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„Aufmerksamkeit auf Schuhe lenken”

Solide Handwerkskunst, gepaart mit Innovationsgeist - das ist das Erfolgsrezept für Wiens Schuhmacher, sagt Innungsmeister Mirko Snajdr. Die Innung will faire Tarife für die Orthopädieschuhmacher und weg von der „Geiz ist geil”-Mentalität der Konsumenten im Maßschuh- und Reparaturbereich.

Schuhe
© Foto Weinwurm

44 Maß-, 32 Orthopädieschuhmacher und mehr als 120 Schuhinstandsetzer bilden die Wiener Innung der Schuhmacher. Eine Gruppe mit ziemlich homogener Struktur - „zumindest was die einzelnen Berufszweige betrifft”, sagt Innungsmeister Mirko Snajdr. Das sind zum einen die Orthopädieschuhmacher. Sie arbeiten zumeist nach ärztlicher Vorschreibung für ihre Kunden und erhalten diese Leistungen von den Krankenkassen abgegolten.

„Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit greift bei Schuhen bisher leider nicht.”
Mirko Snajdr, Innungsmeister

Basis dafür ist ein Tarifkatalog, in dem festgehalten ist, wie viel Geld es für welche Leistung gibt. Die darin verankerten Tarife bezeichnet der Innungsmeister als viel zu niedrig. „Nicht einmal der ohnehin äußerst niedrig angesetzte Regiestundensatz von 55 Euro wird derzeit von den Kassen abgegolten”, klagt Snajdr. Mit den Kollegen der anderen Bundesländer will man eine Verbesserung erreichen - was, so der Innungsmeister, ein Kampf gegen Windmühlen ist. „Offenbar ist unsere Berufsgruppe zu klein, und es fehlt auch an politischer Unterstützung.”

Ziel ist ein fairer Tarif mit gerechter Entlohnung

Verschärft werde die Situation noch durch das mühsame Procedere der Einreichung und Abrechnung mit den Kassen - ein exorbitanter Bürokratieaufwand, wie der Innungsmeister betont. Sein Ziel ist daher ein neuer Vertrag, der eine gerechte Entlohnung seiner Berufskollegen garantiert - lauter kleine und kleinere Betriebe, für die der wirtschaftliche Druck jetzt enorm sei. Auch die Maßschuhmacher haben sich von der Wirtschaftskrise noch nicht wirklich erholt. Das Leben koste die Menschen zu viel, sagt Snajdr. „Für Luxusartikel fehlt das Geld, das merken wir stark.” Außerdem hätten sich die Wertigkeiten in Richtung der digitalen Welt verschoben. Die Innung versucht deshalb, mit Werbung die Aufmerksamkeit für das Thema Schuhe zu erhöhen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Crazy Shoe Award, bei dem die Wiener Innung alljährlich kreative Schuhkreationen medienwirksam vor den Vorhang holt. dazu erscheint sechsmal jährlich ein Branchenmagazin, das in den Mitgliedsbetrieben aufliegt und sich auch an Konsumenten richtet.

Geiz ist nicht geil

Der Innungsmeister will weg von der „Geiz ist geil”-Mentalität der Konsumenten in Bezug auf Schuhe. „Der Trend zu Qualität und Nachhaltigkeit greift bei Schuhen leider noch nicht”, sagt er. Billiges Massenschuhwerk und Sporttreter dominieren. Dass diese - im Übrigen durchwegs außerhalb Europas produzierten - Schuhe Wegwerfartikel sind, merkt auch der dritte Berufszweig in der Innung, die Reparaturschuhmacher. Das frühere Teilgewerbe des Schuhmacherhandwerks ist seit der Gewerbereform 2017 ein freies Gewerbe. Snajdr sieht das kritisch. „Etwaige Qualitätsdefizite werden auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen. Ehe der Markt das reguliert, ist der Schaden ja schon passiert”, sagt er. Qualität und fundierte Handwerkskunst sieht Snajdr auch künftig als Basis, um in der Branche erfolgreich zu sein. Innovationsgeist und ein Auge fürs Detail seien weitere Faktoren. „Man muss sich immer etwas einfallen lassen, um aufzufallen.” Diese Ansicht vertritt auch bei seinen vielen Besuchen in Mitgliedsbetrieben, die er stets auch dazu nützt, Sorgen und Anliegen der Unternehmer aufzuspüren und Unterstützung zu organisieren, wo immer es möglich ist.  Mit dem Thema Digitalisierung sollte man sich zumindest auseinandersetzen - auch wenn nicht nur viele Branchenkollegen, sondern auch ihre Kunden nicht zur „Generation Internet” zählen. „Eine tolle Website zieht auch neues und jüngeres Publikum an”, weiß er aus eigener Erfahrung.

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