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Wie zufrieden Wiens Betriebe mit der Internetanbindung sind und welchen Einfluss der Ausbau der Breitbandinfrastruktur auf die Zukunft der Wiener Wirtschaft hat.

Substandard in Wien Liesing: Der Speedtest von Christian Ostermeier zeigt: 8,96 Mb/s Download- und 0,61 Mb/s Upload- Geschwindigkeit.
© Ostermeier Chr. Substandard in Wien Liesing: Der Speedtest von Christian Ostermeier zeigt: 8,96 Mb/s Download- und 0,61 Mb/s Upload- Geschwindigkeit.

Stellen Sie sich vor, Sie haben im Jahr 2004 einen Internetanschluss mit einer maximalen Downloadgeschwindigkeit von sechs bis neun Mb/s (Megabits pro Sekunde) und einer Uploadgeschwindigkeit von 1 Mb/s. Und jetzt stellen Sie sich vor, dass sich diese Leistung bis ins Jahr 2022 nicht verändert hat. Für viele Menschen unfassbar, für Christian Ostermeier, Geschäftsführer der Telcop Papierrollenproduktion in der Deutschstraße im 23. Bezirk, Realität. „Wir sind seit 2004 hier im Industriegebiet angesiedelt - in Sachen Internetanbindung hat sich seither nichts verändert. Es gibt keine adäquate Internetanbindung mit Glasfaser, keine fixe Verkabelung. Das, was wir hier haben, ist Substandard - sogar im Urlaub in einer abgelegenen Hütte hat man eine bessere Internetverbindung”, schildert Ostermeier empört. Das schadet auch seinem Unternehmen: „Die Produktivität leidet natürlich erheblich darunter. Wir produzieren Papierrollen in jeder Ausführung - auch individuell bedruckte Thermorollen, Parkscheinrollen etc., arbeiten mit Grafikern und Agenturen zusammen und müssen hierzu große Dateien verschicken. Mit einer solchen Internetanbindung sei das aber für alle Beteiligten mehr als mühsam, so Ostermeier.

„Breitband als Rückgrat der digitalen Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden.”
Marin Heimhilcher

Gesamter Industriestandort leidet darunter

Mit diesem Problem ist Ostermeier im 23. Bezirk nicht alleine, weiß der Unternehmer. „Viele Firmen in unserem Umkreis haben dieselben Schwierigkeiten. Das ist wirklich eine Schande für einen Industriestandort im 21. Jahrhundert”, schildert er weiter: „Es wundert mich deshalb nicht, warum sich hier keiner mehr ansiedeln möchte.” Gleichzeitig kämpfe der Standort mit einer starken Abwanderung, so Ostermeier. „Rund ein Drittel liegt bereits brach, dabei könnte man so viel machen - im Sinne einer Revitalisierung und Aufwertung des Standorts”, ist er überzeugt.

Hoffnung auf Verbesserung

Der Treppenwitz an der ganzen Sache: „Es gibt sogar ein Kabel in der Nähe - das liegt hier schon. Es ist also nicht einmal die Rede von einem kilometerlangen Ausbau”, erzählt Ostermeier. Trotz jahrelanger Bemühungen, Kontakt mit den Netzanbietern aufzunehmen, sei dennoch nichts passiert. „Erst dank des Engagements eines Mitarbeiters der Vienna Business Districts (siehe dazu S. 9) ist es gelungen, eine Nummer zu bekommen, die über ein Callcenter hinausgeht.” Die Bemühungen könnten nun endlich Früchte tragen: „Dank einer Förderung soll nun bis Ende des Jahres der technische Ausbau des Netzes passieren - danach sollen wir ein Angebot des Netzanbieters bekommen. Das wäre natürlich super - aber warten wir einmal ab, ob das tatsächlich der Fall ist”, erzählt Ostermeier teils optimistisch, teils skeptisch.

Breitbandausbau weiter gefordert

Auch eine aktuelle Studie der Sparte Information und Consulting unter Wiener Unternehmen zeigt, dass es noch Aufholbedarf beim Breitbandausbau gibt (siehe Grafik unten). 87 Prozent sprachen sich für die Wichtigkeit des weiteren Breitbandausbaus in Wien aus. Gleichzeitig sagten 63 Prozent, dass derzeit nicht genug dafür getan werde. „Wiens Unternehmen haben klar kommuniziert, dass hier noch Versorgungslücken zu schließen sind”, betont Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Wien.

