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Abwehrkräfte gegen das Wirtschaftsvirus

Mit dem Paket „Offensive Zukunft” unterstützt die Wirtschaftskammer Wien EPU und KMU dabei, sich für die nächsten Monate gut aufzustellen und gesund zu bleiben.

Wirtschaftsvirus
© urfin/Shutterstock

Corona hat die ganze Welt in eine Gesundheitskrise gestürzt. Seit mehr als einem Jahr sind Maßnahmen gegen die Verbreitung in Kraft, die viele Menschen an ihre Grenzen bringen. Vor genau einem Jahr wurden viele Betriebe zum ersten Mal behördlich geschlossen und vielen Unternehmern damit die Arbeitsgrundlage entzogen. Seither bedroht Covid-19 nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch jene vieler Unternehmen, sodass man die Krankheit durchaus als gefährliches Wirtschaftsvirus bezeichnen kann. Wie bei den Menschen sind nicht alle Betriebe gleichermaßen stark vom Virus betroffen. Manche bemerken wenig davon, an manchen schrammt die Krankheit vorbei, wieder andere sterben daran.

„Ziel ist die Gesundheit der Betriebe.”
Alexander Biach

Mittlerweile gibt es eine Teststrategie und eine Impfstrategie, um die Menschen zu schützen und das gesellschaftliche Leben langsam wiederherzustellen. Hilfs- und Ausgleichszahlungen, Kredite und Stundungen haben betroffenen Betrieben über diese Monate hinweggeholfen.  Die Infektionszahlen machen wenig Hoffnung darauf, dass die Einschränkungen bald ein Ende haben werden. „Es ist für Unternehmen wichtiger denn je, eine wirksame Strategie zu entwickeln, um sich gegen die Auswirkungen des Virus zu schützen”, sagt Alexander Biach, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Wien. „Wir unterstützen daher mit einem umfassenden Service-Paket”, so Biach weiter.

Branchen unterschiedlich betroffen

„Die meisten Wiener Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe. Wie stark sie von der Pandemie betroffen sind, hängt von der Branche und von ihrem Standort ab”, sagt Margarete Kriz-Zwittkovits, Vizepräsidentin der WK Wien und WK Wien-Bezirksobfrau in Döbling. „Viele Betriebe im Gewerbe und Handwerk sind ganz gut über die Runden gekommen. Wo die Kaufkraft noch gut ist, renovieren die Menschen ihre Wohnungen, garteln, richten sich ein Home-Office ein.

„Gut, wenn man die Sicht von außen nützt.”
Margarete Kriz-Zwittkovits,

Dementsprechend haben Unternehmen in diesem Bereich viele Aufträge”, so Kriz-Zwittkovits. Dem Textilbereich und jenen, die in Tourismus & Freizeitwirtschaft tätig sind, und den körpernahen Dienstleistern geht es bekanntermaßen schlecht. Das wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus, denn KMU schaffen rund 66 Prozent der Jobs.

EPU halten die Stellung

„Das Betretungsverbot war für viele EPU wie ein Arbeitsverbot. Aber aufgrund des Schutzschirmes der Bundesregierung konnte die Mehrheit dennoch bis jetzt recht gut wirtschaften”, sagt Kasia Greco, EPU-Sprecherin und Vizepräsidentin der WK Wien.

„Hilfe zur Selbsthilfe ist das Credo.”
Kasia Greco

Viele EPU würden lieber wieder ihre unternehmerische Tätigkeit aufnehmen und ihr eigenes Geld verdienen anstatt auf Förderungen angewiesen zu sein. „Darin liegt die mentale Belastung der EPU. Die meisten haben sich selbstständig gemacht, um ihre eigenen Ideen umsetzen zu können, ihr eigener Chef zu sein und vom Einkommen ihrer selbstständigen Tätigkeit zu leben”, sagt Greco.

