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Alles, was Hosen hält

Seit mehr als 70 Jahren erzeugt die Manufaktur Karlinger Gürtel und Hosenträger. Firmenchef Thomas Wurzer legt Wert auf die Verbindung von Tradition und Neuem.

Thomas Wurzer will die Marke Karlinger Austria bekannter machen und träumt auch von einem eigenen Shop für seine Gürtel und Hosenträger. Expansion um jeden Preis ist aber nicht sein Ziel.
© WKW/E. spitaler Thomas Wurzer will die Marke Karlinger Austria bekannter machen und träumt auch von einem eigenen Shop für seine Gürtel und Hosenträger. Expansion um jeden Preis ist aber nicht sein Ziel.

In der Werkstätte liegt der Geruch von Leder. Emsig misst eine Mitarbeiterin Gummibänder ab und schneidet sie für die weitere Verarbeitung zu. Die zweite näht gerade an einem Gürtel. Mitten drin: Firmenchef Thomas Wurzer. Seit zehn Jahren leitet er die 1947 von seiner Großmutter gegründete Hosenträger- und Gürtelerzeugung in der Alser Straße. „Ich war schon als Kind oft in der Werkstätte”, erzählt er. Während seines Wirtschaftsstudiums begann er dann, den Vater im Betrieb zu unterstützen. Und fand dabei seine Passion. Nach Studienabschluss übernahm er den Betrieb - und hat es bis heute nicht bereut. „Das ganze Flair in der Werkstätte, der Geruch des Leders, zu sehen, wie ein fertiges Produkt entsteht, das macht mir einfach Freude”, sagt er.

„Es ist mir wichtig, als Kopf des Unternehmens präsent zu sein, dem Betrieb ein Gesicht zu geben”, betont er. „Die Leute wollen ja die Geschichte zum Produkt kennen, wissen, wo ihr Geld hingeht.”
Thomas Wurzer

Handarbeit dominiert

600 Hosenträgerbänder in verschiedenen Stärken und Designs hat die Manufaktur Karlinger auf Lager - Trachten- und Tiermuster, Weihnachts- und Kindermotive und natürlich die Klassiker: gestreift, kariert und einfärbig. Das Unternehmen ist der einzige Betrieb in Wien, der noch Hosenträger erzeugt. Im Handel finde man sonst meist Massenware aus Asien, sagt Wurzer. Sein eigener Betrieb ist von maschineller Serienfertigung weit entfernt. Gemessen und zugeschnitten wird händisch, manche der Näh- und Stanzmaschinen sind noch aus Großmutters Zeit. Die zwei Mitarbeiterinnen schaffen rund 20 Hosenträger pro Stunde. Deren Markenzeichen ist der extrastarke Clip mit dem Logo, einem markanten K. Auch Hosenträger mit Rollzug- oder Flachplatten-Fixierung (Foto unten) werden erzeugt. Auch bei den Gürteln dominiert Handarbeit. Das Leder - vorwiegend Rindsleder feinster Qualität, laut Wurzer das beste Gürtelmaterial - wird zugeschnitten, mit einer zweiten Schicht Leder verklebt und genäht. In mehr als zwei Dutzend Arbeitsschritten entstehen so klassische und modische Hosenhalter, ein breites Sortiment an Trachtengürteln oder auch „Wohlstandsgürtel” in Überlängen.

Traum wäre ein eigener Shop

Alljährlich gibt es zwei Karlinger-Kollektionen an Hosenträgern und Gürteln, aus denen die Kunden wählen können. Wer eigene Vorstellungen verwirklicht haben will, wird ebenso bestens bedient. Wurzers Kunden sind Modegroß- und -einzelhändler in Österreich, Bayern und Südtirol. „Solche, die ihrer Klientel etwas anderes bieten wollen als die übliche Massenware”, sagt er. Auch Theater und Opernhäuser bestellen gern in der Manufaktur, die mit Produktqualität und Flexibilität ebenso punktet wie mit der Möglichkeit, Kleinserien zu bestellen. Fast jeden der rund 500 Kunden kennt der Chef persönlich. „Es ist mir wichtig, als Kopf des Unternehmens präsent zu sein, dem Betrieb ein Gesicht zu geben”, betont er. „Die Leute wollen ja die Geschichte zum Produkt kennen, wissen, wo ihr Geld hingeht.” Die Marke Karlinger Austria will Wurzer bekannter machen, den großen Ausbau der Manufaktur plant er aber nicht. „Wir wollen lieber weiter guten Service bieten und bodenständig bleiben.” Sein Traum wäre ein eigener Shop. Der muss vorerst aber noch auf Verwirklichung warten. „Dafür”, sagt der junge Unternehmer bedauernd, „habe ich momentan einfach zu wenig Zeit.

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