Starke Anbindungfür Betriebe wichtig

Tatsächlich wachsen die Anforderungen an eine gute Breitbandanbindung laufend. Es braucht eine starke Internetverbindung, um als Unternehmer gut aufgestellt zu sein: Sei es für die seit der Pandemie verstärkt stattfindenden Online-Meetings oder den Austausch von größeren Dateien, der mittlerweile zum Alltag gehört. Zu den Top-Anwendungsbereichen zählen E-Mails (99 Prozent), Online-Banking (92 Prozent) und Browsen (85 Prozent), aber auch Internet- und Videotelefonie gehören bei 70 Prozent zum Business-Alltag.

Quelle: Sparte Information & Consulting der WK Wien, Online-Befragung im Frühjahr 2022.
© wkw Quelle: Sparte Information & Consulting der WK Wien, Online-Befragung im Frühjahr 2022.

Notwendige Maßnahmen

In den inneren Bezirken der Stadt ist die Breitbandversorgung großteils schon sehr gut. Wo es immer noch Verbesserungsbedarf gibt, sind die Gewerbegebiete am Stadtrand - etwa in Liesing, in Floridsdorf, in der Donaustadt und in Simmering. Die WK Wien setzt sich deshalb für eine bessere Breitbandanbindung in Wien ein und hat dazu Forderungen aufgestellt:

  • Alternative Verlegemethoden
  • Verbesserung der Gebäudeinfrastruktur
  • Mitbenutzung vorhandener Glasfaser-
  • Infrastruktur
  • Verfahrensbeschleunigung
  • Synergieeffekte bei Bauvorhaben
  • Breitbandförderung für Nachfrage
  • Stromanschlusstarife für Kleinstverbraucher anbieten

„Wir ziehen mit der Stadt Wien und dem Bund an einem Strang”, betont Spartenobmann Heimhilcher, der die Breitbandstrategie 2030 der österreichischen Bundesregierung gutheißt. Aber dennoch: Ohne schnelles Internet keine Digitalisierung und ohne Digitalisierung kaum eine wirtschaftliche Zukunft.  

„Es geht nicht mehr nur um Online-Meetings und Remote-Work.”
Verena Kuen, 1030 Innovation Consulting

Sorgen bei Wiener Betrieben

Um ihre Zukunft am Standort in Hietzing macht sich auch die Wiener Unternehmerin Verena Kuen Gedanken: „Wenn das so weitergeht, müssen wir unser Büro in einen anderen Bezirk verlegen.” Die Geschäftsführerin von 1030 Innovation Consulting kämpft bereits seit mehr als einem Jahr (wir berichteten) mit einer komplett überlasteten Internetanbindung. „Getan hat sich bisher noch nicht viel. Wir sind zwar mit einem Netzanbieter im Kontakt und sollen angeblich bald ein Glasfaserkabel bekommen, bis jetzt hat es allerdings noch nicht geklappt”, erzählt Kuen enttäuscht. Zuletzt habe man etwa im Gebäude die Verrohrung nicht gefunden, so Kuen.

Zukunft ist Hightech

Für aktuelle Aufträge sei man halbwegs gut aufgestellt, aber für die Zukunft reiche das bei weitem nicht aus: „Besonders eine international ausgerichtete Agentur im Innovationsbereich, wie wir es sind, muss technisch gut aufgestellt sein”, weiß Kuen, die sich nach wie vor mit zwei mobilen Anschlüssen unterschiedlicher Provider behilft. „Hier geht es aber nicht mehr nur um Online-Meetings oder Remote-Work, die in den letzten beiden Jahren ja schon zum Standard wurden”, erzählt Kuen und betont: „Metaverse, Künstliche Intelligenz, Virtual Reality, das sind alles Technologien, mit denen wir heute schon arbeiten und experimentieren und auf die wir uns als Standard von morgen vorbereiten müssen, damit wir den Anschluss nicht irgendwann verlieren. Mit einer solchen Internetanbindung ist das aber schlicht und einfach unmöglich.”

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