Neu aufstellen für die Zukunft

Als Unterstützung dafür, die unternehmerische Zukunft zu planen, hat die WK Wien das Paket „Offensive Zukunft” geschnürt. Es erleichtert Unternehmen die Ausrichtung auf die Zukunft. Zentrales Element sind Beratungsstunden durch externe Experten. Ein Paket ist speziell für EPU, eines für KMU designt. Nach einem Statuscheck und einer Ist-Analyse besprechen die Berater mit den Unternehmern - ausgehend von deren individueller Situation - die weiteren möglichen Schritte. Das kann die Anpassung des Geschäfts-modells sein, eine Neustrukturierung oder eine Neuorientierung und die geordnete Abwicklung einer Insolvenz.

Plan entwickeln und umsetzen

Ob es Richtung Wachstum, Sanierung oder Insolvenz geht, nach der Konzepterstellung kommt die Umsetzung. Das unternehmerische Wissen und die Finanzierung werden dabei die wichtigsten Faktoren sein. Dafür gibt es weitere Beratungen und finanzielle Förderungen. „Unser Ansatz ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Experten können Lösungen und Chancen aufzeigen. Umsetzen müssen es die Unternehmer dann selbst”, sagt Greco. „Es hilft sicher, wenn man sich aus der Sicht von außen beraten lässt. Als Unternehmer hängt man ja auch emotional sehr an der Sache. Ein externer Berater nimmt eine andere Perspektive ein und sieht mehr”, ergänzt Kriz-Zwittkovits. „Es ist ein Gesundheitscheck für Betriebe, durch den man Probleme erkennen und damit leichter lösen kann. Wir wollen, dass die Betriebe gesund und gut aufgestellt weitermachen können”, sagt Biach. 

Wirtschaftsagentur und waff unterstützen ebenfalls

Für beides – Geschäftsmodell anpassen oder unternehmerisches Know-how verbessern - bieten die WK Wien, aber auch die Stadt Wien über die Wirtschaftsagentur und der WAFF (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) Unterstützung an. Am 1. April startet die Wirtschaftsagentur eine neue EPU-Förderung. Dafür stehen insgesamt zehn Millionen Euro bereit. Pro Projekt können bis maximal 7000 Euro vergeben werden. Die Förderquote liegt bei 40 Prozent. Damit sollen externe Kosten wie zum Beispiel Sach- und Dienstleistungen, für die Umsetzung des Projekts finanziert werden. Darüber hinausstartet Innovate4Vienna: Diese Förderung unterstützt innovative Projekte von Unternehmen, die aus der Pandemie in die Zukunft weisen. Der waff bietet erstmals ein Weiterbildungs-programm für EPU - bis zu 2000 Euro oder 80 Prozent der Kurskosten für die Stärkung der unternehmerischen Kompetenzen. Konkret gefördert werden Weiterbildungen im kaufmännischen und im betriebswirtschaftlichen Bereich, Sprachkurse und Qualifizierungen zum Erwerb bzw. zur Verbesserung von digitalen Kompetenzen.

Rechtsservice nutzen, Mediation bei Problemen mit Verträgen andenken

Oft verhindern die Maßnahmen der Pandemie, dass Vertragspartner ihre Verpflichtungen einhalten. Dabei geht es um Lieferverträge, Dienstleistungen, die nicht oder nicht rechtzeitig erbracht werden können, genauso wie um Mietverträge oder Arbeitsrecht. Bei Fragen stehen die WK Wien-Experten des Rechtsservice zur Seite. Ein besonderes Angebot hat die Viac (Vienna International Arbitral Centre) mit ihrer „Mediations-Initiative” zur Wiederherstellung von Wirtschaftsbeziehungen nach Covid-19.  Wirtschaftsmediation ist ein Mittel, um Auseinandersetzungen unbürokratisch, effizient und vertraulich zu lösen. Fünf Stunden Mediation können um 700 Euro (exkl. Ust) besser und günstiger Streitigkeiten schlichten als ein langes und teures Gerichtsverfahren. „Eine Chance für kleine Betriebe, denn mit den meisten seiner Vertragspartner möchte man ja weiterhin eine gute Geschäftsbasis haben - man denke nur an Mieter und Vermieter. Wenn man da durch eine Mediation eine gute Lösung findet, ist das die Basis für weitere Geschäfte”, sagt Kriz-Zwittkowits.

