th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Böhm: Das Lastenfahrrad wird den Lkw nicht ersetzen können

Wolfgang Böhm, neuer Obmann der Wiener Transportunternehmen, kämpft gegen das Image seiner Branche und will mit der Politik an den Rahmenbedingungen für Transporteure arbeiten.

Wolfgang Böhm
© Foto Weinwurm

Eine pauschale Einschätzung zur Auftragslage der Wiener Transportbetriebe kann der neue Fachgruppenobmann Wolfgang Böhm derzeit nicht geben. Das hänge von der Kundengruppe ab, sagt er. „Im Baubereich gibt es noch genug Aufträge, Industrie und Handel spüren aber schon die Konjunkturabkühlung.” Das Auslaufen der Motorenproduktion im Opel-Werk werden die Frächter jedoch negativ zu spüren bekommen, befürchtet Böhm.

„Wachstum braucht eine gute Infrastruktur und funktionierende Warenströme.”
Wolfgang Böhm, Fachgruppenobmann

Generell sei Erfolg in seiner Branche viel schwieriger geworden. „Die Zeiten, wo man sich einen Lkw kauft und damit ohne weiteres gut verdient, sind vorbei. Transport ist ein stark umkämpfter Bereich.” Vor allem seit dem EU-Beitritt der östlichen Nachbarländer. Nicht alle Branchenmitglieder haben den daraus resultierenden Wettbewerbsdruck überlebt. Andere seien aus Platzmangel aus Wien weggezogen. Trotz Fluktuation ist die Zahl der Branchenmitglieder in den letzten 20 Jahren annähernd stabil geblieben. Die meisten Frächter sind im Regionalverkehr tätig. „Wien samt Speckgürtel ist ja ein starker Verbrauchermarkt mit mehr als zwei Millionen Menschen”, sagt Böhm.

Großteil der Lkw fährt schon mit abgasarmen Euro 6-Motoren

Als Branchensprecher will er den Kontakt zu den Betrieben stärken und die Services der Fachgruppe als Info-Point und als Begleiter in allen betrieblichen Belangen betonen. Auf interessenpolitischer Ebene ist ihm vor allem das Image der Branche ein Anliegen. Viel zu oft würden Frächter in der Öffentlichkeit als „stinkende, lärmende Umweltbelastung” dargestellt. Dabei habe die heimische Transportwirtschaft in Sachen Umwelt schon viel geleistet. „Der Großteil der Lkw ist mit modernsten EURO 6-Motoren ausgestattet”, betont Böhm. „Wir saugen heute oft schlechtere Luft an, als beim Auspuff wieder rauskommt.” Dass auch die Güterbeförderer ihren Beitrag zum Umweltschutz bringen müssen, sei unumstritten. „Das wird aber nicht gelingen mit überhasteten Fahrverboten, Abbiegeverboten,  CO2-Steuern und überzogenen Mautbelastungen”, so der Branchensprecher. „Die Wirtschaft kann nur mit einer guten Infrastruktur und funktionierten Warenströmen wachsen.” Die Politik müsse gemeinsam mit der Branche konstruktive Lösungen finden. Das gilt auch für den Fahrermangel. Immer weniger Mitarbeiter interessieren sich für die Branche - auch eine Folge des schiefen Images, beklagt Böhm. „Junge Fahrer sind rar geworden.” Denn die durch unsinnige Fahrverbote ausgelösten Umwegverkehre belasten nicht nur die CO2-Bilanz, sondern verlängern auch die Wege und damit den Personalbedarf. „Wir möchten ein Dienstleister für die Wirtschaft und die Konsumenten sein. Je mehr man uns daran hindert, umso mehr wird der Wohlstand in unserem Land zurück gehen. Und das Lastenfahrrad wird den Lkw nicht ersetzen können.”

Abbiegeassistent für Lkw.

Die Wiener Fachgruppe der Transporteure kritisiert, dass Wien überstürzt ein Rechtsabbiegeverbot für Lkw ohne Abbiegeassistenten einführen will - und zwar bereits ab April, mit einer Übergangsfrist bis Ende des Jahres. Vizebürgermeisterin Birgit Hebein hat Anfang dieser Woche eine entsprechende Verordnung angekündigt. Fachgruppenobmann Wolfgang Böhm bezeichnet diese als überhastet. Es sei einfach nicht machbar, alle Lkw bis Jahresende umzurüsten. Allein im Wiener Raum seien geschätzte 18.000 Fahrzeuge betroffen - ohne ausländische Frächter, die ebenfalls nach Wien liefern. „Und es gibt nur 15 Werkstätten in Wien, die das machen können.”

EU schreibt verpflichtende Abbiegeassistenten ab 2024 vor

Wer bis Jahresende nicht nachgerüstet hat, müsse dann - so Böhm - Umwege in Kauf nehmen oder vor den Toren der Stadt auf kleinere Fahrzeuge umladen. Beides werde zu mehr Verkehr in der Stadt führen. Zudem ist auf Europäischer Ebene bereits beschlossen, dass neu zugelassene Fahrzeuge ab 2024 verpflichtend über Abbiegeassistenzsysteme verfügen müssen. Wie genau diese aussehen müssen, ist aber noch nicht fixiert. „Möglicherweise bauen wir jetzt Geräte ein, die wir ab 2023 wieder ausbauen”, warnt Böhm. „Die Frächter sind für Sicherheit auf der Straße. Aber wir brauchen vernünftige Spielregeln und wollen, dass unsere Argumente gehört werden”, betont der Wiener Fachgruppenobmann.

Das könnte Sie auch interessieren

Walter Ruck

Wir müssen auf unsere Fachkräfte schauen

Kommentar von Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien mehr

Peter Artmann, Fachvertretungs-Vorsitzender

Artmann: Es geht um den Ruf von Kunststoff

Kunststoff ist als Rohstoff unschlagbar, ein sorgsamer Umgang damit aber ein Muss, sagt Wiens Branchensprecher Peter Artmann. Der Berufszweig befürwortet ein vernünftiges Pfandsystem für Verpackungsmaterialien, wie es in den meisten EU-Ländern üblich sei. mehr

Walter Ruck

Die Politik muss weiter zur Wirtschaft stehen

Kommentar von Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien mehr