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WKV-Wirtschaftsparlament: Zentrale Weichen für die Zukunft gestellt

Fachkräftemangel und Bildung sowie digitale Infrastruktur sind die zentralen Herausforderungen. Wirtschaftskammer entlastet ab 2019 ihre Mitglieder.

Beim 5. Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Vorarlberg in dieser Legislaturperiode wurden wichtige Weichenstellungen für die Zukunft beschlossen.
© Groß/WKV Abstimmung beim 5. Wirtschaftsparlament der WKV

„Wir erleben derzeit den weltweit größten wirtschaftlichen Umbruch seit Beginn des elektronischen Zeitalters, bei dem mittelfristig kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Die Entwicklung geschieht exponentiell: Globalisierung, Digitalisierung, die unbewältigte Flüchtlingsfrage sowie die unumkehrbare demografische Entwicklung verändern nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Arbeitswelt. Ob kleiner Handwerksbetrieb, mittelständischer Leitbetrieb oder international tätiger Konzern: Die zunehmende Dynamik und Schnelllebigkeit stellen uns alle gleichermaßen vor Herausforderungen.

Dafür wollen wir als Wirtschaftskammer die beste Unterstützung anbieten. Mit dem im September gestarteten Strategieprozess Disk.Kurs Zukunft stellen wir die richtigen Weichen, um uns als Organisation, aber auch den Standort Vorarlberg zukunftsfit zu machen“, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler in seinen Ausführungen im heutigen Wirtschaftsparlament. Am 30. Jänner 2019 wird die Wirtschaftskammer eine Roadmap mit konkreten Umsetzungsprojekten präsentieren.

Reformprojekt Wirtschaftskammer 4.0

2019 ist auch das Jahr der Entlastung für die WKV-Mitglieder. Es wird entsprechende Senkungen bei den Kammerumlagen I und II geben. Investitionen werden im Hinblick auf die Kammerumlage I überhaupt beitragsfrei gestellt. Neugründer sind im Jahr nach der Gründung zur Gänze von der Grundumlage befreit. Diese und eine Reihe weiterer Maßnahmen bringen in Summe ein Entlastungs-Potenzial von rund 1,5 Millionen Euro ab 2019. „Die Beitrags-Senkung hilft, die Lohnnebenkosten zu senken, sie setzt Investitionsanreize, entlastet Gründer im ersten Jahr nach der Gründung - und gleichzeitig machen wir die WK-Organisation zukunftsfit“, betont Präsident Metzler. 

Anträge zum Wirtschaftsparlament

In den Delegiertenanträgen zum Wirtschaftsparlament wurden zukunftsweisende Entscheidungen für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg getroffen.

  • Unter anderem ging es um eine MINT-Strategie gegen den Fachkräftemangel. Einstimmig wird die Vorarlberger Landesregierung dazu aufgefordert, gemeinsam mit der Wirtschaft und wichtigen Institutionen einen strategischen Entwicklungsprozess zu starten, der das Ziel verfolgt, künftig noch mehr junge Menschen für Technik und Naturwissenschaft zu begeistern; in weiterer Folge die darin vorgesehenen Aktivitäten umzusetzen und diese regelmäßig auf ihre Wirksamkeit zuüberprüfen.
  • Ebenso haben sich die Delegierten einhellig darauf geeinigt, das Land dazu aufzufordern, verstärkt in die digitale Infrastruktur, namentlich in den Breitbandausbau, sowie in die digitale Verwaltung zu investieren und klare Aufgabenfelder mit konkreten Verantwortlichkeiten festzulegen.
  • Einigkeit herrschte über alle Fraktionen hinweg in Sachen Asyl und Lehre. Ein Antrag der Grünen Wirtschaft wurde insoferneinstimmig abgeändert angenommen, um nicht nur Asylwerbern die Möglichkeit zu bieten, die Lehre abzuschließen und sich für das deutsche Modell „3plus2 einzusetzen, sondern schnellstmöglich auch Maßnahmen zu setzen, um die Dauer von Asylverfahren deutlich zu verkürzen und um auch gut integrierten Asylwerbern die Chance zu geben, im Rahmen der Rot-Weiss-Rot-Card eine Ausbildung zu machen. Im Anschluss sollen diese dann auch als Fachkräfte in Österreich leben und arbeiten können. Dazu wurde ein dringlicher Appell an die Bundesregierung gerichtet. Darüber hinaus wird die Wirtschaftskammer Vorarlberg an die Wirtschaftskammer Österreich und das AMS Vorarlberg herantreten, um gemeinsam Maßnahmen für eine bessere Integration von Asylberechtigten in den Arbeitsmarkt zu erarbeiten sowie die Weichen für eine Ausweitung und Forcierung der überregionalen Vermittlung, auch über Bundesländergrenzen hinweg, zu erstellen.
  • Ebenfalls einstimmig angenommen wurde der Antrag der Sparte Information und Consulting zum Recht auf Selbstständigkeit, wonach eine aktive Gewerbeberechtigung, die Vollversicherung in der SVA und die ausdrückliche Erklärung des Betroffenen, wonach es seinem Willen entspricht, auf selbstständiger Basis tätig zu sein, ausreichend sind, um den Status der Selbstständigkeit festzustellen.
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