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Blackout: „Besser auf den Notfall vorbereiten”

Österreich zählt bei der Energieversorgung zu den sichersten Ländern Europas, dennoch kann immer etwas passieren. Unternehmen sollten daher einen Notfallplan für Blackouts haben. Die WK Wien hat wichtige Informationen zum Thema Blackout und Tipps für Unternehmen in einer Broschüre zusammengefasst.

Industrie-Spartenobmann Stefan Ehrlich-Adám und Peter Weinelt, Generaldirektor stv. der Wiener Stadtwerke.
© Foto Weinwurm - www.fotoweinwurm.at Stefan Ehrlich-Adám, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Wien (l.), und Peter Weinelt, Generaldirektor-Stv. der Wiener Stadtwerke raten Unternehmen, sich für den Ernstfall eines Blackouts vorzubereiten.

Österreich zählt bei der Energieversorgung - gemeinsam mit den Niederlanden und Deutschland - zu den sichersten Ländern Europas. Dass trotzdem immer wieder etwas passieren kann, zeigt der Stromausfall im Berliner Stadtteil Köpenick vor einigen Wochen. Bei Bauarbeiten waren dort mehrere Leitungen beschädigt worden, 34.000 Wohnungen und rund 2000 Gewerbebetriebe hatten mehr als 30 Stunden keinen Strom. Ein Krankenhaus musste Patienten verlegen, Supermärkte mussten Tonnen von Lebensmitteln entsorgen, Straßenbahnen und S-Bahnen fielen aus, es gab kein Internet und teilweise kein Netz für Mobiltelefone. Sogar ein regional begrenzter Stromausfall richtet also großen Schaden an - ein Strom-Blackout, ein überregionaler und länger andauernder Zusammenbruch der Stromversorgung - ist noch um einiges schlimmer. Und die Risiken für so ein Blackout haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, sagt Stefan Ehrlich-Adám, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Wien.

„Die Blackout-Gefahr ist wegen Umwelteinflüssen und dem rasanten Ausbau des europäischen Energiesystems in den letzten Jahren gestiegen”
Stefan Ehrlich-Adám

So führen z.B. erneuerbare Energien aus Photovoltaikanlagen oder Windrädern zu noch nie dagewesener Schwankungsbreite in der Einspeisung.  Aber auch technische Ursachen, Naturkatastrophen, Cyberattacken oder Terrorangriffe könnten zu einem Blackout führen.

Für den Ernstfall rüsten

Wiener Betrieben ist diese Gefahr bewusst. Bei einer Blitzumfrage der WK Wien hielten nur zehn Prozent der Befragten ein Blackout für „nicht wahrscheinlich”. Rund 77 Prozent der befragten Betriebe waren sogar schon einmal von einem Stromausfall betroffen. Dennoch gaben zwei Drittel der Unternehmen an, dass sie nicht für einen möglichen Strom-Blackout vorgesorgt haben. „Wir nehmen das als Anlass, um unsere Unternehmen aktiv in diesem Bereich zu informieren und zu servicieren”, sagt Ehrlich-Adám. Die WK Wien hat daher ein kurzes Video erstellt, das für die potenzielle Gefahr  sensibilisieren soll, und eine Broschüre mit Informationen und Checklisten erstellt, wie sich Betriebe für den Ernstfall rüsten können. Denn mit vorbereiteten Maßnahmen können manche Schäden minimiert oder abgewendet werden. 

Die wirtschaftlichen Folgen eines Blackouts wären dennoch fatal: Würde an einem Wochentag um 9 Uhr der Strom im gesamten Bundesgebiet für 24 Stunden ausfallen, würde der volkswirtschaftliche Schaden für Österreich nach Berechnungen des Energie-Instituts der Linzer Johannes Kepler Universität bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen. Wien wäre überproportional betroffen: Der Schaden allein für die erste Stunde Ausfall würde mit 62,5 Millionen Euro zu Buche schlagen, der gesamte Tag mit rund 250 Millionen Euro - noch ohne Berücksichtung von Schäden an Produktionsanlagen. In den Unternehmen selbst würden Arbeitsgeräte nicht mehr funktionieren, das Telefonnetz wäre lahmgelegt, Wasserversorgung, Heizungen und Kühlanlagen würden ausfallen, Zugangs- und Sicherheitssysteme versagen - kurz, der Betrieb zum Erliegen kommen.

