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Aufwind für Wiens Tourismus

Langsam erwacht der Städtetourismus wieder zu neuem Leben. Auf welche Tourismus-Trends sich Wien und seine Tourismusbetriebe jetzt einstellen sollten.

Tourismus
© Dmitry Kalinovxky/Shutterstoc

Handys werden wieder fleißig für Schnappschüsse vor berühmten Sehenswürdigkeiten gezückt, schwere Koffer in Taxis gehievt. In den Schanigärten herrscht ein G’riss um die besten Plätze und auch am Stephansplatz beginnt es wieder ordentlich zu wurlen. Kurz: Der Wiener Städtetourismus zieht wieder an und erwacht aus dem künstlichen Tiefschlaf, in den er durch coronabedingte Lockdowns und Reisebeschränkungen versetzt wurde. „Bereits im Juni ist es bei uns wieder langsam losgegangen, im August war die Buchungslage ähnlich wie im Vor-Corona-Jahr 2019”, freut sich Stefan Bogensperger, Hoteldirektor des Wiener Traditionsbetriebs „Das Tigra” über die Auslastung. „Es läuft also schon wieder wesentlich besser als gedacht”. Einzig preislich bewege man sich ca. auf einem Niveau von 2017/2018, so der Hotelchef, der sich für die nächsten Monate optimistisch zeigt: „Ich glaube nicht, dass wir die nächsten zwei Jahre auf ein 2019er Niveau kommen werden, bin aber sehr positiv eingestellt. Für Oktober sind wir schon gut ausgelastet, auch im Dezember ist die Buchungslage vielversprechend”, zieht Bogensperger vorerst Bilanz.

„Reise-Regeln müssen vorhersehbar sein.”
Markus Grießler, Obmann der Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft

Sehnsucht nach Kultur locktTouristen nach Wien

Auch die Zahlen belegen einen Aufwärtstrend für Wiens Tourismus: Im heurigen August zählte die Bundeshauptstadt knapp 900.000 Nächtigungen, ein Plus von 66 Prozent zum Vergleichsmonat 2020 und immerhin die Hälfte des Nächtigungsniveaus von August 2019 (siehe Kasten Seite 8). Grund für den starken Aufwind, den der heimische Tourismus zurzeit erlebt, sieht Bogensperger in der Reisesehnsucht der Gäste: „Die Menschen möchten wieder Reisen, sie möchten wieder Kultur erleben und raus aus den eigenen vier Wänden”, schildert Bogensperger, der aktuell verstärkt Gäste aus dem europäischen Raum sowie aus Israel in den Räumlichkeiten beherbergt, in denen bereits Wolfgang Amadeus Mozart nächtigte. Anfangen, wo man vor Corona aufgehört hat, könne man - so Bogensperger - aber trotz der positiven Stimmung nicht. „Corona hat vieles verändert. Die Ansprüche der Gäste sind seit Covid-19 andere”, erklärt der Hoteldirektor. „Der Fokus liegt aktuell sehr stark im Service- und Dienstleistungsbereich. Die Gäste wollen, dass man sich um sie kümmert, sie möchten Aufmerksamkeit, wollen sich etwas gönnen und etwas Gutes tun, das wird stark eingefordert und dem kommen wir natürlich nach.” Auch die Themen Hygiene und Sicherheit spielen momentan eine wichtige Rolle, sagt Benjamin Knapp, Manager des Anfang September neu eröffneten Hotel Dormero in der Asperner Seestadt. „Da sind die Gäste sehr sensibilisiert drauf.” Wien hat bereits im Vorjahr ein eigenes Sicherheitssiegel für Hotels kreiert (siehe Seite 9). Das „Dormero”, Teil einer deutschen Hotelkette, liegt im HoHo Wien, einem der ersten ökologisch nachhaltig gebauten Holz-Hochhäuser weltweit. „Wir haben allein aufgrund dessen ein Alleinstellungsmerkmal”, so Knapp. Der Standort Seestadt sei „schick, mit guter Infrastruktur und bestens angebunden an die City”, das Hotel selbst modern, stylisch und komfortabel – alles Voraussetzungen, die der Gast heute und künftig attraktiv findet. Dementsprechend gut ist laut Knapp im Dormero auch die Buchungslage für die kommenden Monate.

Wien bleibt beliebt

Wien bleibt auch in Zukunft ein interessantes Tourismusziel, ist Knapp sicher. „Es ist alles da, was man als Tourist sucht: Alter Charme und modernes Flair.” Und die Stadt ist auch als Hotelstandort weiter im Fokus von Investoren: Gleich mehrere Häuser wurden gerade eröffnet oder werden es demnächst. „Ich weiß von rund 20 neuen Hotelprojekten in Wien, die in den kommenden Jahren öffnen werden und nochmal ein Qualitätsupgrade für die Stadt bedeuten”, sagt Norbert Kettner, Direktor des Wiener Tourismusverbands WienTourismus.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden noch wichtiger

