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Brauchen Förderung für Wachstum

Ein klares Commitment der Politik und mehr Fördermöglichkeiten wünscht sich die heimische Gaming-Branche, um weltweit mithalten zu können.

Martin Filipp, mi’pu’mi Games
© FV UBIT/Kundrat

5,3 Millionen Österreicher - das sind rund 60 Prozent der Bevölkerung - spielen nach Zahlen des Österreichischen Verbands für Unterhaltungssoftware (ÖVUS) elektronische Spiele auf Smartphone, Konsole oder PC. Weltweit, so wird geschätzt, soll es bis 2023 mehr als drei Milliarden Gamer geben - eine halbe Milliarde mehr als noch 2019.

Branche mit Potenzial

Gute Aussichten also für Spieleentwickler. Hierzulande ist die Branche mit 90 Entwicklerstudios - davon etwa die Hälfte in Wien - überschaubar. Dennoch steckt Know-how aus Österreich in manch erfolgreichem Videospiel. Das Wiener Studio mi’pu’mi, mit 35 Mitarbeitern einer der größeren Branchenbetriebe, war beispielsweise an der Entwicklung der Digital-Variante des Strategiespiels „Die Siedler” beteiligt. Auf den Markt gebracht wurde es von Ubisoft, einem der größten Videospielproduzenten weltweit. „An der Entwicklung eines Spiels arbeiten heute bis zu 4000 Menschen auf der ganzen Welt”, sagt Martin Filipp, Leiter des operativen Geschäfts bei mi’pu’mi.

„Erfolg hängt sehr von potenten Partnern ab, die Marketingwege öffnen können.”
Jogi Neufeld, Gründer Subotron

Die Mitarbeit an großen Produktionen - das sogenannte Embedded Co-Development - und B2B-Aufträge liefern dem Unternehmen das Kapital für die Veröffentlichung eigener Spiele wie „The Lion’s song”, das stark auf Charaktere und Geschichten setzt. mi’pu’mi hat dafür vor zwei Jahren etliche Auszeichnungen eingeheimst. Ein riesiger kommerzieller Erfolg war es dennoch nicht, sagt Filipp. Denn: Dafür muss man sichtbar sein, „und das ist das Schwierigste überhaupt.” Denn das Angebot an Spielen ist nahezu grenzenlos, täglich kommen hunderte neue Applikationen auf den Markt.

„Was in Österreich fehlt, sind Finanzierungsmöglichkeiten für große Projekte.”
Martin Filipp, mi’pu’mi Games

Die Kunst, Aufmerksamkeit zu erzeugen

„Vor acht, zehn Jahren war die Konkurrenz noch überschaubar”, sagt Jogi Neufeld, Gründes Vereins Subotron, der sich der Förderung der nationalen Gaming Szene verschrieben hat. Subotron organisiert Vorträge, Workshops und Live-Pitches und forciert die nationale und internationale Vernetzung der Branche. Ohne Unterstützung habe ein junges Studio heute kaum Chance auf Erfolg, sagt Neufeld. Ein Weg ist die Zusammenarbeit mit Influencern mit Millionen von Followern - oder mit finanzstarken Partnern wie Publishern, den Verleger der Computer- und Videospiele-Welt. Oft beginnt die Zusammenarbeit mit ihnen bereits in der Konzeptions- und Entwicklungsphase eines Spiels. Das verringert zwar das wirtschaftliche Risiko für die Entwickler, macht es aber schwieriger, innovative Konzepte umzusetzen, ohne dabei auf den Markterfolg zu schielen. Der Status als unabhängiger Indie-Entwickler - für viele ein wichtiges Kriterium - gerät dabei mitunter ins Wanken. Dennoch: Publisher feiern derzeit laut Filipp eine Renaissance.

Eine Fonds-Lösung könnte privates Kapital akquirieren

Ohne starken Partner finden Spieleentwickler für die Start-up-Phase in Wien eine gute Förderstruktur vor, nicht aber für weiteres Wachstum, meint Neufeld. „Dafür würde es größere Fördertöpfe brauchen.” Auch der 2017 gegründete Verband der österreichischen Spieleentwickler (Pioneers of Game Development Austria, PGDA), der die Interessen der Betriebe vertritt, hat sich die bessere Förderung als eines seiner Ziele auf die Fahnen geschrieben. Vereinsmitgründer Martin Filipp wünscht sich, dass „Projekte, die einen großen Hebel haben, mit staatlicher Hilfe gezielt gefördert werden”. Über einen Fonds mit mehreren Projekten könnten für neue Entwicklungen auch private Gelder leichter lukriert werden, meint er. Und das würde sich auch für den Wirtschaftsstandort lohnen: Jeder in der Branche umgesetzte Euro löst weitere 1,09 Euro Umsatz aus.

Das globale Potenzial der Gaming Wirtschaft als Unterhaltungsmedium ist riesig. „Wir müssen schauen, dass Österreich da mitspielen kann und die politischen Strukturen dafür schaffen”, sagt Neufeld und ist sicher: „Ein einziges global erfolgreiches Leuchtturmprojekt ‚made in Austria’ würde der Branche enormen Auftrieb verleihen und international aufzeigen, welches Potenzial hier vorhanden ist.”

 

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