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Vorarlberger Wintersaison in Zeiten von Corona

Entkoppelung vom Tourismus bereitet der Seilbahnwirtschaft Sorgen. Tourismusbranche fordert Rechtssicherheit, Investitionsschutz un Planungssicherheit für die kommenden Monate.

Wintersaison während Corona.
© Markus Gmeiner

Nun ist es gewiss: Die Vorarlberger Bergbahnen dürfen ihren Betrieb zu Weihnachten aufnehmen. Um die finanziellen Verluste abzufedern, die mit diesem verspäteten Saisonstart verbunden sind, erhalten sie eine Entschädigung vom Bund. Gleichzeitig dürfen jedoch Hotellerie und Gastronomie erst am 7. Jänner 2021 wieder öffnen. Somit gibt es in den ersten zwei Wochen keine Einkehrmöglichkeiten am Berg. „In erster Linie freuen wir uns natürlich, dass wir überhaupt aufsperren dürfen. Auch der Umsatzersatz ist eine gute Lösung“, betont Andreas Gapp, Fachgruppenobmann der Vorarlberger Seilbahnen, ergänzt jedoch: „Was wir allerdings mit Sorge sehen, ist die Entkopplung von Tourismus, Gastronomie und Seilbahnen – das sind Puzzlestücke, die einfach zusammengehören. Die Gastronomie am Berg nimmt eine ganz andere Funktion ein als unten im Tal. In den Skigebieten finden die Emotionen auf der Piste statt, im Schwung in der Kurve. Die Verpflegungseinrichtungen dienen in erster Linie dazu, sich aufzuwärmen, zu rasten und Energie zu tanken. Dass es hier keine angemessenere Lösung für die Skigebiete gibt und Wintersportler bis Anfang Jänner komplett auf Einkehrmöglichkeiten am Berg verzichten müssen, ist wenig nachvollziehbar.“

Wirtschaftlichkeit wird zum Balanceakt

Dass der Tourismus und die Seilbahnen voneinander entkoppelt werden, wirkt sich auch auf anderer Ebene auf die Skigebiete aus: Der Tourismus in Vorarlberg ist in einem hohen Maß vom Übernachtungsgast abhängig – was unter normalen Umständen mit großen Vorteilen, wie etwa deutlich weniger Verkehrsaufkommen, verbunden ist. Da die Hotellerie bis Jänner geschlossen hat, bricht diese Gästegruppe nun aber ebenfalls in den Skigebieten komplett weg. „Wir hätten uns einen flexibleren Ansatz gewünscht, der die Tourismusstruktur in Vorarlberg und auch die Bedürfnisse der Einheimischen besser berücksichtigt. In diesem Sinne wäre folgende Lösung sinnvoll gewesen: Jene Skigebiete, die hauptsächlich einheimische Gäste haben, können ihren Betrieb aufnehmen und jene, die größtenteils vom Übernachtungsgast abhängig sind, können geschlossen halten“, sagt Gapp. Da dies nun nicht der Fall ist, stehen die Skigebiete vor einem wirtschaftlichen Balanceakt. „In der ersten Zeit werden einige Skigebiete vermutlich nicht alle Anlagen öffnen können, da dies unter den gegebenen Umständen aus wirtschaftlicher Perspektive einfach nicht möglich ist“, erklärt der Fachgruppenobmann.

