th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Vorarlberger Bauwirtschaft stabil auf hohem Niveau

Die Baubranche in Vorarlberg entwickelt sich insgesamt positiv. Für 2020 rechnen die heimischen Bauunternehmen weiterhin mit einer zufriedenstellenden Auslastung.

Die Sparten Wohnbau und Sanierung bleiben auch 2020 die Träger der Vorarlberger Baukonjunktur.
© Bauakademie Hohenems/Norbert Blum Die Sparten Wohnbau und Sanierung bleiben auch 2020 die Träger der Vorarlberger Baukonjunktur.
Positive Trends in Sachen Auftragslage und Auslastung: Das zeigen die Ergebnisse der Blitzumfrage zum Jahresende, die heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurden. Die bereits spürbare Abflachung der Konjunktur in einigen Bereichen dämpft jedoch die Erwartungen der Bauwirtschaft im gewerblichen Bereich, berichtet Innungsmeister Peter Keckeis. Aufgefangen wird dies vor allem durch eine gute Auslastung im Wohnbau, bei öffentlichen Bauprojekten und Sanierungen. Handlungsbedarf sehen die Bauunternehmen vor allem im Bereich Ressourcen und Deponien. 

Steigende Auftragszahlen

Sehr erfreut zeigt sich Innungsmeister Peter Keckeis über die hohe Rücklaufquote von über 75 Prozent. Die traditionelle Blitzumfrage zum Jahresende kann somit als zuverlässiger Indikator für die aktuelle Situation der Bauunternehmen herangezogen werden. Das vergangene halbe Jahr war für die gesamte heimische Bauwirtschaft durchwegs positiv und auch für das erste Halbjahr 2020 erwarten die Vorarlberger Bauunternehmer steigende Auftragszahlen. Insbesondere die Bereiche Wohnbau und Sanierung erweisen sich als wichtige Pfeiler der heimischen Bauwirtschaft. Mit einem leichten Rückgang wird in den Sparten öffentlicher Hoch- (-0,81 Prozent) und Tiefbau (-1,94 Prozent) gerechnet. 

Industrie- und Gewerbebau spüren Konjunktur

Nach einem dynamischen Jahr 2019 mit Großprojekten wie der Bahnhofcity Feldkirch sowie Standorterweiterungen der Industriebetriebe Blum, GRASS und EHG rechnen die heimischen Bauunternehmer im ersten Halbjahr 2020 mit einer stabilen Auftragslage und einem marginalen Zuwachs von + 0,32 Prozent. Allerdings - der Rückgang der deutschen Konjunktur, vor allem im Bereich Automotiv - führt auch in Vorarlberg zu Verzögerungen und teilweise leichten Abflachungen. Kompensiert wird diese Entwicklung durch eine mittelfristig gute Auftragslage im öffentlichen Hoch- und Tiefbau, erklärt der stellvertretende Innungsmeister Alexander Stroppa. „Auch wenn die Einschätzungen in der Blitzumfrage noch weniger optimistisch sind, rechne ich im öffentlichen Hoch- und Tiefbau im Jahr 2020 mit einer Trendwende. Zahlreiche öffentliche Bauprojekte stehen kurz vor der Ausschreibung oder sind in der Planung so weit fortgeschritten, dass sie 2020 ausgeschrieben werden.“ Als Beispiele nennt Stroppa die ASFINAG-Projekte Autobahnabfahrt Dornbirn Mitte, die Auffahrt Frastanz, den Bahnhof Altach oder auch das Ortszentrum Lech. 

Gute Auftragslage bei Wohnbau und Sanierungen

Die Sparten Wohnbau und Sanierung bleiben auch 2020 die Träger der Vorarlberger Baukonjunktur. Die Ergebnisse der Blitzumfrage bestätigen die positive Einschätzung der Bauunternehmen. Für das erste Halbjahr 2020 werden weiterhin Zuwächse erwartet: bei den Sanierungen über 9 Prozent, im Wohnbau ein Plus von über 10 Prozent. Johannes Wilhelm, Wohnbausprecher und stellvertretender Innungsmeister, begründet diese stabile Entwicklung mit der wachsenden Nachfrage nach Wohnraum insgesamt und einer verstärkten Bautätigkeit der gemeinnützigen Wohnbauträger.
 

