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Breitband: Beim Ausbau an richtigen Stellschrauben drehen

Beschleunigung des Breitbandausbaus in Wien nötig. Viele einfache Maßnahmen können Geschwindigkeit deutlich erhöhen.

Breitband
© Credit asharkyu/Shutterstock

Wien ist beim Breitband-Internet relativ gut ausgebaut. Möchte man meinen. Denn ein näherer Blick zeigt, dass es auch in der Bundeshauptstadt viele Bereiche gibt, die nicht so prickelnd versorgt sind. „Für eine Millionenstadt wie Wien haben wir noch sehr viele weiße Flecken in der Breitbandversorgung, die dringend beseitigt werden müssen. Wien ist sehr heterogen. Wir haben in einigen Gebieten eine sehr gute Abdeckung, wenn man aber die Betriebsflächen ansieht, wird es haarig”, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien. So hat die WK Wien kürzlich die mobile Breitbandversorgung in den drei Vienna Busness Districts (VBD) gemessen. Sie zeigen ein wenig zufriedenstellendes Bild. Im Download schwanken die Werte sehr stark zwischen 10 und 180 Mbit/s. Im Upload werden nicht einmal 8 Mbit/s erreicht. Immerhin sind in den drei VBD Süd, Ost und Nord über 5200 Unternehmen angesiedelt. Auch eine umfassende Befragung der WK Wien von Unternehmen aller Größen, Branchen und Bezirke mit 1000 teilnehmenden Betrieben aus Wien bestätigt die mangelhafte Versorgung.

„Digitalisierung forcieren wird schwer, wenn wir die Datenvolumina nicht bewegen können.”
Walter Ruck, WK Wien-Präsident

84 Prozent der befragten Wiener Betriebe ist derBreitbandausbau wichtig

Fast 40 Prozent der Unternehmen sind mit der Breitbandversorgung in Wien nicht zufrieden „Es ist wichtig,Bereiche, die für den WirtschaftsstandortWien relevant sind, schnell aufzurüsten und auf ein annehmbares Niveau zu bringen, denn das hemmt die Betriebe jeden Tag und kostet Geld”, sagt Ruck. Berechnungen der WK Wien zeigen, dass wegen des unzureichenden Breitbandausbaus in ganz Wien jedes Jahr rund 23,3 Millionen Euro an volkwirtschaftlichen Effekten fehlen. Ruck: „Diese 23 Millionen Euro hätte ich gerne auf den Konten der Unternehmen und nicht in die Luft geblasen.” Weitere 15,4 Millionen Euro fehlen dem Wiener Regionalprodukt, weil Homeoffice wegen der mangelhaften Breitbandversorgung nicht optimal genutzt werden kann.

Breitband
© wkw

Einfache Maßnahmen mit großer Wirkung

Dabei kann aus Sicht des WK Wien-Präsidenten der Breitbandausbau auch in Wien relativ einfach forciert werden: „Es gibt eine Vielzahl von kleinen Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um den Breitbandausbau zu beschleunigen.” Eine davon wären alternative Verlegemethoden von Glasfaserkabeln wie das sogenannte Trenching. Dabei wird nicht umfassend aufgegraben, sondern es werden nur schmale Schnitte entlang der Bordsteinkanten gefräst, in die die Kabel verlegt werden. „Trenching wird breit angewandt, nur in Wien nicht. Dabei wäre diese Methodik deutlich günstiger und schneller als die Standardverfahren”, sagt Ruck. Auch bei anderen Kostenfaktoren ist einiges möglich. Ruck dazu: „Dass der Ausbau von Sendeanlagen als kommunale Einnahmequelle dient, ist volkswirtschaftlich zu hinterfragen. Das muss relativiert werden, weil es Ausbau-hemmend ist.” Weitere einfache Maßnahmen sind die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Glasfaserinfrastruktur, eine deutliche Verbesserung der Gebäudeinfrastruktur, beschleunigte Genehmigungsverfahren und angepasste Stromanschlusskosten. Der Kapazitätsbedarf bei einem Glasfaserknoten oder einer kleinen Sendeanlage liegt bei deutlich unter einem Kilowatt (KW). Die Wiener Netze verrechnen aber standardmäßig einen 4KW-Anschluss, weil das die typische Haushaltsanschlussgröße ist. Die Stadt Wien verfügt auch über ihre unterschiedlichen Organisationen über ein beachtliches Glasfasernetz. Die Mitbenutzung vorhandener Infrastruktur würde unnötige Grabungsarbeit oder das Einblasen in vorhandene Leerrohre obsolet machen. In Sachen Verfahrensbeschleunigung schlägt die WK Wien vor, dass im Sinne einer unternehmerfreundlichen Verwaltung Standardbauweisen keine spezifischen Genehmigungen mehr brauchen, sondern bewilligungsfrei bleiben, solange die vorgegebenen Regelungen für den Bau eingehalten werden.

Beim Bauen und Sanieren mitplanen

Gleichzeitig können auch Synergieeffekte gehoben werden. Bei stadteigenen Bauvorhaben sollte die Glasfaserleitung mitgeplant werden. Aktuell besteht die Situation, dass es große Sanierungen von Plätzen oder Straßen gibt, ohne dass zeitgleich Glasfaserleitungen verlegt werden. Das Mitdenken dieser Infrastruktur bei allen Bauvorhaben der Stadt benötigt eine größere Transparenz seitens der Stadt und die frühzeitige Einbindung der Branche.

Datenvolumina steigen an

„Das Datenvolumen wird weiter steigen und es ist hoch an der Zeit, dass wir uns des Themas annehmen und die Potenziale, die da sind, rasch nutzen”, sagt Ruck: „Wir werden es schwer haben, die Digitalisierung weiter zu treiben, wenn wir die Datenvolumina nicht bewegen können.” Aus Sicht der Wirtschaft sei es extrem wichtig, die Grundanforderung nach Breitbandinternet zu erfüllen. Ruck: „Den Unternehmen nur zu sagen, ihr müsst für das digitale Zeitalter fit werden, ist zu wenig. Da müssen auch die Rahmenbedingungen passen.”

Breitband
© wwk/Breitbandbüro im BM für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus; Stadt Wien - MA 18; WIGeoStreetAT


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