangen, dass Arbeitsleistungen, sofern möglich und zumutbar, von zu Hause erbracht werden. Im Fall von Telearbeit muss der Arbeitgeber die Kosten für Internet, Telefonie usw. übernehmen.

Präventivmaßnahmen setzen

  • Hygienemaßnahmen: Für die Einhaltung einer guten Handhygiene sorgen und Material dafür zur Verfügung stellen. Desinfektionsmittel wird mit der Bezeichnung „begrenzt viruzid” empfohlen. Keine Telefonhörer, Tastaturen oder dergl. teilen, bzw. immer reinigen und desinfizieren. Infos zur Prävention verteilen (Poster aufhängen). Auf eine sorgfältige Abfallentsorgung achten.
  • Körperkontakt vermeiden: Auf Händeschütteln verzichten. Abstand zwischen den Personen ist idealerweise zwei Meter. Kein gemeinsamer Aufenthalt in Pausenräumen. Diese nur einzeln und gut durchlüftet benutzen. Werksküchen auf Lunchpakete umstellen. Feinstaubmasken (FFP3) filtern wirksam die Luft, beeinträchtigen aber die Atmungsaktivität, sie können nur kurze Zeit getragen werden.
  • Krisenteam: Ein Team samt Stellvertretern einsetzen, das Corona-Know-how aufbaut, immer auf dem neuesten Stand bleibt und unter festgelegten Spielregeln (Funktionen, Weisungsbefugnisse) die Abwicklung von Tätigkeiten rund um Corona übernimmt. Infrastruktur für das Team bereitstellen.
  • Vertrauen: Auf strenge Vertraulichkeitsrichtlinien achten, um interne und externe Falschmeldungen und Indiskretionen zu unterbinden. Mitarbeiter sollen angstfrei über den Verdacht oder die Erkrankung sprechen können.
  • Standardisierung: Eine zentrale Meldestelle im Betrieb mit vorbereiteten Formularen und Musterschreiben einrichten, damit z.B. Meldungen an Gesundheitsbehörden rasch und effektiv durchführt werden.

Checkliste bei Corona-Verdacht und Ernstfall

  • Verdachtsfall: Besteht ein Verdachtsfall (akute Symptome oder Kontakt mit einem bestätigten Fall) innerhalb des Unternehmens, hat der Arbeitgeber auch aufgrund der Fürsorgepflicht die gesetzliche Verpflichtung, die Gesundheitsbehörden unter der Telefonnummer 1450 zu informieren.
  • Testungen: Testungen erfolgen auf Anweisung der Gesundheitsbehörden und werden nur durchgeführt, wenn  der Betroffene konkrete Symptome wie Fieber, Husten, Atembeschwerden, Kurzatmigkeit) zeigt bzw. Kontakt mit einem bestätigten Fall bestand. Man unterscheidet Antigen-Test (Möglichkeit eines direkten Nachweises viraler Antigene innerhalb kurzer Zeit - 15 bis 30 Minuten) und PCR-Tests (Analyse ob positiv im Labor, die länger dauert).
  • Erkrankung: Wird der Krankheitsfall durch Testung/Diagnose bestätigt, sind weitere Maßnahmen (z.B. Betretungsverbot, Desinfektion, Schließung des Unternehmens etc.) in Absprache mit den Gesundheitsbehörden zu treffen.
  • Maßnahmen: Befindet sich der Erkrankte im Betrieb, muss er in einem eigenen Raum untergebracht werden. Den Anweisungen der Gesundheitsbehörde ist unbedingt Folge zu leisten. Die Geschäftsführung oder das Krisenteam muss für eine Dokumentation des betrieblichen Kontaktverlaufs des erkrankten Mitarbeiters sorgen (Kontakte zu Kollegen oder Kunden).
  • Transport: Befindet sich der Mitarbeiter am Arbeitsplatz, darf er zur Heimfahrt keinesfalls öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Der Heimtransport von Mitarbeitern am Arbeitsplatz bei plötzlichem Krankheitsbeginn ist mit den Behörden zu klären, Rettungstransporte sind vorher zu informieren, dass es sich um den Transport einer Person mit Covid-19 handelt.
  • Dokumentation: Die Geschäftsführung/das Krisenteam muss für die Dokumentation des betrieblichen Kontaktverlaufes des erkrankten Mitarbeiters sorgen (z.B. Geschäftsreisen, Kundenkontakte, Mitarbeiterkontakte, etc.) Ebenso sollten alle getroffenen Maßnahmen mit Datum und Uhrzeit sowie einer klaren Beschreibung dokumentiert werden.
  • Kontaktpersonen: Mitarbeiter, die mit Corona-Virus infizierten Personen in direkten Kontakt getreten sind und sich nicht krank fühlen, sollten - wenn möglich - von zu Hause aus arbeiten (Telearbeit, Home-Office) und zehn Tage der Arbeitsstelle fern bleiben.  Sollten bei ihnen Covid-Symptome auftreten, müssen sie sofort die Geschäftsführung /das Krisenteam informieren bzw. bei akuten Beschwerden den Ärztenotdienst unter 141 anrufen.
  • Home-Office-Mitarbeiter, die Kontakt mit eventuell erkankten Personen hatten, sollten sich daheim abgesondert vom Rest der Familie aufhalten und keine gemeinsamen Mahlzeiten einnehmen.
  • Weitere Achtsamkeit: Bei häufigen Krankheitsfällen macht eine Zugangskontrolle zum Betrieb Sinn, um krankheitsverdächtige bzw. erkrankte Mitarbeiter bereits am Eingang zu identifizieren.


Zahlungen zum Ausgleich der Maßnahmen

  • Umsatzersatz: Richtlinien für den Umsatzersatz für Betriebe, die behördlich geschlossen bleiben müssen.
  • Ersatz für Absonderung: Wird ein Unternehmer oder ein Mitarbeiter wegen Covid19 behördlich in Quarantäne geschickt, so hat der Betrieb Anspruch auf eine Entschädigungszahlung.
  • Sonderurlaub für Betreuung: Was gilt, wenn eine Person zur Pflege oder Betreuung von Personen, aufgrund von Covid-19 der Arbeit fernbleibt.




Das könnte Sie auch interessieren

Ana

Bei einem Notfall rasch informiert

ANA - Anruf nach Notfall-Alarmierung heißt der Service, den die WK Wien gemeinsam mit der Polizei für Betriebe bereitstellt. Passiert etwas außerhalb der Geschäftszeiten, informiert die Polizei den betroffenen Betrieb. mehr

Home-Office

Home-Office: Rechte und Pflichten von Unternehmern

In der neuen Lockdown-Verordnung der Bundesregierung wird empfohlen, soweit es möglich ist, in den Betrieben auf Home-Office umzustellen und mit Mitarbeitern zu einer guten Lösung für beide Seiten zu finden. mehr