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Belastung durch Dauerbeschallung bleibt oft unerkannt

Rechtzeitig zum „Tag gegen den Lärm“ am 25. April raten  Hörakustiker: Gehörschutz ist nicht nur am Arbeitsplatz wichtiges Thema, gerade Lärmquellen im Alltag werden oft nicht erkannt. Folgen sind Schwerhörigkeit und psychische Belastung.

Musikkopfhörer
© c.pexels.com
„Gehörschutz wird oft als reines Arbeitsplatzthema betrachtet. Dabei sind die Menschen im Alltag wesentlich häufiger von potenziell gesundheitsgefährdendem Lärm umgeben, als ihnen bewusst ist“
Josef Riegler, Bundesinnungsmeister der Hörakustiker

Ab 80 Dezibel muss der Arbeitgeber einen Gehörschutz bereitstellen, welcher ab 85 Dezibel getragen werden muss. „Das sind aber Werte, die man auch bei verschiedenen Hobbies, beim Heimwerken, beim Motorradfahren mit offener Helmkonstruktion, aber auch in gut frequentierten Lokalen mit Musikbeschallung erreichen kann“, warnt Riegler. 

Lärmschwerhörigkeit ist häufigste Berufserkrankung

Dass man seinem Ohr beispielsweise beim letzten Konzert oder beim Handwerken mit der Kreissäge zu viel zugemutet hat, merkt man oft gleich danach: Es rauscht oder pfeift in den Ohren (Tinnitus) und das Hörvermögen ist herabgesetzt. Bei diesem Phänomen spricht man von der sogenannten vorübergehenden Hörschwellenverschiebung. „Dauerhafter oder häufiger Berufs- und Freizeitlärm summieren sich leider zum Schaden der Gesundheit“, sagt Riegler. Lärmschwerhörigkeit gilt als häufigste Berufskrankheit: 2017 wurden laut AUVA 1.195 Berufskrankheiten Erwerbstätiger anerkannt, 642 davon betrafen die Lärmschwerhörigkeit. Die Anzahl der Fälle ist dabei in zwei Jahren um fast 78 Fälle gestiegen – oft hängen diese auch mit dem Hörverhalten außerhalb des Jobs zusammen. 

16 Stunden Pause für die Ohren

„Gerade, wenn Sie einen Beruf haben, bei dem Ihr Gehör belastet wird, dürften Sie eigentlich nach der Arbeit 16 Stunden lang keine laute Musik mehr hören und keinen lauten Beschäftigungen nachgehen. Das wird aber oft übersehen“, sagt Riegler. Diese Pause ist notwendig, damit sich die feinen Haarzellen im Innenohr wieder regenerieren. In der Regel verschwinden temporäre Symptome wie Tinnitus oder Gehörminderung nach einer solche Ruhephase wieder vollständig. Wer diese aber nicht einhält, riskiert langfristig eine unheilbare Lärmschwerhörigkeit. 

Weitere Folgen: Stress, Depression und Herz-Kreislauferkrankungen 

Lärmschwerhörigkeit ist nur eine der Folgen von Dauerbeschallung. Bekannt ist, dass diese das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen, Depressionen und Psychosen steigert. Bereits 60 Dezibel führen zu einer Veränderung der Herzfrequenz und des Blutdrucks. „Lärm verursacht Stress – zum Beispiel bei Menschen, die zu nahe an Autobahnen, Schienen oder dem Einzugsbereich von Flughäfen wohnen.“ Die psychische Komponente wird bei Diskussionen um den Lärm oft ignoriert, ist aber ein wesentlicher Grund, zum Gehörschutz zu greifen. Dasselbe gilt für Alltagsstörereien wie dem Schnarchen des Partners. „Es gibt eigene, besonders weiche Stöpsel zum Schlafschutz – man sollte nicht zögern, sie einzusetzen.“

Tipps für den optimalen Gehörschutz

  • Warnsignale beachten: Tinnitus oder Hörschwächen nach lauten Vorfällen sind unbedingt ernst zu nehmen. Wer sich nicht sicher ist, wie schädlich die eigene Geräuschkulisse auf Dauer ist, sollte sich einen Schallpegelmesser kaufen und die vorhandene Belastung messen. „Das bietet einen ersten Indikator“, erklärt Riegler.

  • Fragen Sie den Hörakustiker nach einem geeigneten Gehörschutz. Für die einmalige oder kurzfristige Verwendung gibt es günstige Ohrstöpsel aus Schaumstoff oder weichem Kunststoff. „Für die wiederholte Lärmbelastung, zum Beispiel für DJs, häufige Clubbing-Besucher und auch beim Handwerken, empfehlen wir einen individuell angepassten Gehörschutz. Dieser sitzt optimal im Ohr und hat wählbare Filter, welche an die Lärmsituation und das Hörempfinden angepasst werden können. Damit ist ein optimaler Tragekomfort und Gehörschutz auch über Stunden gewährleistet“, sagt Riegler.

  • Guter Sitz ist wesentlich. Egal, um welchen Gehörschutz es sich handelt, er muss gut in den Ohren sitzen, darf nicht rutschen und man sollten bereits beim Einsetzen bemerken, dass er die Lautstärke dämpft.

  • Nicht zwischendurch entfernen! Nur, wenn der Gehörschutz für die gesamte Dauer der Lärmbelastung getragen wird, schützt er zuverlässig. „Leider entfernen Menschen oft den Schutz, weil sie zum Beispiel hören wollen, was ein Freund neben ihnen gerade sagt. Das ist aber sehr gefährlich“, warnt Riegler.


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