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Digitale Agenda für Vorarlberg

Vorarlberg nutzt die Chancen der Digitalisierung: Schaffung eines innovatives Start-up Ecosystem.


Die Umsetzung der Digitalen Agenda für Vorarlberg ist ein stetiger Prozess, der einer ständigen Weiterentwicklung und Anpassung im Dialog bedarf.
© Florian Küttler / Westend61 / picturedesk.com Die Umsetzung der Digitalen Agenda für Vorarlberg ist ein stetiger Prozess, der einer ständigen Weiterentwicklung und Anpassung im Dialog bedarf.

Aktuell befinden wir uns mittendrin in einem weiteren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Megatrend: der Digitalisierung. Digitale Technologien verändern die Art, wie wir arbeiten und leben und bedeuten für Unternehmen große Herausforderungen. „Internet der Dinge“, „Big Data“, „Industrie 4.0“, Cloud Computing, Smart City, künstliche Intelligenz, ... was heute passiert, ist nicht mehr nur ein digitaler Wandel, sondern eine digitale Transformationen, die viele wertvolle Chancen bietet, vor allem für Unternehmen, die sich ihr mit dem Willen zur Veränderung stellen.

 „Als hoch entwickelte Wirtschaftsregion mit gut ausgebildeten Menschen müssen wir dieser Herausforderung aktiv und verschränkend über die Unternehmens- und Organisationsgrenzen hinweg begegnen. Sonst geraten wir ins Hintertreffen und es droht ein massiver Wettbewerbsverlust“, erklärt Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Zudem müssen wir die Akzeptanz insgesamt gegenüber dieser Entwicklung steigern und die Bedeutung und Chancen der Digitalisierung bewusst machen“, so Metzler weiter. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen spielen das Land, die Städte, Gemeinden und die Sozialpartner eine entscheidende Rolle. Dazu wird aktuell eine Digitale Agenda für Vorarlberg ausgearbeitet!

 Digitalisierung macht aus Sicht von Christian Beer, Inhaber und Geschäftsführer der Heron-Gruppe und Servus Intralogistics, nur dann Sinn, wenn sie zur Steigerung der Qualität in den Prozessen und Produkten beiträgt oder dazu führt, dass Verschwendung vermieden und die Geschwindigkeit erhöht wird. „Die Digitalisierung sollte uns schlussendlich helfen, unseren Kunden einen Mehrwert bieten zu können. In der Entwicklung geht alles in die Richtung der zuvor genannten Punkte. Es geht vor allem um einen geschlossenen, durchgängigen Datentransfer vom Kunden bis zur Wiederbeschaffung, um Feedback in Echtzeit. Es geht auch um digitale Agententechnologie, sprich, dass Maschinen miteinander kommunizieren und Entscheidungen autonom und intelligent treffen“, erklärt Christian Beer. WKV-Präsident Hans Peter Metzler: „Der Herausforderung ,Digitalisierung’ begegnen wir dabei in mehreren konkreten Bereichen“:

 Forschung und Entwicklung

Im Bereich der „Digitalen Produktion“ erhielt beispielsweise das Vorarlberger Forschungsinstitut V-Research gemeinsam mit der TU-Wien den Zuschlag für ein neues Kompetenzzentrum (CDP - Austrian Center for Digital Production). Der Arbeitsschwerpunkt des neuen Konsortiums liegt auf dem Gebiet der Digitalisierung von Prozessen für Produktentwicklung und Automatisierung der Konstruktion. Damit werden konkrete Hilfestellungen für die Vorarlberger Wirtschaft in der Forschung und Entwicklung angeboten.

