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Ansprechpartner, auch wenn’s brenzlig wird

Als Problemlöser und verlässliche Partner können Reisebüros durchaus gegen Online-Buchungsplattformen bestehen, sagt Branchensprecher Gregor Kadanka.

Gregor Kadanka
© Jiro Shimizu/Reisebüro Mondial

 

Reisen liegt im Trend, und nicht nur die Buchungsplattformen profitieren davon. „Ähnlich wie 2018 dürfte auch 2019 kein schlechtes Jahr für die Reisebüros werden”, sagt Gregor Kadanka, Branchenobmann in Wien und auf Österreich-Ebene. Gegenüber der Internet-Konkurrenz brauche sich die Branche nicht zu verstecken, betont er.

„Online heißt nicht billiger.”
Gregor Kadanka

Persönliche Beratung und die Vorselektion von Angeboten und Tarifen gebe es nur im stationären Reisebüro. Und: „Wir bleiben Ansprechpartner bis zum Ende der Reise, auch wenn etwas schiefgeht”, betont Kadanka die Problemlösungskompetenz seiner Branchenbetriebe. Die persönliche Unterstützung und die finanzielle Absicherung bei Pauschalreisen und verbundenen Reiseleistungen ist ein wichtiges Plus bei Buchungen im Reisebüros. Ereignissen wie die jüngsten Insolvenzen etwa des Reiseveranstalters Thomas Cook oder mehrerer Airlines machen das deutlich. Während die betroffenen Betriebe nicht mehr erreichbar sind, arbeiten die Reisebüros unermüdlich daran, Lösungen für ihre Kunden zu finden. Diese Vorteile betont die Branche auch in der Imagekampagne „Mein.Reisebüro”, die seit knapp einem Jahr auf Social Media läuft. Wo gebucht wird, sei oft abhängig vom Reiseanlass, sagt Kadanka. „Das Kundenverhalten ist hybrid geworden.” Den Flug zum Geschäftskongress bucht man online, für den Familienurlaub geht’s ins Reisebüro - durchaus gängige Praxis. Dass internationale Online-Konkurrenten oder Plattformen wie Airbnb hier keine Steuern zahlen, sieht die Branche weniger gern. Kadanka nennt das unfairen Wettbewerb und will gleiche Spielregeln für alle.

Einführung des Margensteuer-Systems wurde verschoben

Die Spielregeln - sprich: der gesetzliche Rahmen - für die Branche werden immer öfter auf europäischer Ebene gemacht. Die Betriebe zu unterstützen, damit sie diese Vorschriften auch umsetzen können, ist laut Kadanka zentrale Aufgabe der Interessenvertretung. „Zur Pauschalreiserichtlinie haben wir mit Rechtsanwälten neue Muster-Geschäftsbedingungen erarbeitet. Das erspart den Mitgliedern viel Zeit und Geld.” Auf die Initiative des Fachverbands geht auch eine neue Versicherung gegen Insolvenzen von Partnerbetrieben zurück. Sie kann zu einem günstigen Gruppentarif abgeschlossen werden - unbürokratisch und auch online. Auch zur Registrierkassenpflicht oder zur Datenschutzgrundverordnung leistete die Interessenvertretung viel Informationsarbeit. Dass die Einführung des neuen Margensteuer-Systems - einer Spezialregelung für die Umsatzsteuerberechnung bei Reiseleistungen - in Österreich nochmals bis Anfang 2022 verschoben werden konnte, sieht der Obmann als wichtigen Erfolg der Branchenvertretung. Bis dahin bestehe auch die Chance, das System auf europäischer Ebene neu zu regeln. Denn in der jetzigen Form sei es nicht umsetztbar. Als weiteren Erfolg wertet Kadanka die Etablierung eines dualen Bachelor-Studiengangs für Reiseverstalter, das die IUBH Internationale Hochschule ab Anfang Oktober in Wien anbietet. „Die Reisebüros brauchen gut ausgebildete Mitarbeiter”, betont er. Geht es um Lehrlinge, so habe man aber eher Maturanten im Fokus. „Denn in unserer Branche brauchen wir unbedingt Leute mit einer fundierten Grundausbildung.”

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