Know-how aufbauen

Neben dem Beratungspaket können Unternehmer kostenlose Webseminare und Online-Veranstaltungen der WK Wien nützen. Das Seminar „Neue Ideen für Ihr Geschäftsmodell” beispielsweise zeigt, wie man mit der Methode „Business Model Canvas” sein Geschäftsmodell analysieren und optimieren kann. Das Webseminar „Stundensatz & Kostenwahrheit” beschäftigt sich mit der Frage, wie hoch man seinen Stundensatz ansetzt, damit der Kunde kauft und man sich nicht zu billig verkauft. Das WIFI Wien bietet ebenfalls Kurse dazu an: Eine Workshop-Reihe zu Kennzahlen und Strategie, eine zu „Daten in der Praxis nutzen”, zum digitalen Geschäftsmodell. Mit dem Business-Labor 4.0 gibt es Kurse zu Unternehmens-entwicklung und -führung. Das Potpourri für Betriebe ist riesengroß. Sie müssen nur zugreifen und daraus schöpfen.

Förderungen
© wkw


Interview mit Unternehmensberater Ernst Sonnleitner

„Es ist höchste Zeit, eine Analyse anzugehen.  Wenn man jetzt nichts tut, dann ist nichts mehr zu machen.”
© Franz Helmreich „Es ist höchste Zeit, eine Analyse anzugehen. Wenn man jetzt nichts tut, dann ist nichts mehr zu machen.”

Was raten Sie den Unternehmen jetzt?

Sonnleitner: Sich ihre Situation jetzt im Detail ganz genau anzusehen. Wie ist die Eigenkapitalausstattung, welche Reserven gibt es, wie wird mit dem Kostenmanagement umgegangen, welches Ausmaß an Schaden hat die Pandemie genau angerichtet. Die Auswirkungen auf Buchhalter sind anders als bei Stadthotels oder Friseuren. Sehr komplex ist die Situation von Mischbetrieben, wo man alles genau zerpflücken und zuordnen muss. Diese Daten muss man für jeden Monat aufbereiten. Diese Vorbereitung ist das Herzstück der weiteren Analyse.

Eine wirtschaftliche Analyse ist schwierig und teuer

Sonnleitner: Wer die Beratungsunterstützung der Kammer nützt, füllt einen Fragebogen mit seinen Daten aus. Ein Berater wertet das aus und bespricht bei einem inhaltlichen Meeting die Wünsche und Optionen der Unternehmer. Danach muss man sich Zeit nehmen zum Nachdenken, um bereit für die nächsten Schritte zu sein.

Was ist der nächste Schritt?

Sonnleitner: Unternehmer müssen vorausdenken. Jeder kann jetzt seine persönliche Position verbessern. Für Veränderungen im Betrieb braucht man Liquidität - sprich für die Umsetzung toller Ideen braucht man Geld. Es gibt sehr viele Unterstützungsangebote, man muss aber wissen, wie man sie nützt, um dorthin zu kommen, wo man hinwill.

Wie sieht die Zukunft aus?

Vieles ist gekommen, um zu bleiben. Wir haben gelernt, dass virtuelle Besprechungen viele Geschäftsreisen ersetzen, dass wir weniger brauchen, dass man online bequem einkaufen kann. Die Menschen haben ihre Verhaltensweisen angepasst. Jeder Unternehmer kennt schlechte Zeiten, in denen er unangenehme Entscheidungen treffen, Fixkosten herunterfahren muss. Veränderungen bergen immer Chancen. Sie gilt es zu finden und zu nutzen. Kopf in den Sand ist keine Option.

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