Massiver Einbruch

Eine Blitzumfrage innerhalb der Vorarlberger Tourismusbranche zeigt einen massiven Einbruch bei den Buchungen für die kommende Wintersaison an. Die Vorschauen von 144 befragten Hotelbetrieben ergeben eine voraussichtliche Bettenauslastung von durchschnittlich 14,1 Prozent in den Monaten Dezember 2020 bis Ende April 2021. Im Vorjahr wurden hingegen bereits Ende November Bettenauslastungen von 52,9 Prozent für die gesamte Wintersaison 2019/20 registriert. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 27.11. bis 1.12. – also vor Verkündung der neuen Maßnahmen der Regierung – durchgeführt. Die befragten Vorarlberger Tourismus-Unternehmen schätzen die Geschäftsentwicklung und die Marktchancen in der Wintersaison 2020/21 mit schlecht (31,34 Prozent) bis sehr schlecht (42,79 Prozent) ein. Vor allem die derzeitigen politischen Aussagen in Nachbarländern wirken sich demnach sehr stark bis stark auf das Buchungsverhalten (75,12 Prozent) sowie auf Stornierungen (74,13 Prozent) aus. Einziger kleiner Lichtblick ist demnach die Sommersaison, welche eine gute (43,28 Prozent) bzw. eine sehr gute Geschäftsentwicklung (6,47 Prozent) erwarten lässt. Mehrheitlich wenig bis nicht zufrieden sind die Befragten bisher mit den Unterstützungsleistungen und Lösungsvorschlägen der Landespolitik (42,29 Prozent) bzw. der Bundespolitik (55,22 Prozent).

Umsatz- und Fixkostenersatz bringen gewisse Planbarkeit

„Angesichts dieser Zahlen wird einem bewusst, dass eine ganze Branche bis Ende April ums nackte Überleben kämpfen muss. Dabei bringt zumindest der jetzt vorgesehene Umsatzersatz von  50 Prozent bis Ende Dezember gemeinsam mit dem Fixkostenersatz ab 1. Januar eine gewisse Planbarkeit für die Betriebe. Wir müssen jedoch innerhalb der Branche viel mehr differenzieren, wer wie stark von den doch massiven Einschränkungen aufgrund von Covid-19 betroffen ist“, sagt Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Er appelliert insbesondere an die Politik, sich grenzüberschreitend für das Ende von Reisewarnungen, Grenzbarrieren und Quarantänepflichten einzusetzen, weil Vorarlberg zu über 90 Prozent vom ausländischen Gast abhängig ist. Jetzt komme es darauf an, das Tourismusmarketing im Land und die Österreich Werbung auf die Zeit nach Mitte Jänner bis April auszurichten.

Branchenvertreter fordern Rechtssicherheit und Investitionsschutz

Markus Kegele kann diese Skepsis nachvollziehen, weil noch nicht klar ist, wie es im Jahr 2021 mit der Branche weitergeht: „Uns als Unternehmern fehlen volks- und betriebswirtschaftliche Perspektiven. Wir haben in der Vergangenheit mit hohen Risiken in den Wirtschaftsstandort Österreich investiert. Dafür brauchen wir wieder Rechtssicherheit und glaubwürdigen Investitionsschutz. Letzterer sollte nicht nur für global agierende Großkonzerne, sondern auch für heimische Unternehmen gelten. Schließlich bewältigen wir seit Jahrzehnten eine der höchsten Steuerquoten innerhalb Europas und können unsere Betriebsstätten nicht einfach ins Ausland verlagern.“

Ohne Küche kein Tourismus

Mike Pansi, Fachgruppenobmann der Vorarlberger Gastronomie: „Für uns ist klar, dass es keinen Tourismus ohne Küche gibt.“ Aus unzähligen Gästebefragungen und Studien wisse man,  dass es neben der Natur  gerade die Österreichische Kulinarik und Gastfreundschaft seien, die einen  USP darstellen. „Wir arbeiten daher  jetzt schon ein einigen kreativen Ideen und Konzepten, die wir, sobald wir ohne Auflagen wieder aufsperren können, umsetzen wollen“, erklärt Pansi. Auch in Sachen Ausbildung hat der Fachgruppenobmann eine klare Meinung: „Gerade um den massiven Einschnitten, die dieses Jahr die Branche und die Vorarlberger Ess-Kultur und Kulinarik hinnehmen mussten, entgegenzutreten, gilt es den Regionalen Campus und die touristische Ausbildung mehr denn je rasch auf die Straße zu  bringen.“ Man müsse in die Bildung und die Zukunft investieren. Es gehe hier auch um die Nachhaltigkeit der Berufe in der Branche Gastronomie.

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