Bei den Sanierungen sieht Wilhelm aus den Erfahrungen der Praxis zwei Trends: „Viele Wohnanlagen aus den 1980er- und 1990er-Jahren stehen derzeit zur Sanierung an. Vielfach werden sie aber nicht nur optisch hergerichtet, sondern auch energetisch auf einen effizienteren Stand gebracht. Ein anderer Trend betrifft die zeitgemäße Nutzung von älteren Gebäuden: Bei Generalsanierungen werden oft alte, große Wohnhäuser zu Mehrfamilienhäusern umgebaut und es entstehen neue generationsübergreifende Wohnlösungen.“ Johannes Wilhelm betont, dass die Leistbarkeit des Wohnens auch für die Bauunternehmer höchste Priorität hat. Die anhaltend hohen Immobilienpreise und die Notwendigkeit von leistbaren Finanzierungsmöglichkeiten zählen neben dem geforderten Qualitätsstandard zu den zentralen Herausforderungen der Branche. 

Die Baubranche in Vorarlberg entwickelt sich insgesamt positiv. Für 2020 rechnen die heimischen Bauunternehmen weiterhin mit einer zufriedenstellenden Auslastung, die Auftragslage ist im Dezember 2019 um gut neun Prozent höher als vor einem Jahr.
© WKV/Simon Gross Günther Ammann, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Johannes Wilhelm, Wohnbausprecher und Innungsmeister-Stv., Innungsmeister Peter Keckeis und Innungsmeister-Stv. Alexander Stroppa. (v.l)

Immobilien: Nachfrage und Angebot an Wohnungen ausgeglichen 

Am Vorarlberger Grundstücksmarkt lässt sich derzeit eine leichte Wende erkennen. Es werden wieder vermehrt Grundstücke auf dem Markt angeboten, das Tempo wurde herausgenommen und die Preise zeigen eine Seitwärtsbewegung – allerdings auf einem hohen Niveau. Auch der Mietwohnungsmarkt hat sich eingependelt und ist von der Nachfrage her in den letzten Monaten eher zurückgegangen. „In Vorarlberg schätzen wir derzeit einen Gesamtbedarf von circa 3.200 Neubauwohnungen pro Jahr, davon etwa 400 gemeinnützige Mietwohnungen”, erklärt Günther Ammann, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder: „Hierbei muss es das Ziel sein, den Menschen im Land die Möglichkeit zu bieten, Wohnungseigentum zu erwerben. Dazu braucht es eine Anpassung der Wohnbauförderung an die tatsächlichen Gegebenheiten und Preisniveaus.“ Aktuell bezahlen alle Arbeitenden von ihrem Gehalt Wohnbauförderungsbeiträge. Diese Gelder sollen auch so verwendet werden und Menschen mit einem weniger hohen Einkommen einen Zugang zu Wohnungseigentum ermöglichen. „Dies ist derzeit nicht der Fall, obwohl die subjektiven Voraussetzungen für die Wohnbauförderung gegeben wären und alle wissen, dass der Wohnbau in Vorarlberg eine wichtige und für das Baugeschehen stabilisierende Rolle spielt“, kritisiert Ammann und betont: „Vor allem für junge Menschen ist eine Wohnungsfinanzierung ohne Wohnbauförderung nicht möglich.“ 