Klar ist: Jedes Hotel muss jetzt die Weichen für die Zukunft stellen. Denn Trends wie die digitale Transformation und Nachhaltigkeit werden den Städtetourismus verändern, sagt Florian Aubke, Leiter des Studienbereichs Tourism & Hospitality Management an der FHWien der WKW. Beim Thema Nachhaltigkeit stehe insbesondere die Mobilität im Zentrum. „Wie kann ich einen Städtebesuch mit einem nachhaltigen Lebensstil in Einklang bringen? Diese Frage wird für viele ausschlaggebend für die Reiseentscheidung sein”, ist Aubke sicher. Wien sei hier mit der Anbindung an das europäische Bahnnetz bereits gut aufgestellt. Dazu werde das Besuchererlebnis in Zukunft stärker als bisher digital gesteuert werden: von der Reiseplanung über das Erlebnis vor Ort bis zur Kommunikation nach der Reise. Destinationen werden laut Aubke auch vermehrt digitale Datenquellen nutzen, um das Besuchererlebnis besser managen zu können. Generell suchen immer mehr Reisende persönliche Erlebnisse abseits ausgetretener Touristenpfade - „selektives oder bewusstes Reisen” nennt es Aubke. Auch hinsichtlich neuer Arbeitsmodelle werde das Thema Digitalisierung eine starke Rolle im Tourismus einnehmen, ist Stefan Bogensperger überzeugt: „Das Home-Office ist auch in der Hotellerie gekommen, um zu bleiben - und zwar bei den Gästen.” Eigene Arbeitsplätze im Hotelzimmer sowie eine Home-Office-taugliche Internetverbindung seien Standards, die sich in den nächsten Jahren noch stärker durchsetzen werden, so der Hoteldirektor. „Covid-19 hat gezeigt, dass es möglich ist, von überall zu arbeiten und viele Gäste möchten das nun zum Beispiel während eines Kurzurlaubs auch tun. Wir versuchen deshalb stetig, die Bandbreite für unsere Gäste zu erhöhen und die Access-Points innerhalb des Hotels stetig weiter auszubauen”, so Bogensperger.

Destinationen als Lebensräume

Wien hat schon vor Corona die Weichen in Richtung „Visitor Economy” gestellt: Besucher sind Teil des Lebensraums Stadt, die Wünsche und Bedürfnisse von deren Bewohnern gleichrangig mit jenen der Gäste. Für die Wiener Hotels heißt das beispielsweise, sich stark als Teil der Gemeinschaft im Grätzel zu sehen. Das erhöhe die Akzeptanz in der Bevölkerung und liefere den Gästen die gewünschte Authentizität, so Aubke. Statt klassischer Destinationsvermarktung werden Reiseziele künftig als Lebensräume gestaltet und gemanagt, sagt Aubke. „Dies bedarf spezieller, zukunftsorientierter Kompetenzen, wie Veränderungsprozesse zu initiieren und zu begleiten, sowie Akteure der Visitor Economy zu vernetzen.” An der FHWien der WKW startete dazu diesen Herbst ein Masterstudium für Städtetourismus und Visitor Economy Management - eine Weichenstellung in Richtung eines nachhaltigeren Städtetourismus.

Zahlen/Dateb/Fakten
© wkw

Auch die Tagungswirtschaft zieht wieder an

Wien hat sich über viele Jahre eine starke Kongress- und Tagungswirtschaft aufgebaut. Jede 8. Nächtigung in Wien entsteht durch Kongressgäste, und diese geben mit durchschnittlich 540 Euro pro Tag doppelt so viel aus wie normale Wien-Touristen. Der Bereich generiert dementsprechend hohe Wertschöpfung und wird daher auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Wiener Tourismuswirtschaft einnehmen. Umso besser, dass die Branche nach der pandemiebedingten Vollbremsung seit Jahresmitte nun schrittweise wieder in Schwung kommt. Im September standen bereits einige internationale Medizinkongresse, wo Wien traditionell stark ist, mit bis zu 1000 Teilnehmern auf dem Kalender, weitere folgen - „wenngleich wir noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt sind”, betont WienTourismus-Chef Kettner. Generell seien bis Jahresende die meisten Kongresse und Firmenveranstaltungen als hybride Meetings geplant, und diese Event-Form werde auch weiter bleiben, ist er sicher.

Branche braucht Planbarkeit

Das Anziehen der Tagungswirtschaft beschere den Hotels wieder eine bessere Buchungslage, und auch die Gastronomie werde von den Kongresstouristen intensiv genutzt, sagt Markus Grießler, Obmann der Wiener Tourismus- und Freizeitbetriebe. „Es zeigt sich, wie sehr die einzelnen Branchen miteinander verzahnt sind und nun gemeinsam wieder durchstarten können.” Gerade für Kongresse, die einen langen Vorlauf haben, sei Planbarkeit jedoch ein essenzieller Faktor. Ein schwieriges Thema in Zeiten wie diesen, wo die Pandemie-Maßnahmen laufend angepasst werden müssen. Hier sei „jede vorhersehbare Regelung gut”, betont Grießler. Zusätzlich fordert die Tourismusbranche eine Verlängerung der derzeit geltenden Umsatzsteuersenkung auf fünf Prozent für Gastronomie und Hotellerie über das Jahresende hinaus - als Rückenwind, um den Aufschwung der Tourismuswirtschaft weiter anzufachen.

 

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