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Wirtschaftsstandort braucht einen starken Handel

Der Internethandel boomt: In Vorarlberg flossen 2018 rund  300 Millionen Euro ins Onlinegeschäft. Wermutstropfen ist die fehlende Wettbewerbsgleichheit für heimische Händler. Die Sparte Handel definiert notwendige Maßnahmen für einen starken Handel.

Der Onlinehandel entwickelt sich rasant: Der neue Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau ist ein fundiertes Ausbildungsangebot und eine ausgezeichnete Ergänzung zu den bisherigen klassischen dualen Ausbildungswegen im Einzel- und Großhandel.
© istock Der Onlinehandel entwickelt sich rasant: Der neue Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau ist ein fundiertes Ausbildungsangebot und eine ausgezeichnete Ergänzung zu den bisherigen klassischen dualen Ausbildungswegen im Einzel- und Großhandel.

Die Nutzung des Internets generell und der Einkauf im „WWW“ im Speziellen haben in den vergangenen 15 Jahren eine rasante Entwicklung gemacht: Ein Studie der KMU-Forschung Austria zeigt, dass 88 Prozent der Vorarlberger (16-74 Jahre) das Internet generell nutzen, 78 Prozent sogar täglich – zum Beispiel  für  Online-Banking (60 Prozent) oder für Social-Media-Aktivitäten (53 Prozent). Acht Prozent der Vorarlberger verkaufen und 60 Prozent kaufen Waren via Internet. Im Langzeitvergleich der vergangenen 15 Jahre zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Internet-Nutzung von 44 auf 88 Prozent.

Damit hat sich die Zahl der Internet-Nutzer (16-74 Jahre) in Vorarlberg von rund 120.000 (2003) auf rund 260.000 (2018) mehr als verdoppelt. Nach der dynamischen Entwicklung in den vergangenen Jahren zählt der Einkauf via Internet mittlerweile für breite Konsumentengruppen zum „alltäglichen“ Einkaufsverhalten. 60 Prozent der Vorarlberger (16-74 Jahre) shoppen bereits online, 2003 waren es 14 Prozent. Im Langzeitvergleich hat sich die Zahl der Online-Shopper in Vorarlberg von rund 40.000 (2003) auf rund 180.000 (2018) mehr als vervierfacht.

300 Millionen Euro fließen in Onlinehandel

"Aber nicht nur die Zahl der Online-Shopper ist deutlich angestiegen, auch die Ausgaben beim Online-Shopping nehmen kontinuierlich zu“, zitiert KommR  Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, ebenfalls aus einer Studie der KMU Forschung Austria: „Summierten sich die Ausgaben der Vorarlberger beim Einkauf von Einzelhandelswaren via Internet 2008 noch auf rund 100 Millionen Euro, belaufen sich die Online-Ausgaben mittlerweile auf rund 300 Milllionen Euro im Jahr.“ Österreichweit werden 7,3 Milliarden Euro pro Jahr  beim Online-Shopping ausgegeben – Tendenz steigend. Allerdings gibt es einen massiven Wermutstropfen: Österreichweit fließen rund vier Milliarden Euro bzw. rund 55 Prozent der Online-Ausgaben dabei zu ausländischen Internet-Anbietern. Diese Entwicklung ist auch in Vorarlberg zu beobachten: Kauften 2013 noch 45 Prozent der Vorarlberger Konsumenten online im EU-Ausland ein, traf dies 2018 bereits auf 50 Prozent zu. „In Sachen Umsatz- und Kaufkraftabfluss zu ausländischen Onlinehändlern besteht Handlungsbedarf“, erklärt Spartenobfrau Fröwis.

Globale Entwicklung des Onlinehandels

Mehr als 54 Millionen Europäer kaufen Waren – insbesondere kleine elektronische Geräte, Handyzubehör, Schuhe und Kleidung – online in China ein, 26,6 Millionen in den USA. „Insbesondere der Online-Einkauf in China nimmt dramatisch zu“, sagt Fröwis. Fakt ist: Der grenzüberschreitende elektronische Handel innerhalb der EU ist nicht so schnell gewachsen wie in Ländern außerhalb der Europäischen Union. Der europäische Markt für digitale Dienste liegt deutlich hinter den USA und China zurück, insbesondere was die Präsenz auf dem Weltmarkt anbelangt. „Der europäische Handel braucht Steuerfairness“, erklärt Theresia Fröwis: Folgende Notwendigkeiten sieht die Sparte Handel in Zusammenhang mit dem Umsatzabfluss ins Ausland:


EUR 22-Freigenze für Kleinsendungen 
Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten, deren Gesamtwert nicht höher als 22 Euro beträgt, sind aus verwaltungsökonomischen Gründen einfuhrabgabenfrei. Zum Vergleich: Kleinsendungen zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten sind ab dem ersten Cent an umsatzsteuerpflichtig. Nach Schätzungen der EU-Kommission werden etwa 150 Millionen Kleinsendungen aus den Drittstaaten mehrwertsteuerfrei in die EU importiert. Den Mitgliedstaaten entgeht damit jährlich eine Milliarde Euro. Um Wettbewerbsgleichheit zu schaffen, soll die Freigrenze von EUR 22 für Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten EU-weit ab 2021 abgeschafft werden; die Sparte Handel fordert die raschere Abschaffung der 22-Euro-Freigrenze.