Aus – und Weiterbildung

Digitalisierung bedeutet auch neue Tätigkeitsfelder und bietet Chancen für die Beschäftigung. „Dem WIFI der Wirtschaftskammer Vorarlberg kommt in den nächsten Jahren mit seinem Aus- und Weiterbildungsangebot eine zentrale Rolle beim Aufbau von digitalem Know-how in den Vorarlberger Unternehmen (IKT Fachkräfte) zu“, sagt WK-Präsident Metzler. Aktuell arbeitet das WIFI mit universitärer Unterstützung (Dr. Bernd Schenk, Universität Liechtenstein) an einer Kompetenzlandkarte für digitale Transformation. Dazu gehört auch eine stärkere Ausrichtung des Kursbuches auf bestehende und künftige digitale Herausforderungen sowie die Ausbildung von IT-Fachkräften. Speziell Firmentrainings rücken hinsichtlich des Aufbaus von digitalen Kompetenzen stärker in den Fokus der Betrachtung. LSth. Karlheinz Rüdisser ergänzt: „Der Bedarf an IKT Fachkräften wird weiter steigen. Die Entwicklung des für die digitale Transformation notwendigen Personals, sowohl qualitativ als auch quantitativ, hat hohe Priorität. Das Aus- und Weiterbildungsangebot muss bedarfsgerecht gestaltet sein, um mittel- bis langfristig den Bedarf abzudecken. Kurzfristiger Bedarf an Fachkräften soll durch überregionales Recruiting (Chancenland Vorarlberg) gedeckt werden.“

„Digitale Perspektiven“

 Mit den „Digitalen Perspektiven“ verfügt die Wirtschaftskammer Vorarlberg bereits heute über ein umfassendes Service-Angebot. Angepasst an den jeweiligen Wissensstand erläutern Experten im Rahmen von Veranstaltungen oder Workshops relevante Entwicklungen und Möglichkeiten, die sich den Unternehmen bieten. Das schafft Orientierung, Klarheit und Kompetenz im Umgang mit den neuen Medien und Technologien. „Wir geben den Unternehmen auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Rüstzeug in die Hand, das sie sofort im Betrieb umsetzen können“, so der WK-Präsident.

Die Sparten Handel, Information und Consulting, Tourismus sowie Gewerbe und Handwerk haben sich für 2017 ein klares Ziel gesteckt: Sie wollen ihre Mitglieder verstärkt mit den Angeboten und den Informationen der „Digitalen Perspektiven“ digital-fitter machen. Es ist auch die Bildung eines Expertenpools angedacht, durch den sich die Unternehmen ihre „digitale Fitness“ überprüfen lassen können. 33 Digitale Perspektiven-Veranstaltungen (Workshops, Stammtische, Roadshows) mit rund 900 Teilnehmer/-innen gab es bislang. Via Facebook konnten rund 40.000 Personen erreicht werden.

 Schaffung eines innovativen Start-up Ecosystems

Der technologische Fortschritt ermöglicht etablierten, aber vor allem jungen Unternehmen sowie Start-ups neue innovative Geschäftsmodelle und Märkte. Für die Wettbewerbsfähigkeit und die Standortattraktivität Vorarlbergs wird es von entscheidender Bedeutung sein, welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen werden. Andere Regionen haben sich hier aber schon besser etabliert und bereits wesentliche Akzente gesetzt. Die zentrale Fragestellung wird es sein, wie in Vorarlberg ein lebendiges Start-up Ecosystem entwickelt und etabliert werden kann, aus dem zukunftsweisende digitale Innovationen hervorgehen.

 „Wir wollen als Wegbereiter, Kümmerer und Unterstützer der Unternehmen in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam mit den Unternehmen für das richtige Umfeld sorgen, Rahmenbedingungen entwickeln, die Vernetzung vorantreiben und für eine entsprechende Sichtbarkeit sorgen. Hier habe ich eine klare Vision: Es gelingt uns – unter Einbindung aller Interessierten und ,Betroffenen’ – eine Start-up Kultur zu entwickeln, die eine entsprechende Sichtbarkeit und eine hohe Anziehungskraft für junge Talente (in und außerhalb der Region) und Unternehmen hat. Und die Umsetzung digitaler Innovationen am Standort Vorarlberg nicht nur zulässt, sondern gezielt fördert“, kündigt Hans Peter Metzler konkrete Projekte für die kommenden Monate an.

