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9,9 Kilometer Stimmzettel brachten die Entscheidung

Die Wirtschaftskammerwahlen sind abgeschlossen. In Wien haben fast 80 Prozent der Unternehmer per Wahlkarte gewählt. Der älteste Wähler ist 91 Jahre alt, der jüngste erst 18 Jahre. Insgesamt gab es mehr als 144.000 Wahlberechtigungen. Interessante Zahlen und Fakten rund um die Wahl.

v.l.: Hans Arsenovic (Vizepräsident, Grüne Wirtschaft), Walter Ruck (Präsident, Wirtschaftsbund), Fritz Strobl (Vizepräsident, Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband), Karl Ramharter (Vizepräsident, Fachliste der gewerblichen Wirtschaft)
© Florian Wieser v.l.: Hans Arsenovic (Vizepräsident, Grüne Wirtschaft), Walter Ruck (Präsident, Wirtschaftsbund), Fritz Strobl (Vizepräsident, Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband), Karl Ramharter (Vizepräsident, Fachliste der gewerblichen Wirtschaft)

In der vergangenen Woche hatten die Wiener Unternehmer drei Tage lang Gelegenheit, in einem von 34 Wahllokalen an den Wirtschaftskammerwahlen teilzunehmen. Dabei war es egal, in welchem Wahllokal man wählt, denn der persönliche Stimmzettel wird erst im Wahllokal ausgedruckt. Je nach Branche stehen unterschiedliche wahlwerbende Listen darauf. Wer mehrere Berechtigungen hat, hat zudem mehrere Stimmen zu vergeben und bekommt mehrere Stimmzettel. Auch ruhende Mitglieder konnten sich für die Wahl registrieren lassen. In Summe kamen die Wiener Unternehmer damit auf 144.416 Wahlberechtigungen. 

Wahl
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Wahlkarten sehr beliebt

Die Wiener Wahllokale waren in Summe 1224 Stunden lang geöffnet. 78 Prozent der Wähler wählten allerdings lieber per Wahlkarte, wie die aktuelle Auswertung der WK Wien zeigt. In Summe beteiligten sich mehr als 25.900 Unternehmen an der Wahl und gaben mehr als 35.200 Stimmzettel ab. Frauen haben deutlich seltener gewählt als Männer, zeigt die Auswertung der Einzelunternehmen: 38 Prozent der Wähler waren Unternehmerinnen, ihr Anteil an der Wiener Wirtschaft liegt allerdings bei 43,5 Prozent.

Rund 70 Prozent der Wähler waren zwischen 40 und 60 Jahre alt. Insgesamt lag der Altersdurchschnitt bei 52 Jahren. Der älteste Wähler war 91 Jahre alt, die älteste Wählerin 89 Jahre. In Summe gaben 233 über 80-jährige Unternehmer bei der WK-Wahl ihre Stimme ab. Dies zeigt, wie lange Unternehmer in Wien arbeiten. Noch stärker waren allerdings die Jungen vertreten: 684 Wähler waren unter 30 Jahre alt.  Der jüngste wählende Unternehmer war 18 Jahre alt - das ist das Mindestalter für die Teilnahme an der WK-Wahl. Die jüngste Wählerin war 19 Jahre alt.

Auch nach Branchen betrachtet, zeigen sich interessante Fakten. So lag die Wahlbeteiligung bei den Rauchfangkehrern bei 91 Prozent und damit Wien-weit am höchsten. Am meisten Stimmen wurden in der mitgliederstarken Fachgruppe der Unternehmensberater, Buchhalter und IT-Dienstleister (UBIT) abgegeben - nämlich fast 4300. Die meisten Listen kandidierten in der Fachgruppe der Taxis, Fiaker und Mietwagenunternehmen - nämlich elf. Bei der UBIT gab es neun Listen, bei Gastronomie, Kaffeehäusern, Juwelen- und Uhrenhandel sowie bei den Berufsfotografen jeweils sieben Listen. In einigen Branchen gab es im Wahlkampf viele „heiße” Themen wie etwa das Rauchverbot in der Gastronomie oder die Uber-Konkurrenz bei der Personenbeförderung. In anderen Branchen ging es vergleichsweise ruhiger zu.

Bei Wind und Wetter unterwegs

Wer mit Wahlkarte wählte, konnte diese entweder mit der Post an die Hauptwahlkommission der WK Wien retournieren oder auf Wunsch von Mitarbeitern der WK Wien abholen lassen. In den Wochen vor der Wahl waren 68 Mitarbeiter der WK Wien insgesamt 18 Tage lang bei Wind und Wetter in ganz Wien unterwegs, haben tausende Unternehmen besucht und dabei auch viele Services der WK Wien vorgestellt. In Summe legten sie fast 1700 Kilometer zurück, absolvierten mehr als 2,4 Millionen Schritte und erklommen fast 2900 Stockwerke. Würde man alle Stimmzettel, die eingesammelt oder abgegeben wurden, in einer Reihe aneinanderlegen, könnte man einen durchgehenden „Stimmzettel-Weg” vom Stephansplatz bis Siebenhirten, Hütteldorf, Aspern oder Strebersdorf legen.

Auch technisch war die Wahl wegen der vielen Wahllokale anspruchsvoll, weil alle Wahllokale in Echtzeit miteinander vernetzt waren und die Stimmzettelzählung und -auswertung elektronisch erfolgte. In Summe waren in den Lokalen 75 Notebooks und Drucker im Einsatz, in der Hauptwahlkommission standen 15 Computer in Betrieb. Weiters gab es drei Scan-Server für die Stimmzettelauswertung, zehn Arbeitsstationen für die Wahlkartenausgabe und weitere zwei zur Wahlkartenerfassung.

Die Urwahl - Kernelement der Selbstverwaltung

Gesetzlich ist die Wahl im Wirtschaftskammergesetz und in der zugehörigen Wirtschaftskammer-Wahlordnung geregelt. Es gibt viele Fristen, die zu beachten sind. Die Stadt Wien stellt die Wahllokale kostenlos zur Verfügung, die Wahlurnen werden angemietet. In jedem Wahllokal müssen mindestens drei Mitglieder sein, wobei zwei davon Mitarbeiter der WK Wien und das dritte Mitglied ein Unternehmer sein muss. Hinzu kommen weitere Wahlhelfer der Kammer und Wahlzeugen der wahlwerbenden Gruppen. Die Unternehmen wählen ihre Branchenvertreter aus den eigenen Reihen. Insgesamt waren 1307 Mandate zu vergeben. Dies wird als Urwahl bezeichnet und ist das Kernelement der Selbstverwaltung. Darauf bauen dann alle weiteren Wahlvorgänge auf, bis zuletzt die Präsidenten der Landeskammern und der WKÖ gewählt sind. Bei juristischen Personen wird vor der Stimmabgabe im Firmenbuch festgestellt, ob die anwesende Person zur Stimmabgabe berechtigt ist. Erst dann darf sie die Wahlzelle betreten. Beim Einwurf der Stimmzettel wird genau darauf geachtet, dass exakt so viele Kuverts eingeworfen werden, wie der Wähler bekommen hat.


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