Für Netzsicherheit sind weitere Investitionen nötig

Die Größe der potenziellen Schäden unterstreiche die Wichtigkeit einer sicheren und zuverlässigen Energieversorgung und damit verbundener Struktursicherheit des Netzes, betont Ehrlich-Adám.„Hohe Versorgungssicherheit ist ein Gradmesser für die Lebensqualität in einer Region und enorm wichtig für einen attraktiven Wirtschaftsstandort”, bestätigt auch der für den Energiebereich zuständige Generaldirektor-Stv. der Wiener Stadtwerke, Peter Weinelt.  „Wien hat eines der besten und sichersten Kombinetze der Welt. Damit das so bleibt, investieren wir bis 2025 mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau, den Erhalt und die Erneuerung unserer Netze.” Es werde also viel getan, um ein Blackout zu verhindern. „Wir machen unser Netz fit für die Zukunft. Das Ziel ist ein intelligentes Netz - also ein SmartGrid.”Doch man müsse davon ausgehen, dass die Schwankungsbreite der Einspeisung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen in Zukunft noch größer werde. Denn auch Österreich wolle die Klimaziele 2030 durch einen massiven Ausbau erneuerbarer Energie erreichen. Das Energie-Beratungs- und Analyseunternehmen Energy Brainpool hat dafür  Szenarien berechnet. Unter  der Annahme  einer Photovoltaik-Leistung von zwölf Gigawatt (GW) und neun GW Windkraft im Jahr 2030 in Österreich könnte die Schwankungsbreite der Einspeisung in das Stromnetz z.B. an einem Februartag zwischen 1,3 und 3,7 GW, also bei 2,4 GW liegen. Zum Vergleich: Dies ist in etwa die Leistung aller österreichischen Wasserkraftwerke der Donau, die dann durch steuerbare Anlagen, Importe und andere Flexibilitätsoptionen kompensiert werden müssten.

„Um Spitzen jetzt und in der Zukunft ausgleichen zu können, brauchen wir mehr Speicher und mehr Kraftwerke, denn viele der bestehenden thermischen Kraftwerke, die in solchen Situationen ausgleichen, sind am Ende ihrer Lebensdauer angekommen”
Peter Weinelt

„Investitionen sind nötig, um von dieser Seite in das Thema Blackout  gar nicht hineinzukommen”, betont er. Dass der Bau der 380-Kilovolt (kV)-Leitung durch Salzburg nun genehmigt worden sei, seien ebenfalls gute Nachrichten für die Netzsicherheit, so Weinelt.  Denn mit dem Bau der 113 Kilometer langen Salzburg-Leitung werde die letzte Lücke im 380-kV-Ring Österreichs geschlossen.

Besser Vorsorgen als Nachsehen

Auch Weinelt rät Unternehmen, trotz großer Netzsicherheit in Österreich für den Ernstfall eines Blackouts vorzusorgen. „So wie man Versicherungen abschließt und hofft, dass man sie nie braucht, sollte man sich auch auf ein Blackout vorbereiten. Wir unterstützen gerne dabei”, sagt Weinelt. „Es geht uns um Sensibilisierung, nicht Panikmache”, sagt Ehrlich-Adám. „Aber Vorsorgen ist in jedem Fall besser als Nachsehen.”


Infos und Checklisten für Betriebe

Die Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Wien will Wiener Betriebe für die Gefahren bei Blackouts sensibilisieren und dazu anregen, für den Ernstfall vorzusorgen 

Welche Präventionsmaßnahmen und Checklisten Betrieben helfen können, im Ernstfall Schäden zu minimieren oder zu vermeiden, zeigt die Broschüre Sicher bei Blackout – Hintergründe, Informationen und Tipps für Unternehmer
Sie kann auch gratis angefordert werden unter: industrie@wkw.at

Sie erklärt auch, aus welchen Ursachen es zu Blackouts kommen kann, wie Netzbetreiber darauf reagieren, wie lange es bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung dauern kann und welche Fragen sich Unternehmen vor dem Ernstfall stellen sollten - wie z.B. (Auszug):

  • Gibt es Notfallpläne in Papierform?
  • Ist ein Krisenstab vorgesehen?
  • Muss ein Notbetrieb aufrecht erhalten werden?
  • Wie kann die Kommunikation aufrecht gehalten werden?
  • Sind betriebsinterne Menschenrettungen nötig?
  • Wie werden Sicherheitseinrichtungen im Notfall betrieben?
  • Welche Infrastrukturschäden könnten auftreten?

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