EUR 150 Zollfreigrenze für Kleinsendungen

Direkt eingeführte Waren unter 150 Euro sind zollfrei. Auf diese Weise können Nicht-EU-Verkäufer diese Zölle umgehen und billiger an EU-Verbraucher verkaufen als Händler mit Sitz in der EU, die sich diesen nicht entziehen können. Dies bedeutete eine weitere Wettbewerbsverzerrung. Um gleiche Handelsbedingungen in der EU zu schaffen, muss die 150-Euro-Zollfreigrenze abgeschafft werden.

Kontrolldichte in der Zollprüfung
Um das Problem der Unterdeklarierung der Warenwerte beim Direktversand aus dem Drittland zu lösen, muss zudem die Kontrolldichte bei der Zollüberprüfung erhöht werden. Die Sparte Handel fordert daher, eine leistungsfähige Zollbehörde, die effiziente und systembasierte Kontrolllösung anwendet, zu installieren und den Personalstand aufzustocken.

Plattformhaftung

Online-Plattformen besitzen ausreichende Daten, die dazu genutzt werden können, um ein steuerliches „level playing filed“ zu schaffen. Unternehmen in der EU und insbesondere die KMU erleiden wettbewerbliche Nachteile, wenn außereuropäische Unternehmen Gegenstände mehrwertsteuerfrei in die EU einführen. Der Mehrwertsteuerbetrug führt zu eklatanten Wettbewerbsnachteilen für steuerehrliche Unternehmen. Da Online-Plattformen eine zentrale Rolle im E-Commerce-Markt spielen, sollen Plattformen ab 2021 für die Erhebung der Mehrwertsteuer zuständig sein und Schuldner für die Mehrwertsteuer auf Einfuhren sein, wo die Gefahr besteht, dass die Mehrwertsteuer von den in Drittstaaten ansässigen Lieferanten nicht bezahlt wird. Plattformen sollen bei der Erhebung der Mehrwertsteuer mitwirken und Steuerschuldner sein, wenn der Wert der eingeführten Gegenstände jeweils weniger als 150 Euro beträgt. Die Sparte Handel fordert die rasche Einführung einer Plattformhaftung in Österreich.

Ertragsbesteuerung Amazon & Co 
Das nationale und internationale Steuerrecht wurde auf dem Konzept der physischen Präsenz entwickelt. Das führt dazu, dass bei den digitalen Geschäftsmodellen keine steuerlichen Anknüpfungspunkte wie z.B. eine physische Betriebsstätte existieren. Ohne einen steuerlichen Anknüpfungspunkt kann auch kein Besteuerungsrecht begründet werden. Um Steuergerechtigkeit herzustellen fordert der Handel die Einführung der digitalen Betriebsstätte. Das Ziel muss sein, die Merkmale des Betriebsstätten-Begriffes auf einen potenziellen neuen Besteuerungsanknüpfungspunkt auszudehnen, der geeignet ist, faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer und Geschäftsmodelle zu gewährleisten. Steuersysteme sollten daher so entwickelt werden, dass sie neue Geschäftsmodelle erfassen und dabei fair, effizient und zukunftstauglich sind.

Wirtschaftsstandort braucht starken Handel 

All das ist deshalb so wichtig, weil ein leistungsfähiger Wirtschaftsstandort einen starken Handel braucht“, betont Spartenobfrau Theresia Fröwis. Neben intensiven Gesprächen mit der heimischen Politik laufen auch Aktivitäten auf europäischer Ebene. Aber auch beim Thema Digitalisierung und Fachkräfte geht der heimische Handel seit vergangenem Jahr neue Wege: „Mit der Einführung des E-Commerce-Kaufmann/-frau haben wir einen modernen, attraktiven und zeitgemäßen Lehrberuf geschaffen. Die zahlreichen engagierten und motivierten Jugendlichen, die sich auch in Vorarlberg schon für den neuen Lehrberuf entschieden haben, bringen uns dem Ziel näher, mehr junge Menschen für eine Lehre im Handel zu begeistern“, erklärt Fröwis.

Die vermittelten Qualifikationen umfassen etwa den Umgang mit Shopmanagement-Systemen, die Präsentation von Waren im Online-Shop, die Verwendung unterschiedlicher Werbeformen im Display-Marketing oder die Erstellung bzw. den Versand von Newslettern unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Um den heimischen Handelsbetrieben die nötigen Fachkräfte auch in Zeiten steigender Digitalisierung zu sichern, können sich interessierte Betriebe, die online verkaufen, bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Vorarlberg für weitere Informationen und Details melden.“

„Die neue Lehre bietet vielseitige Tätigkeiten, bei der keine Langweile aufkommt: spannend, abwechslungsreich und zukunftsträchtig für beide Lehrling und Lehrbetrieb!“
Daniela Müller, Leitung Online-Marketing, myRobotcenter
„Der neue Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau bedeutet für Jugendliche eine zukunftssichere und moderne Ausbildung im Handel.“
Ursula Humpeler, Personalentwicklung/ Lehrlingsverantwortliche, Inhaus
„Die Jugendlichen können sich mit E-Commerce identifizieren und sind neugierig, was genau dahintersteckt.“
Janine Decarli, Assistentin Personalmanagement, Haberkorn
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