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30 Jahre Ostöffnung: Österreich mitten im Geschehen

Österreich war mittendrin im Geschehen, als vor 30 Jahren der Eiserne Vorhang fiel, das kommunistische Diktat in Osteuropa endete und die enge wirtschaftliche und politische Integration mit dem Westen begann. Ein Rückblick…

Ostöffnung
© wkw/Bock

Die Glasnost-Politik des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow ab Mitte der 1980er-Jahre gehörte zu den wohl wichtigsten Wegbereitern der Umsturzbewegungen in ganz Osteuropa. Etwa in Polen, wo 1988 die Gewerkschaft Solidarność nach jahrelangem Verbot wieder zugelassen wurde und die Regierung zu Gesprächen zwang. In Ungarn kam es unter Ministerpräsident Károly Grósz 1988 zu ersten Reformen und zur vorsichtigen Öffnung des politischen Systems. In der DDR verstärkten sich die gesellschaftlichen Spannungen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und der Beschränkungen der Reisefreiheit im Verlauf des Jahres 1989 immer mehr. Auch die Supermacht Sowjetunion (UdSSR) war zum Umdenken gezwungen, denn die kommunistische Politik brachte den Staat und seine Wirtschaft zunehmend an den Rand des Ruins. Schließlich war die Revolution in ganz Osteuropa nicht mehr aufzuhalten. In einigen Ländern lief sie friedlich ab, in anderen mit Waffengewalt und vielen Opfern.

Zwei Tage für die Geschichtsbücher: 27. Juni und 9. November 1989

Heute vor 30 Jahren setzten die damaligen Außenminister von Österreich und Ungarn, Alois Mock und Gyula Horn, ein Zeichen mit großen Folgen. An der Grenze bei Sopron durchschnitten sie den Stacheldraht, der Ost und West jahrzehntelang getrennt hatte. Dies galt als erste „offizielle” Öffnung des „Eisernen Vorhangs”. Einige DDR-Bürger, die davon aus den Medien erfuhren, flüchteten daraufhin über Ungarn in die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Nachdem die Grenzbeamten sie zum Teil passieren ließen und die UdSSR nicht eingriff, brachen alle Dämme. Eine Massenflucht begann. Bis zum Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 verließen etwa 50.000 Bürger die DDR in Richtung BRD. Auch die Tschechoslowakei baute ihre Grenzbefestigungen noch im Dezember 1989 ab. Bis zum Dezember 1989 wechselten in der DDR, in Polen, in Ungarn, in der Tschechoslowakei, in Bulgarien und in Rumänien die Regierungssysteme. Für Österreich war die Ostöffnung in vielerlei Hinsicht positiv. Der Handel mit Osteuropa entwickelte sich dynamisch und brachte Österreich viel zusätzliches Wirtschaftswachstum. Zahlreiche Wiener Betriebe gründeten Niederlassungen in Osteuropa und investierten viel. Und: Wien rückte wieder in die Mitte Europas. Das stärkte die Bemühungen Österreichs, Teil der Europäischen Gemeinschaft (EG) zu werden. Österreichs „Brief nach Brüssel”, das Beitrittsgesuch, wurde 1989 verschickt.

 

Viele Betriebe waren von Anfang an gut etabliert

Agrana

1988 fusionierten die öster-reichische Zucker- und Stärkeindustrie mit den Zuckerfabriken in Hohenau, Leopoldsdorf und Tulln, der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd (alle Niederösterreich) und der Maisstärkefabrik in Aschach (Oberösterreich). Es galt damals, die Unternehmensstrukturen zu verbessern und die Produktionskosten zu optimieren, um trotz künftig sinkender Zuckerpreise und im Hinblick auf den EU-Beitritt wirtschaftlich produzieren zu können. Mit der Gründung der Agrana Beteiligungs-AG war der Weg frei für eine österreichische Erfolgsgeschichte.1989 wurde die strategische Allianz mit der deutschen Südzucker AG, dem größten europäischen Zuckerunternehmen, begonnen und schon zwei Jahre später erfolgte der - zur Finanzierung der Expansion des Unternehmens notwendige - Börsengang. Agrana hat unmittelbar mit dem Fall des Eisernen Vorhangs die strategische Bedeutung des osteuropäischen Marktes im Zucker- und Stärkebereich erkannt. Seit 1990 hat sich Agrana in diesem Markt etabliert, Unternehmen gekauft, restrukturiert und modernisiert sowie Zucker als Markenartikel positioniert. So entwickelte sich Agrana bis heute zum führenden Anbieter in den Bereichen Zucker, Isoglukose und Stärke mit 2,4 Milliarden Euro Jahresumsatz. In Osteuropa hat Agrana u.a. fünf Zucker- und zwei Stärkefabriken.

UBM Development AG

Die UBM war mit dem Markteintritt in der Tschechischen Republik 1992 und in Polen 1993 ein Early Mover. Eines der ersten UBM-Projekte in Tschechien war Mitte der Neunziger die Andel City in Prag, wo auf 25.000 Quadratmetern Büro- und Geschäftsflächen entstanden sind. Kurz darauf folgte das Geschäftszentrum Darex. Ein erstes Erfolgsprojekt in Polen war 1997 der Bau des Warsaw Towers. Danach folgten eine Reihe an großen Projekten, darunter auch das Intercontinental Warschau, das zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Nach dem Markteintritt 1992/1993 hat UBM laufend Projekte in einigen Ländern Südost- und Osteuropas entwi­ckelt. Mittlerweile fokussiert UBM auf Polen und Tschechien: Polen zählt neben Deutschland und Österreich zu den drei Kernmärkten der UBM. Darüber hinaus sieht das Unternehmen weiterhin wachsende Geschäftschancen in Tschechien, vor allem in Prag. In beiden Ländern gibt es Niederlassungen, in Prag befindet dich zudem das Kompetenzzentrum für Hotel Design. Weil der Städtetourismus auch in Osteuropa boomt, profitiert auch die UBM als einer der führenden Hotelentwickler in Europa besonders. In den vergangenen 25 Jahren hat UBM mehr als 50 Hotels entwickelt, davon 20 in Südost- und Osteuropa. Im Juni diesen Jahres steht in Polen ein besonderes Highlight an. Auf der historischen Speicherinsel in Danzig eröffnet UBM ein spektakuläres Holiday Inn Hotel (Bild). Außerdem errichtet UBM gerade weitere Hotelprojekte in Kattowitz und Krakau. In Prag entwickelt UBM gerade ein echtes Schmuckstück, wie das Unternehmen sagt: das Hotel „Sugar Palace” in einem freistehenden Palais mitten in der Innenstadt. Darüber hinaus ist UBM in Prag im Wohn- und Office-Bereich aktiv. Osteuropa ist und bleibt für UBM ein durchaus attraktives Pflaster.Rund 20 Prozent der UBM-Projekt-Pipeline von 1,8 Milliarden Euro (2019 bis 2022) befinden sich in Südost- und Osteuropa. „Wir haben uns dort eine solide Basis aufgebaut und sehen auch weiterhin enormes Potenzial”, so Thomas G. Winkler, CEO der UBM Development AG.

Viele weitere Beispiele finden sie in der Extrabeilage der Wiener Wirtschaft „30 Jahre Ostöffnung - Schicksalsjahr 1989“


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