Unterstützung der digitalen Transformation von Unternehmen

„Es ist von entscheidender Bedeutung für einen Standort, dass innovative Ideen und neue Forschungsergebnisse möglichst rasch den Weg in die Unternehmen finden, um dort ihre volle Wirkung zu entfalten", erklärt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser die Bedeutung von Technologietransfer. In Vorarlberg bestehen bereits eine Vielzahl von privaten und öffentlichen Projekten und Initiativen. Diese sollen koordiniert und vernetzt werden und in eine Strategie einfließen. Ein Beispiel für eine bestehende Initiative ist das durch die IV, die Wirtschaftskammer, das Land Vorarlberg und die WISTO im Frühjahr 2015 ins Leben gerufene Themennetzwerk V-Netzwerk Intelligente Produktion/Industrie 4.0. Dieses hat das Ziel, den thematischen Austausch unter den heimischen produzierenden Betrieben zu fördern, über relevante Trends und Technologien zu informieren und Bewusstseinsbildung für die hohe Bedeutung von Industrie 4.0 zu betreiben.  Bereits bestens etabliert hat sich das Innovationsnetzwerk „Textile Competence Center Vorarlberg“ in Zusammenarbeit von zahlreichen Unternehmenspartnern, der Universität Innsbruck und weiteren Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland.

Aufbauend auf die lange Textilhistorie Vorarlbergs gelang es mit dem Fokus auf „Smart Textiles“ wie Faserverbundwerkstoffe, Sensor- und Hightech-Textilien, Vorarlbergs Textilwirtschaft auch an die geänderten Rahmenbedingungen und die Innovationsdynamik des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Bereitstellung adäquater Netz- und IT-Infrastruktur

 Vorarlberg ist, im Vergleich zu anderen Bundesländern, bereits gut ausgebaut. Ein Vorteil ist die dichte Besiedlung im Vorarlberger Rheintal, das zu den dichtest besiedelten Gebieten Österreichs zählt.  2016 und 2017 planen die Vorarlberger Kabelnetzbetreiber Investitionen im Ausmaß von insgesamt knapp 5,8 Millionen Euro. Für 2017 plant A1 Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro. „Es ist sehr erfreulich, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern das im Regierungsprogramm definierte Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung mit mind. 30 Mbit/s deutlich früher als erwartet (bereits 2017) erreichen werden. Damit ist die nächste Etappe auf dem Weg zum langfristigen Ziel – eine Glasfaser-Vollanbindung – eröffnet“, erklärt LSth. Rüdisser.

Strategische Handlungsfelder der Stadt Dornbirn

 Dornbirn möchte sich als lebendiger und pulsierender Wirtschaftsraum präsentieren, in dem aktiv an der Erforschung und Nutzung digitaler Möglichkeiten gearbeitet wird. „Mit drei Schwerpunkten: dem Ausbau der Infrastruktur, der Bündelung kreativer Köpfe bei Forschung und Entwicklung sowie konkreten Anwendungen, die den Menschen und den Unternehmen einen spürbaren Mehrwert bringen, werden wir die Digitalisierung zu den Bürgerinnen und Bürgern bringen, ohne dabei auf jene zu vergessen, die analoge Kontakte der digitalen Welt vorziehen,“ beschreibt Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann die Strategie der Stadt Dornbirn.  Aber auch ganz neue Technologien werden ein Schwerpunkt sein. Dornbirn möchte bis zum Sommer die erste Stadt im Rheintal sein, die flächendeckend ein Sensornetzwerk anbieten kann. Digitalen Initiativen und Plattformen Raum zu geben und damit die Möglichkeit zu eröffnen, daraus zukunftsweisende Start-up Unternehmen zu gründen, ist ein wesentlicher Schwerpunkt für 2017.

 Bürgermeisterin Andrea Kaufmann: „Wir sanieren die alte Postgarage im Campus V. Damit wird dort ein Zentrum für Digitalisierung geschaffen, ein Ort, an dem Vernetzung, Wissen und Innovation stattfindet und der offen jedem zur Verfügung stehen wird. So kann die Bildung von Thinktanks und neuen Arbeitsmodellen forciert werden.“ Dornbirn wird in den nächsten Wochen die strategischen Handlungsfelder, auch  bei der digitalen Verwaltung, konkretisieren und im Thema Digitalisierung zielgerichtet voranschreiten, um damit einen wichtigen Impuls für den gesamten Wirtschafts- und Lebensraum zu geben.

„Die Umsetzung der ,Digitalen Agenda für Vorarlberg’ ist ein stetiger Prozess, der einer ständigen Weiterentwicklung und Anpassung im Dialog bedarf“, betont WKV-Präsident Metzler abschließend.

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