Deponie- und Rohstoffproblem

Besorgt zeigt sich die Vorarlberger Bauwirtschaft in Bezug auf die mangelnden Rohstoffe und Deponien im Land. Fehlende Abbau-Bewilligungen für vorhandene Rohstoffe wie Kies und Split machen den Unternehmen zu schaffen. Heimische Ressourcen werden so nicht genutzt, sondern über große Distanzen ins Land geholt. „Die Folgen sind ein extremer Kostendruck, der es schwer macht der Forderung nach leistbarem Wohnraum nachzukommen“, so Innungsmeister Keckeis. „Auch die Umwelt und die bereits jetzt schon stark beanspruchte Verkehrssituation im Land leiden unter dieser Problematik.“ Schwierig ist die Situation auch bei den Deponien für Bauaushub und Bauschutt. Die Anzahl der benötigten Deponien stößt an ihr Limit. „Die Bauunternehmer sehen sich immer öfter gezwungen, ihr Aushubmaterial ins benachbarte Ausland zu bringen. Wir sind auch hier mit steigenden Kosten konfrontiert“, erklärt Keckeis. Für den Bauherrn bedeutet dies eine schleichende Erhöhung der Baukosten. So haben sich die Kosten für einen Aushub im letzten Jahr verdoppelt, was zur Folge hat, dass meist auf einen Keller verzichtet wird. Innungsmeister Keckeis appelliert an die Politik, einerseits die überbordende Bürokratie einzudämmen, andererseits pragmatische Lösungen zu finden. Eine neue Rohstoffstrategie, die gemeinsam mit den Unternehmen erarbeitet wird, bietet die Chance, das an sich „steinreiche“ Land Vorarlberg wieder mit eigenen Rohstoffen versorgen zu können, sagt Keckeis. 

Lehrlinge dringend gesucht

Fachkräfte am Bau sind weiterhin sehr begehrt. Im Durchschnitt plant die Vorarlberger Bauwirtschaft eine Erhöhung des Beschäftigungsstandes um 6 Prozent. Noch gefragter sind die Lehrlinge bei den Bauunternehmen: Im ersten Halbjahr 2020 sollen 12 Prozent neue Lehrlinge am Bau in Vorarlberg eingestellt werden. Derzeit werden über 200 Lehrlingen in der heimischen Bauwirtschaft ausgebildet. Um auch weiterhin das Angebot an Nachwuchsfachkräften zu sichern investiert die Baubranche in die digitale Neuausrichtung der Baulehre. Mit dem Projekt „Baulehre 2020“ werden die Lehrinhalte genauso wie die Lernmethoden an die steigende Digitalisierung am Bau angepasst.
 

Zahlen und Fakten der Blitzumfrage 2019

Aktuelle Auftragssituation im Vergleich zum Dezember 2018: 9,35% (Vorjahr +7,40%)
Auftragssituation erstes Halbjahr 2020 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019: +10,32% (Vorjahr +6,60%)
 
Wohnbau: +10,32% (Vorjahr +4,20%)
Industrie- und Gewerbebau: +0,32% (Vorjahr +4,0%)
Öffentlicher Hochbau: -0,81% (Vorjahr +2,80%)
Öffentlicher Tiefbau: -1,94% (Vorjahr -1,20%)
Sanierung: +9,52% (+2,60%)
Mittelfristige Personalplanung: +6,45%; Personalplanung/Lehrlinge: +12,10%
Personalstand im Jahresmittel 2019: 4000 Mitarbeitende, ca. 200 Lehrlinge
von

Das könnte Sie auch interessieren

Aktuelle Daten der Statistik Austria zeigen, dass in Vorarlberg im vergangenen Jahr 14.741 Pkw neu zugelassen wurden.

2019 wurden in Vorarlberg 14.741 Pkw neu zugelassen

Rudi Lins, Fachgruppenobmann des Vorarlberger Kfz-Handels in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, informiert: „2019 wurden mit 14.741 Pkw fast gleich viele Fahrzeuge wie im vergangenen Jahr neu zugelassen. Starke Steigerungen gab es bei den alternativen Antriebstechnologien.“ mehr

Die Fachgruppe der Vorarlberger Seilbahnen honoriert auch heuer wieder die Leistungen verdienter Vorarlberger Wintersportler.

Seilbahnen honorieren Leistung heimischer Wintersportler

Die Fachgruppe der Vorarlberger Seilbahnen honoriert auch heuer wieder die Leistungen verdienter Vorarlberger Wintersportler. Drei Top-Athleten dürfen sich über Freiausweise für sämtliche Vorarlberger Skigebiete freuen.  mehr