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46. Vorarlberger Bautage in Lech

Die Bauwirtschaft startet mit Optimismus ins Jahr 2017. Vorarlbergs Innungsmeister Peter Keckeis warnte aber vor einem wirtschaftsfeindlichen Klima.


Bautage in Lech 2017
© (C) Willfried Gredler-Oxenbauer / picturedesk.com Bautage in Lech 2017

Nach einem zufriedenstellenden Jahr 2016 erwartet die heimische Bauwirtschaft, dass sich der positive Trend auch 2017 fortsetzen wird. Die dynamische Entwicklung von Industrie und Gewerbe, genauso wie die wachsende Bevölkerung, vor allem in den urbanen Gebieten im Rheintal, wirken sich auch erfreulich auf die Bauunternehmen aus. 

Stimmung muss wirtschaftsfreundlich sein

Innungsmeister Peter Keckeis warnte allerdings davor, dass große Wirtschaftsprojekte in Vorarlberg zunehmend von verschiedenen Seiten verhindert werden und appellierte an die Politik. „Wir alle brauchen eine wirtschaftsfreundliche Stimmung im Land, damit Investitionen möglich sind und Arbeitsplätze entstehen können“, erklärte der Innungsmeister bei seiner Begrüßung zu Beginn der Vorarlberger Bautage in Lech.

Die gute Auslastung der Vorarlberger Bauwirtschaft sorgt für eine stabile Situation in der Branche, darf aber nicht über schwierige Tendenzen hinwegtäuschen, sagte der Vorarlberger Innungsmeister Keckeis vor Bauunternehmern aus ganz Österreich, die wieder zum alljährlichen Erfahrungsaustausch nach Vorarlberg gekommen sind. Vor allem der zunehmende Bedarf an Wohnungen in einem prosperierenden Bundesland sowie die Investitionsbereitschaft von erfolgreichen Unternehmen aus Industrie und Gewerbe haben zu einer Fortsetzung der insgesamt erfreulichen Situation in der Bauwirtschaft geführt. Durchschnittlich wird für das erste Halbjahr ein Wachstum von 4 Prozent an Aufträgen erwartet. 

Der Tiefbau – bereits in den letzten Jahren das Sorgenkind der Baubranche – bleibt dagegen mit einem Minus von 5 Prozent deutlich hinter dieser Entwicklung zurück. Innungsmeister Keckeis forderte in dem Zusammenhang die Politik auf, hier tätig zu werden und die nötigen Infrastrukturen für ein Wachstumsland zu schaffen. „Wenn sich die Wirtschaft weiter positiv entwickeln soll, dürfen Infrastrukturen vom Ausbau der Schienen und Straßen bis hin zum Breitband und zur Digitalisierung nicht verschlafen werden.“ 

Großprojekte fehlen oder verzögern sich

Keckeis rechnet damit, dass dieser rückläufige Trend im Tiefbau anhalten wird, auch die Lage der Kommunen macht diese Situation in Zukunft nicht einfacher. Großprojekte wie die L 200 und auch Baustellen der ASFINAG fehlen oder verzögern sich, und immer mehr Aufträge bleiben nicht in Vorarlberg. Peter Keckeis appelliert daher an die Politik und an alle ausschreibenden Stellen, dass im Sinne einer heimischen Wertschöpfung die Aufträge möglichst im Land vergeben werden sollen.

Im Zusammenhang mit den jüngsten Diskussionen über die Verhinderung von großen Industrie- und Handelsprojekten in Vorarlberg fordert Keckeis, dass sich die Politik für ein wirtschaftsfreundliches Klima in Vorarlberg einsetzen soll. Arbeitsplätze, Lebensqualität und Wohlstand für immer mehr Menschen in unserem Land sind längerfristig nur dann möglich, wenn sich die Wirtschaft weiter entwickeln kann. „Man kann nicht selbstzufrieden einen Stillstand ausrufen, ohne daran zu denken, dass die heranwachsenden Generationen zusätzliche Arbeitsplätze und Wohnraum in Vorarlberg brauchen. Die Wirtschaft muss zumindest so wachsen können, wie dies das Bevölkerungswachstum im Land vorgibt, sonst verlieren wir erfolgreiche heimische Unternehmen und wertvolle Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, so Keckeis.   

Podiumsdiskussion zum Abschluss

Den Abschluss der Bautage bildeten Referate von Landesstatthalter Mag. Karlheinz Rüdisser, Mag. Michael Steibl, dem Geschäftsführer der Geschäftsstelle Bau, sowie seinem Stellvertreter DI Peter Scherrer über die aktuelle Situation sowie die Zukunftsperspektiven der heimischen Bauwirtschaft. Schließlich gab es noch eine Podiumsdiskussion. 

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