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Bald sind alle wieder im G’schäft

Der Handel machte den Anfang, am 15. Mai folgt die Öffnung der Gastronomie. Wie es bis jetzt gelaufen ist und welche Erwartungen einzelne Betriebe haben

Wien Liebe Kampagne
© Mindworker

Der Einzelhandel ist nach den ersten Tagen mit dem Umsatz zum Teil zufrieden. Einige Branchen wie der Elektro- oder Einrichtungshandel sind hoch erfreut. Reinhold Gütebier, CEO bei kika/Leiner:

„Die Wiedereröffnung seit 2. Mai bis gegenwärtig übertrifft alle Erwartungen um ein Vielfaches.”
Reinhold Gütebier, CEO bei kika/Leiner:

Andere wie der Modehandel sind eher zurückhaltend und berichten nur von „positiv gestimmten Kunden”, die sich an Sicherheitsmaßnahmen halten. Bei den Einkaufszentren ist der Mix an Geschäften für die Frequenz ausschlaggebend. Florian Richter, Center Manager von „Wien Mitte The Mall”, zieht vorerst eine positive Bilanz: 

„Wir haben einen sehr breiten Branchenmix. Am ersten Tag hatten wir in Summe 20.000 bis 25.000 Besucher. Die Höchstgrenze, die es auf Grund der behördlichen Auflagen gibt, wurde dabei aber nie erreicht. 95 Prozent der Besucher waren Kunden, die gezielt Einkäufe getätigt haben.”
Florian Richter, Center Manager von „Wien Mitte The Mall”

Ab morgen werden weitere Schritte zur Lockerung der Covid-19-Maßnahmen gesetzt - vor allem die Öffnung der Gastronomie wird vom Großteil der Wiener Bevölkerung herbeigesehnt, wie auch eine Umfrage der Wirtschaftskammer zeigt. Was alle Betriebe eint, ist die Hoffnung, dass es bald wieder aufwärts geht und der Umsatz weiter steigt. Dass die Menschen regional Einkaufen ist so wichtig wie noch nie, die Bereitschaft dafür ist auch groß. Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer (WK) Wien, setzt sich ebenso wie der Bundeskanzler und viele andere dafür ein, dass die Regionalität gestärkt wird: 

„Seien wir uns bewusst, dass wir jetzt weiter zusammenhalten müssen, um wieder durchzustarten. Deshalb bitte ich Sie: Unterstützen auch Sie die lokalen Wiener Geschäftsleute, egal welcher Branche. Mit Ihrem Besuch, mit Ihrem Auftrag. Denn: Das bringt Ihnen was, das bringt Wien was, das bringt uns allen was.”
Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Kampagne „Wer Wien liebt, kauft in Wien ein!” geht weiter

Mit der Fortsetzung der Kampagne „Wer Wien liebt, kauft in Wien ein!” und unter dem Hashtag #wiederimgschäft lädt die WK Wien alle ein, ihre lokalen Nahversorger - Händler, Erzeuger und Dienstleister - mit ihrem Einkauf zu unterstützen und damit Arbeitsplätze zu sichern.


Fahrschule Liesing, Karl Schlosser
© Bock/WKW Fahrschule Liesing, Karl Schlosser

„Doppelter Personaleinsatz, weil wir die Kunden aufteilen müssen"

Nach sieben Wochen Betriebssperre konnte die Fahrschule Liesing am 4. Mai wieder ihren Betrieb aufnehmen.

