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Barrierefreiheit beginnt im Kopf

In der Josefstadt soll eine Projektgruppe entstehen, die sich dem Thema Barrierefreiheit ganzheitlich widmet. Angefangen vom Zugang zu den Geschäften bis zum persönlichen Umgang mit behinderten Personen, möchte WK Wien-Bezirksobmann Wolfgang Primisser mit Unternehmerkollegen einen Katalog mit Lösungen erarbeiten. Der Bezirk und die Mobiliätsagentur unterstützen ihn dabei.

v.l.: Wolfgang Primisser, WK Wien Bezirksobmann, Maria Grundner von der Mobilitätsagentur Wien, Eszter Szabolcs vom Kindermodengeschäft Pagabei und Bezirksvorsteherin Veonika Mickel
© wkw/Bock v.l.: Wolfgang Primisser, WK Wien Bezirksobmann, Maria Grundner von der Mobilitätsagentur Wien, Eszter Szabolcs vom Kindermodengeschäft Pagabei und Bezirksvorsteherin Veonika Mickel
„Es geht mir um die Botschaft nach außen, dass wir mit Engagement für Menschen mit Behinderung da sind, also um mehr als den barrierefreien Zugang zu den Geschäftslokalen”
Wolfgang Primisser, Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Wien für die Josefstadt und Obmann des Einkaufsstraßenvereins Lerchenfelderstraße.

Seit 2006 gilt das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in ganz Österreich. Es besagt, dass Waren, Dienstleistungen und Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, barrierefrei sein müssen. Das gilt für Bauwerke mit Geschäftsräumen und Gastronomiebetrieben ebenso wie für Verkehrsanlagen und auch für Webseiten und andere Informationstechnologie. Je nachdem in welchem Bereich Anpassungen nötig sind, können diese sehr teuer werden. Die Beseitigung von Hindernissen und das sensible Zugehen auf Menschen mit Behinderung eröffnet jedoch neue Perspektiven und für Unternehmer zusätzlich neue Kundengruppen.

Das Engagement ist wichtig

Für die Geschäftslokale auf der Josefstädter Straße ist die bauliche Umgestaltung zur Barrierefreiheit eine Herausforderung. Die Josefstädter Straße ist abschüssig, viele Häuser sind alt und unterliegen dem Denkmalschutz. Eszter Szabolcs führt dort seit zehn Jahren das Kindermodengeschäft Pagabei. Sie verkauft unter anderem selbst gestaltete Ware, ist handwerklich sehr geschickt und hat sich intensiv mit Barrierefreiheit auseinandergesetzt. „Ich bemühe mich, alle Auflagen zu erfüllen, habe mich beraten zu lassen und eine mobile Rampe besorgt. Wenn sie jemand braucht, um zu mir ins Geschäft zu gelangen, dann ist sie im Handumdrehen installiert und ich helfe wo ich kann. ”, sagt Szabolcs. Das Haus in dem sich ihr Geschäft befindet, wurde in den 1960-er Jahren erbaut. Nachträglich barrierefrei umzubauen ist sehr heikel und teuer. Außerdem sei sie nur Mieterin und der Eigentümer nicht bereit, den Eingang umzubauen.

Apothekerin Kristina Taubald (M.) hat für ihre Apotheke einen eigenen zweiten, ebenerdigen Eingang bauen lassen.
© wkw/Bock Apothekerin Kristina Taubald (M.) hat für ihre Apotheke einen eigenen zweiten, ebenerdigen Eingang bauen lassen.

Projektgruppe aufstellen

Eine Projektgruppe soll, ausgehend von der Situation in der Josefstadt, ausloten, welche Möglichkeiten es gibt, einerseits dem Gleichstellungsgesetz Genüge zu tun, andererseits das Einkaufen und den Besuch bei Unternehmern für Menschen mit Behinderung so leicht und angenehm wie möglich zu machen. Maria Grundner von der Mobilitätsagentur Wien wird das Projekt unterstützen. Sie weiß: „Jeder Umbau ist individuell und man muss die Barrierefreiheit mitdenken, denn die Baubehörde weist nicht extra darauf hin.” Darüber hinaus gehe es auch darum, den Umgang mit Personen, die gehörlos oder blind sind zu verbessern. „Da gibt es große Unterschiede, wie sie behandelt werden. Einige Studien haben bewiesen, dass die Umsätze durch diese Zielgruppe steigen, wenn man sie richtig anspricht. Wichtig ist das Engagement”, so Grundner. Das bestätigt auch Kristina Taubald von der „Alte Löwen”-Apotheke, die einen eigenen ebenerdigen Eingang nachträglich eingebaut hat: „Die Leute kommen viel lieber herein.” Sie gilt als ein Best Practice-Beispiel für die Umsetzung von umfassender Barrierefreiheit und schlägt vor, als erstes einen Rundgang im Bezirk vor, bei dem die Projektgruppe die Ist-Situation erheben kann. Veronika Mickel, die Bezirksvorsteherin der Josefstadt, will das Projekt ebenfalls unterstützen und hofft, dass sich viele Unternehmer daran beteiligen: „ Ein Wissenstransfer für die Betriebe ist eine tolle Idee. Das Projekt bereitet einen guten Boden für ein generelles Mindset in dieser Richtung. Denn Barrierefreiheit soll von Anfang an mitgedacht werden. Barrierefreiheit beginnt im Kopf.”

Betriebe finden Lösungen

In der Josefstadt soll eine Projektgruppe aus Unternehmern entstehen, die gemeinsam Lösungen zum behindertengerechten Einkaufen erarbeitet. Wann fühlt man sich wohl an einem Ort oder in einer Situation? Wenn es möglich ist, mühelos das zu tun, was man vor hat? Diese und andere Fragen will die Projektgruppe nachgehen und so Barrierefreiheit in der Josefstadt als Qualitätsmerkmal verankern.



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