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„Handelsräume der Zukunft“: Vom Donut zum Krapfen

Experten-Talk & Podiumsdiskussion

Mietenenquette
© Florian Wieser

Wenn in Städten, Dörfern, Grätzln der Handel und das Wohnen verschwinden und an die Ränder wandern, gibt es dafür seit einigen Jahren einen wissenschaftlichen Begriff dafür - den Donut-Effekt. In ehemals lebendigen Zentren entsteht im schlimmsten Fall durch fehlende Aktivitäten Einöde und Tristesse. Wenn das Phänomen seinen Lauf nimmt, prägt es die Lebensräume der Bevölkerung nachhaltig. „Eine Rückverlagerung des florierenden Handels und des Wohnens in den Ortskern ist nicht leicht, wenn einmal verwaiste Gassen und Leerstände vorherrschen“, weiß Architekt Roland Gruber von nonconform, der im Rahmen der Mieten-Enquete einen Impulsvortrag hielt. Sei ein Dorfkern erst einmal ausgestorben, dauert es durchschnittlich sieben bis zehn Jahre, um wieder Leben einkehren zu lassen. „Und das ist harte Arbeit“, waren sich die anwesenden Expertinnen und Experten aus dem Handel und Immobilienbranche einig. Architekt Gruber und viele andere sind überzeugt: „Wir müssen dem Donut-Effekt etwas entgegensetzen und die Orte wieder zu Marillenmarmeladekrapfen machen. Das Süßeste, die Fülle des Lebens, muss in die Mitte zurück." „Wenn wir die Orts- und Stadtkerne stärken, profitieren alle davon – die Bevölkerung und die Wirtschaft“, so Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien.

„Aus Sicht des Wiener Handels ist ein Strukturwandel deutlich spürbar. Das liegt zum einen am Donut-Effekt, zum anderen aber auch an den Auswirkungen der Digitalisierung. Die Konsumenten müssen sich bewusst sein, dass eine lebendige Stadt nur dann lebendig bleibt, wenn sie genutzt wird, heißt. Tatsächlich ist es so, dass jeder mit seinem Kaufentscheid, mit jedem Klick beim Online-Einkauf, auch mitbestimmt, wie die Stadt künftig aussieht.“
Rainer Trefelik

Michael Pisecky – Fachgruppenobmann Immobilien- und Vermögenstreuhänder fügt hinzu: „Leerstände schaden sowohl dem Handel als auch der Immobilienwirtschaft. Nötig sind kluge Verdichtungsstrategien bereits bebauter Flächen und Branchen-Mixe in Stadtteilen, die zum Ziel haben, die Bevölkerung optimal zu versorgen und das Wohlfühl-Ambiente zu stärken.“

Positive Ortskern- & Grätzlentwicklung

Dass es Handlungsbedarf gibt, darüber herrschte bei den Experten am Podium Einigkeit. Rainer Trefelik (Obmann der Sparte Handel der WK Wien), Jörg F. Bitzer (Managing Director, MRICS – RECONDO Retail Real Estate GmbH), Roland Gruber (Gründer von nonconform), Michael Pisecky (Fachgruppenobmann Immobilien- und Vermögenstreuhänder), Martin Prunbauer (Präsident des ÖHGBs) und Thomas Stanger (Spar Österreich, Expansion und Projektentwicklung) sprachen mit Moderator Walter Senk über Strategien gegen Leerstände und welche Veränderungen nötig sind, damit die Orts- und Stadtkerne wieder mit Leben erfüllt werden. „Wichtig bei der Gestaltung und Revitalisierung von innerstädtischen Lebensräumen ist, die richtige Rezeptur der Marillenmarmelade“, so Roland Gruber. Gruber nennt in seinem Vortrag Erfolgsstories, wie etwa das Beispiel von der Kleinstadt Trofaiach in der Steiermark. Dort hat die positive Grätzlentwicklung auch mit Einbindung der Immobilieneigentümer funktioniert. Die Aktivitäten rund um die Innenstadtbelebung starteten bei der Begrünung von Bushaltestellen und Büchersammelstellen, zur Installation von bunten Sitzgelegenheiten und reichten bis zu größeren Projekten, die bauliche Maßnahmen erforderlich machten. „Wenn es darum geht, einen Ortszentrum wachzuküssen oder erst gar nicht einschlafen zu lassen, sind auch partizipative Raumentwicklungskonzepte wesentlich.“ Partizipativ deshalb, weil gerade engagierte Bürgerinnen und Bürger viel dazu beitragen, Lebensräume zu gestalten und weiter zu entwickeln – sich zu kümmern. So sei auch die Rolle des „Kümmerers“ entstanden – einer Person, deren Aufgabe es ist, sich hauptberuflich und über längere Zeit mit der Umgestaltung der Innenstädte oder des Grätzls zu beschäftigen. „Es müssen nicht nur neue Aktivitäten ins Zentrum gebracht werden, sondern auch ein Perspektivenwechsel und ein langer Atem der politischen handelnden Personen ist notwendig“, so Gruber abschließend. Stadtzentren und Grätzl seien als Treffpunkt für Jung und Alt von enorm wichtiger sozialer Bedeutung. Vonseiten der Wirtschaftskammer Wien gibt es bereits Initiativen, wie WKO im Bezirk, zur Vernetzung im Grätzl und rasche Hilfe vor Ort.  Die so genannten Wirtschaftskammer Wien-Bezirksobleute sind selbst erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer und werden bei ihrer Arbeit von den Bezirksmanagerinnen und Bezirksmanagern der Wirtschaftskammer Wien unterstützt.

Impressionen der Mieten-Enquete


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