„Die ersten zwei Tage hat das Telefon durchgehend geläutet. Die Kundennachfrage war enorm.”
Karl Schlosser, Inhaber

Mitte der Woche dann der erste Theoriekurs unter Corona-Auflagen. Abstand halten und Mund-Nasen-Schutz tragen heißt auch in der Fahrschule die Devise. „Die Kunden müssen den Schutz auch im Lehrsaal anbehalten, anders als in den Schulen. Im Auto sowieso”, sagt Schlosser. Was das betreffe, seien die angehenden Lenker aber eher gelassen. „An das Tragen von Masken ist man mittlerweile schon gewöhnt”, meint der Unternehmer. Das Thema Abstand halten sei schon eher eine Hürde im Betrieb, denn das bedeute halbe Belegung in den Lehrsälen. „Damit brauche ich doppelten Pesonaleinsatz, um genauso viele Leute zu schulen wie vorher.” Corona wird seinen Betrieb viel Umsatz kosten, ist er sicher. Auch organisatorisch gebe es einen „gewaltigen Berg an Mehrarbeit.” Die Fristen für die Mehrphasenausbildung wurden wegen Corona zwar verlängert, was das für den einzelnen Kunden aber bedeutet, sei nun mit jedem separat zu klären. Dabei gebe es „hunderte Fragen, die noch nicht beantwortet sind”, sagt Schlosser. Auch die gesamte Kursplanung müsse neu gemacht werden. „Es ist wie ein neues Geschäft zu eröffnen.” Dennoch sagt der Unternehmer: 

„Wieder offen zu haben, ist allemal besser als der Stillstand der letzten Wochen.”
Karl Schlosser, Inhaber

Denn die Lenkerausbildung muss im Präsenzunterricht erfolgen, so will es das Gesetz. „E-Learning würde für die Ausbildung nicht angerechnet."


Isabella und Bruder Michael Funk, Kaffeehausinhaber
© Thomas Meyer Isabella und Bruder Michael Funk, Kaffeehausinhaber

„Wir können es kaum erwarten, wieder richtig durchzustarten"

„Wir sind unglaublich erleichtert, dass wir am 15. Mai wieder aufsperren dürfen”
Isabella Funk, Inhaberin des Café Chattanooga und vom „Wiener Stadtbräu” am Graben

Funk führt das Café im Normalbetrieb mit 70 Sitzplätzen im klimatisierten Lokal und knapp 200 Sitzplätzen im Schanigarten gemeinsam mit ihrem Bruder Michael Funk. Der Lockdown war hart, denn „auch die Touristen blieben von einem auf den anderen Tag aus”. Dazu gab es andere Probleme. „Trotz geschlossener Betriebsstätte haben sich Passanten in unserem Schanigarten auf abgesperrte Möbel gesetzt. Den hinterlassenen Dreck mussten wir ständig reinigen.” Groß sei jetzt natürlich die Erleichterung, wieder öffnen zu können. „Wir haben uns extrem gut vorbereitet”, erklärt Michael Funk. „Vorbereitend auf die Wiedereröffnung haben wir unsere Hygienespender aufgestockt und Schulungen über die Firma Hagleitner gebucht, die noch vor Eröffnung stattfinden werden”, erklärt der Unternehmer. „Unsere Mitarbeiter werden sowohl im Service als auch in der Küche mit Face Shields ausgerüstet und auch nebst der Schulung von uns informiert, wie sie sich laut Verordnung in der Arbeit verhalten sollen”, fügt Isabella Funk hinzu. Natürlich wurden auch die Tische bereits in Sicherheitsabständen positioniert und die Sitzplätze um die Hälfte reduziert. Darüber hinaus haben die Funks die Menükarte den Einheimischen angepasst, da die Touristen momentan ausbleiben. „Wir können es kaum erwarten, wieder richtig durchzustarten”, erklären die Geschwister.


Petra Führich, Gastronomin
© Credit: Curt Themessl Petra Führich, Gastronomin

„Wir sind gut vorbereitet und freuen uns auf unsere Kunden"

Petra Führich führt ihr Restaurant „Führich” im Herzen von Wien zwischen der Wiener Staatsoper und dem Stephansplatz. Der Fokus liegt auf österreichischer Küche, die die Gastronomin mitterweile aufgrund zahlreicher Nachfragen auch glutenfrei anbietet.

