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Anschaffungen ab dem 1. Juli können degressiv abgeschrieben werden

Im Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurde als Alternative zur linearen die degressive Abschreibung (AfA) als zusätzliche steuerliche Abschreibungsmöglichkeit geschaffen sowie eine beschleunigte AfA für Gebäude eingeführt. Für Betriebe hat das einige Vorteile.

Miete
© Kate Kunz/Corbis


Bei einer linearen Abschreibung (AfA) wird eine Investition über die Gesamtlaufzeit in jährlich gleichbleibender Höhe abgeschrieben. Bei einer degressiven AfA ist das nicht so: Sie ist am Beginn höher und wird dann von Jahr zu Jahr kleiner. 

Auf die Gesamtlaufzeit gesehen sind beide Varianten in absoluten Zahlen ident. Da in der Praxis davon auszugehen ist, dass der Wertverzehr einer Investition nicht linear, sondern in den ersten Jahren stärker ausfällt, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht allerdings eine degressive Abschreibung zu befürworten. Und: Weil die degressive AfA in den ersten Jahren höhere Abschreibungen mit sich bringt als die lineare AfA, können in diesen Jahren wichtige steuerliche Vorteile erzielt werden. 

Unternehmer können nun im Wirtschaftsjahr, in dem die AfA erstmalig zu berücksichtigen ist, wählen, ob die lineare oder die degressive AfA zur Anwendung kommen soll. Die Wahlmöglichkeit gilt für Investitionen ab dem 1. Juli 2020. Für früher angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter ist eine degressive AfA nicht möglich - sie sind nach den bisherigen Regeln abzuschreiben.

Entscheidet man sich für die degressive AfA, kann der AfA-Satz innerhalb eines Höchstausmaßes von 30 Prozent frei gewählt werden. In der Regel ist es aus Steueroptimierungsgründen empfehlenswert, den Maximalwert anzuwenden. Dieser Satz ist sodann unverändert fortzuführen und auf den Buchwert bzw. im weiteren Verlauf auf den jeweiligen Restbuchwert anzuwenden. Die Halbjahresabschreibungsregelung gilt auch für degressive Abschreibungen.
Wurde mit der Abschreibung nach der degressiven Abschreibungsmethode begonnen, ist man in den Folgejahren daran gebunden - allerdings ist ein Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode zulässig. Empfehlenswert ist eine lineare Abschreibung beginnend mit dem drittletzten Jahr der gewöhnlichen Nutzungsdauer - und zwar unabhängig davon, wie lange die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ist, die der Abschreibung zugrunde gelegt wird. In diesen Jahren ist dann der Restbuchwert zu gleichen Teilen abzuschreiben. Werden die letzten drei Jahre gewählt, kann der Restbuchwert also mit jeweils 33,3 Prozent abgeschrieben werden. Im Beispiel unten (siehe Kasten) ist diese Optimalvariante dargestellt. 
Der Wechsel von der linearen zur degressiven Abschreibung ist nicht zulässig.

Nicht bei allen Gütern möglich

Für folgende Wirtschaftsgüter ist eine degressive Abschreibung NICHT möglich: 
Wirtschaftsgüter, für die eine AfA-Sonderform vorgesehen ist (das sind z.B. Gebäude, Kraftfahrzeuge und der Firmenwert). Für Kraftfahrzeuge mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer ist sie aber ausdrücklich möglich.

Unkörperliche Wirtschaftsgüter, die nicht den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung sowie Gesundheit / Life-Science zuzuordnen sind. Ausgenommen bleiben jedoch jene unkörperlichen Wirtschaftsgüter, die zur entgeltlichen Überlassung bestimmt sind oder von einem konzernzugehörigen Unternehmen bzw. von einem Gesellschafter erworben werden, der einen beherrschenden Einfluss ausübt.

Gebrauchte Wirtschaftsgüter

Energieerzeugungsanlagen, sofern diese mit fossiler Energie betrieben werden.
Tank- und Zapfanlagen für Treib- und Schmierstoffe sowie Brennstofftanks, wenn diese der energetischen Nutzung fossiler Kraft- und Brennstoffe dienen.
Luftfahrzeuge.

Sonderreglung für Gebäude

Für Gebäude, die nach dem 30.6.2020 angeschafft oder hergestellt worden sind, gilt eine beschleunigte AfA. Dies trifft auch auf Gebäude zu, die nach dem 30.6.2020 im Privatvermögen angeschafft wurden und zu einem späteren Zeitpunkt ins Betriebsvermögen eingelegt werden. 
Im Jahr, in dem die AfA erstmalig zu berücksichtigen ist, ist der dreifache Wert des üblichen Prozentsatzes anzuwenden - also 7,5 Prozent im betrieblichen Bereich und 4,5 Prozent bei der Vermietung und Verpachtung (außerbetrieblicher Bereich). Im zweiten Jahr ist der zweifache Wert anzusetzen (also 5 bzw. 3 Prozent). Ab dem dritten Jahr gilt der einfache Wert - also 2,5 Prozent bzw. 1,5 Prozent. Eine Halbjahresabschreibung gibt es hier nicht - es ist jedenfalls der volle Jahres-AfA-Betrag anzuwenden.

Beispiel: 100.000 Euro Anschaffungskosten, 10 Jahre Nutzungsdauer

  Lineare Abschreibung auf 10 Jahre    
  2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Rest- buch-wert 100.000 90.000 80.000 70.000 60.000 50.000 40.000          30.000 20.000 10.000
AfA* 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000
  Degressive Abschreibung 7 Jahre lang 30 %  

3 Jahre linear 33,3 %

 

Rest- buch-wert 100.000 70.000 49.000 34.300 24.010 16.807 11.765 8235 5490 2745
AfA* 30.000 21.000 14.700 10.290 7203 5042 3530 2745 2745 2745

*AfA = Gewinnminderung

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