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Artmann: Es geht um den Ruf von Kunststoff

Kunststoff ist als Rohstoff unschlagbar, ein sorgsamer Umgang damit aber ein Muss, sagt Wiens Branchensprecher Peter Artmann. Der Berufszweig befürwortet ein vernünftiges Pfandsystem für Verpackungsmaterialien, wie es in den meisten EU-Ländern üblich sei.

Peter Artmann, Fachvertretungs-Vorsitzender
© Foto Weinwurm Peter Artmann, Fachvertretungs-Vorsitzender

Vor Jahrzehnten von der Betonindustrie für ihren Werkstoff geprägt, passt dieser Slogan auch auf Kunststoff, sagt Peter Artmann, Vorsitzender der Wiener Fachvertretung der Kunststoffverarbeiter. „Kunststoff ist unschlagbar. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu schauen, dass er seinen guten Ruf behält und gleichzeitig unsere Umwelt erhalten bleibt.”

Kunststoffverpackungen müssen vernünftig im Kreislauf gehalten werden, um zu verhindern, dass sie „auf dem Grund der Ozeane” landen, ist Artmanns Ansatz. Anders als beispielsweise der Handel macht sich seine Branche daher für ein breites Pfand-Sammelsystem stark, das auch Einweg-Glasflaschen und Dosen umfasst. In Österreich würden derzeit nur 30 Prozent der PET-Flaschen gesammelt und recycelt. Ein Pfandsystem könnte diesen Anteil deutlich erhöhen, ist Artmann überzeugt und verweist auf Länder wie Deutschland und vor allem Finnland, wo das Pfand-Sammelystem für Getränkeverpackungen seit Jahren erfolgreich läuft. 

„Es kommt darauf an, was man daraus macht.”
Peter Artmann

Das Recycling von PET-Flaschen sei auch weit weniger ressourcen- und energieintensiv als etwa bei Einweg-Glasgebinden. „Das Recyclingmaterial ist ein international gefragter Rohstoff. Wir gehen zu sorglos damit um”, sagt Artmann, der in dieser Frage alle Berufskollegen an seiner Seite weiß.

Breit und vielfältig - so lässt sich das Wiener Kunststoffverarbeiter-Gewerbe beschreiben. Viele Spezialisten kennzeichnen die rund 60 Betriebe zählende Branche. Viele exportieren in alle Welt. Weil Kunststoff praktisch überall zum Einsatz kommt, ist auch die Liste der Kunden denkbar breit - private zählen ebenso dazu wie Unternehmen aller Sektoren und Größe.

Wiener Betriebe reüssieren mit Spezialprodukten

Bei stagnierender Mitgliederzahl ist die Branche derzeit im Umbau. Die Produktion von Spritzgussteilen wird weniger, dafür ist mit dem 3-D-Druck ein neues Segment am Wachsen. Die preissensible Massenproduktion erfolgt längst in Osteuropa oder Asien, „konkurrenzfähig ist man nur noch mit Spezialprodukten”, sagt Artmann. Sein eigener Betrieb erzeugt Spirituosen-Portioniersysteme und Kunststoffteile im Spritzgussverfahren. Auch Schnullererzeuger MAM, Tubenhersteller Tupack und Rohrspezialist Dietzel Univolt gehören zur Branche. Generell kommen dort immer hochwertigere Rohstoffe zum Einsatz - etwa solche, die sehr hohe Temperaturen von bis zu 300 Grad Celsius aushalten. „Es gibt hier sehr viel Innovation”, sagt Artmann. Als Branchensprecher will er sich dafür einsetzen, die Konkurrenzfähigkeit der Betriebe zu sichern. Flexibel, schnell und hohe Qualität - „diese Vorteile wollen wir ausbauen.” Ein großes Problem sei aber die Standortfrage - Wien gewährt produzierenden Betrieben immer weniger Platz. „Die Abwanderung zieht Wertschöpfung aus Wien ab und erzeugt auch Verkehr”, gibt Artmann zu bedenken.

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