„Der Lockdown war für uns, so wie für die gesamte Gastronomie, ein herber Schlag. Denn wir werden nicht nur von Einheimischen gerne besucht, sondern auch von Touristen. Das letzte Segment fällt nun, auch nach der Wiederöffnung, vollkommen weg”
Restaurant „Führich”, Restaurant Führich

Der Abholdienst war kein Thema für Führich und ihr Team. „Das wird in der Inneren Stadt so gut wie nicht genutzt”, erklärt sie. Auf die Wiedereröffnung am 15. Mai hat sich die Vollblut-Gastronomin - „ich stehe voll und ganz hinter meinem Betrieb und hinter meinen Mitarbeitern, die sind so etwas wie eine Familie für mich” - gut vorbereitet. „Ich habe stilvolle Glaswände zum Schutz meiner Gäste und der Mitarbeiter organisiert. Die lassen sich verschieben und auch in unserem Gastgarten positionieren.” Optisch sei dies sogar ansprechender, als Führich zunächst gedacht hatte. „Ich war geradezu überrascht, dass diese ,Lösung in der Not’ so gut aussieht.”
Große Freude macht der Gastronomin, dass sie schon viele Vor-Reservierungen bekommen hat. „Die Telefone standen gar nicht mehr still. Es ist eine wunderbare Bestätigung meiner Arbeit, dass meine Gäste mir so die Treue halten”, freut sich Führich. Alle Sicherheitsmaßnahmen hat sie an die Mitarbeiter ausführlich kommuniziert. „Wir freuen uns, endlich wieder unsere Gäste begrüßen zu dürfen. Die Zeit zurück drehen können wir nicht, und Corona wird uns vermutlich noch lange begleiten, aber wir blicken optimistisch in die Zukunft.”


Susanne Erlach, Masseurin
© Florian Wieser Susanne Erlach, Masseurin

„Umfassende Sicherheitsmaßnahmen, um Kunden und mich zu schützen"

Mund-Nasen-Schutz und zertifiziertes medizinisches Gesichtsvisier, Einweg-Schürzen und laufende Desinfektion zählen für Masseurin Susanne Erlach seit Wochen zum Alltag. Während des Corona-Lockdown hat sie in ihrer Praxis in der Wiener Innenstadt einen gesundheitlichen Notdienst für verordnete Heilmassagen angeboten. Arbeiten unter Corona-Auflagen ist ihr also vertraut. „Eine halbe Stunde”, so sagt sie, „hatte ich im Notdienst nach jedem Kunden für Desinfektion eingeplant.” Mittlerweile habe sie Routine und die Zeit daher verkürzen können. Der Arbeitsalltag ist dennoch verändert: Noch im Stiegenhaus warten Handdesinfektions- und Mund-Nasen-Schutz-Spender auf die Kunden. Der Mund-Nasen-Schutz darf erst auf dem Behandlungstisch abgenommen werden, bei Massagen, bei denen der Kunde auf dem Rücken liegt, bleibt er oben. Massiert wird ohne Handschuhe nach vorheriger sorgfältiger Hand-Desinfektion. Auch Behandlungstisch, Sanitärräume und Böden werden laufend desinfiziert.

„Ich will meine Kunden, mich selbst und meinen Ruf schützen”
Susanne Erlach

Würde ihre Praxis mit einem Covid-19-Fall in Verbindung gebracht, wäre das das Schlimmste, was passieren könnte. Die Reaktion der Kunden auf die strengen Sicherheitsmaßnahmenn gebe ihr recht: „Sie fühlen sich hier sicher.” In der Notbetriebs-Zeit sind nur wenige gekommen, jetzt werden es wieder mehr. „Ich hoffe, dass die Umsätze im Mai meine Fixkosten abdecken und es danach laufend besser wird”, sagt die Unternehmerin. Richtig normalisieren werde sich die Situation erst im Herbst, meint sie. „Mein Sicherheitsprogramm halte ich für mindestens weitere zwei Wochen aufrecht. Und das Gesichtsvisier wird noch länger mein Begleiter bleiben.”

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