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„Abgaben auf Arbeit bremsen Wachstum und Beschäftigung.”

Johannes Berger, Wirtschaftsforscher EcoAustria, im Interview.

Johannes Berger
© Foto Weinwurm

Wie stark ist die Abgabenlast auf Arbeit gestiegen?

Berger: Die Belastung des Faktors Arbeit hat seit 1975 für alle Einkommenshöhen stark zugenommen, insbesondere bis Anfang der 2000er-Jahre. Nach der Jahrtausendwende zeigt sich im Großen und Ganzen eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Wenn die Abgaben in Prozent des Einkommens aktuell auf dem Niveau von 1975 wären, würden diese beispielsweise für eine Person mit einem Einkommen in Höhe der Höchstbeitragsgrundlage um 15.000 Euro jährlich geringer ausfallen als aktuell, das sind mehr als 1000 Euro monatlich.

Wie liegen wir im EU-Vergleich?

Berger: Im internationalen Vergleich weist Österreich eine sehr hohe Abgabenbelastung auf. So muss eine alleinstehende Person mit mittlerem Einkommen laut OECD nur in zwei von 37 betrachteten Ländern noch höhere Abgaben leisten.

Warum sind hohe Abgaben auf Arbeit ein Problem?

Berger: Zum einen erhöhen sie die Arbeitskosten der Unternehmen und dämpfen Arbeitsnachfrage und Beschäftigung. Zum anderen reduzieren sie die verfügbaren Einkommen und Konsummöglichkeiten der Haushalte. Abgaben auf Einkommen gehören zu den wachstumsschädlichsten.

Wo sollten die Abgaben auf Arbeit vor allem sinken?

Berger: Von einer SV-Beitragssenkung sind stärkere Beschäftigungseffekte zu erwarten, von einer Einkommensteuerreform eine dynamischere volkswirtschaftliche Entwicklung. Da aktuell beide Aspekte wesentlich sind, ist aus meiner Sicht ein Ansetzen an mehreren Hebeln sinnvoll. Angesichts mutmaßlich höherer Lohnabschlüsse könnte eine Dienstgeberbeitragssenkung die Auswirkungen auf die Arbeitskosten dämpfen.

In welchen Einkommensklassen wäre eine Entlastung wichtig?

Berger: Die Entlastung niedriger Einkommen kurbelt die Beschäftigung an und bekämpft Arbeitslosigkeit. Die Entlastung höherer Einkommen wiederum fördert höherqualifizierte Tätigkeiten und trägt zur Dynamik einer Volkswirtschaft bei. In der aktuellen Situation sind beide Faktoren sehr relevant, sodass sich eine breitere Entlastung über alle Einkommensgruppen anbietet.

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