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Wilfried Hopfner: „Regionales Banking bedeutet eine Beziehungsebene“

Die Themen Fachkräfte und Digitalisierung sind auch für die heimischen Banken die großen Herausforderungen im Jahr 2019.

Die Themen Fachkräfte und Digitalisierung sind auch für die heimischen Banken die großen Herausforderungen im Jahr 2019.
© raiffeisenlandesbank Betriebsökonom Wilfried Hopfner

Herr Spartenobmann Hopfner, die wirtschaftliche Konjunktur in Vorarlberg ist sehr gut. Wie geht es den regionalen Banken in Vorarlberg?

Die heimischen Banken profitieren vom günstigen wirtschaftlichen Umfeld, zudem zeigen Anpassungen unserer Geschäftsmodelle erste sichtbare Ergebnisse.   Aktuell zeigt die Situation in Vorarlberg wirtschaftlichen Erfolg, und damit auch eine hohe Zufriedenheit, der Menschen, die hier wohnen und arbeiten dürfen. Dennoch steht der Bankensektor weiterhin vor großen Herausforderungen, wie etwa dem Niedrigzinsumfeld.

Worin sehen Sie die zentrale Aufgabe der Branche für 2019?

Herausforderung wird auch für das neue Jahr sein, das Image der regionalen Banken weiter zu stärken, um zum einen die hochwertigen, qualifizierten Mitarbeiter/-innen für das regionale Banking zu gewinnen und zum anderen, um der Vorarlberger Wirtschaft zu beweisen, welche Bedeutung wir regionalen Banken haben.

Also haben auch die Banken mit dem Fachkräfteproblem zu kämpfen?
Durchaus. Fachwissen in den Banken wird dringend benötigt, denn gerade die Regulatorik ist eine immense Aufgabe für die heimischen Banken und deren Juristen, Mathematiker sowie Ökonomen. Nicht zuletzt deswegen haben wir mit den Handelsakademien vor über zehn Jahren den Ausbildungsschwerpunkt FiRi - Finanz- und Risikomanagement - ins Leben gerufen. Wir wollen den jungen Menschen auch aufzeigen, wie attraktiv Banking und daraus resultierende Job heutzutage sind. Die große Teilnehmerzahl ist jedes Jahr erfreulich.

Gleichzeitig ist das Banking sehr stark vom Digitalisierungsschub betroffen.

Ja, positiv zum einen, weil dadurch Prozesse verschlankt werden können, zum anderen stellt dies aber eine Herausforderung dar, da damit neue Anbieter auf den regionalen Markt drängen. Investitionen in die digitale Welt bedeuten daher auch für die regionalen Banken eine große Aufgabe, um neuen digitalen Anbietern technologisch und im Kundenbereich Paroli bieten zu können.

Und was bedeutet regionales Banking dann noch in diesem digitalen Zeitalter?

Die Frage wird sein, wie gut es uns gelingt, in einer guten Beziehung mit unseren Kunden zu bleiben. Regionles Banking heißt, ich biete dir eine Beziehungsebene an. Eine große internationale, rein digital agierende Bank legt wenig Wert auf eine Kundenbeziehung, bietet allerdings in der digitalen Welt Convenience-Produkte, die nahe am Kundenbedürfnis sind. Unser Unterscheidungsmerkmal ist die persönliche Beziehung.

Wagen Sie einen Ausblick?
Ich erwarte mir für 2019 ein moderates Wachstum der Vorarlberger Wirtschaft. Gebremst wird es auch aufgrund fehlender Ressourcen wie etwa Fachkräfte. Die regionalen Banken fühlen sich als Partner der Wirtschaft, wenn es gut geht, aber auch dann wenn es schlecht läuft, je nach Maßgabe unserer Möglichkeiten und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Das wird in jeder Lage unser Ansatz sein.

Zur Person: Betriebsökonom Wilfried Hopfner 

1983 trat Wilfried Hopfner in die Raiffeisenbank Wolfurt ein. 1988 wechselte er zur Raiffeisenlandesbank. 1993 wurde Hopfner in den Vorstand der RLB Vorarlberg berufen. Der Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden erfolgte 2009. Seit 2012 ist Betriebsökonom Wilfried Hopfner auch Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
Im Jänner 2016 wurde ihm der Berufstitel Kommerzialrat verliehen.

Interview: Herbert Motter

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