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Vorarlberg ist der größte Profiteur der EU

EU-Binnenmarkt: Das Pro-Kopf-Einkommen der Vorarlberger hat sich um über 2.000 Euro jährlich erhöht. Vorarlberg ist der Gewinner schlechthin eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes.

EU-Binnenmarkt: Das Pro-Kopf-Einkommen  der Vorarlberger hat sich um über 2.000 Euro jährlich erhöht. Vorarlberg ist der Gewinner schlechthin eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes.
© istock Europa im Blick: Für Vorarlberg eine profitable Geschichte.

Speziell für kleine, exportstarke Länder ist der EU-Binnenmarkt Gold wert. „Auch, wenn in Österreich gerne über ‚Brüssel´ geschimpft wird, so geht das Land insgesamt doch als klarer Gewinner des gemeinsamen Wirtschaftsraums hervor. Der Wettbewerb hat Österreich produktiver und wohlhabender gemacht“, sagt Hanno Lorenz, Ökonom der Agenda Austria. Innerhalb Österreichs ist Vorarlberg dabei der größte Gewinner. Aktuell bestätigt das eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der University of Sussex, in der die ökonomischen Effekten des EU-Binnenmarktes in Europas Ländern und Regionen untersucht wurde, sehr eindrucksvoll.
Europaweit zeigen sich zwei wesentliche Trends: Zum einen sind es nicht die größten Volkswirtschaften, die am stärksten profitieren, sondern vor allem verhältnismäßig kleine, aber exportstarke Nationen. Zum anderen gilt: Zentrum schlägt Peripherie. Länder im geografischen Zentrum Europas profitieren deutlich stärker als EU-Mitglieder im Süden oder Osten des Kontinents.

„So wichtig die Prinzipien des Föderalismus und der Subsidiarität auch sind: Die großen Fragen, die großen Herausforderungen der heutigen Zeit lassen sich nur gemeinsam im europäischen Verbund lösen. Nationaler Egoismus hat uns noch kein Problem vom Hals geschaffen.“
WKV-Präsident Hans Peter Metzler

Der EU-Binnenmarkt ist der größte Wirtschaftsraum der  Welt. Die mit ihm einhergehenden vier Grundfreiheiten – der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital, bergen enormes Potenzial durch eine stärkere Handelsintegration in Europa und damit verbunden mehr Wettbewerb und mehr Innovationen, den Lebensstandard seiner Bürger zu erhöhen. Seit seiner Einführung im Jahr 1993 wird der Binnenmarkt insgesamt als Erfolg gesehen: Die Politik sieht in ihm einen entscheidenden Eckpfeiler der europäischen Integration und auch ökonomische Analysen weisen einen Wohlstandszuwachs aus, der auf den Binnenmarkt zurückzuführen ist. Europaweit zeigen sich zwei wesentliche Trends: Zum einen sind es nicht die größten Volkswirtschaften, die am stärksten profitieren, sondern vor allem verhältnismäßig kleine, aber exportstarke Nationen. Zum anderen gilt: Zentrum schlägt Peripherie. Länder im geografischen Zentrum Europas profitieren deutlich stärker als EU-Mitglieder im Süden oder Osten des Kontinents. 

„Die größten Gewinner sind kleine Länder, die viel Handel treiben und besonders international ausgerichtet sind“, erklärt Dominic Ponattu von der Bertelsmann Stiftug. Dazu liegen sie häufig im Windschatten größerer Volkswirtschaften: „Für Länder wie beispielsweise die Niederlande oder Österreich ist der Binnenmarkt Gold wert, denn sie verfügen über wettbewerbsfähige Branchen, sind aber aufgrund kleiner Inlandsmärkte vom Export abhängig“, sagt Ponattu.
Die Studie macht deutlich, dass auch für Regionen gilt: Je näher diese am europäischen Zentrum bzw. an anderen (großen) Volkswirtschaften liegen, desto höher die Einkommensgewinne durch den EU-Binnenmarkt. Vorarlberg liegt mit einem Pro-Kopf-Einkommensgewinn von 2.062 Euro deutlich an der Spitze der österreichischen Regionen und auch europaweit unter den Top-Regionen.

Positive Faktoren für Vorarlberg

Vorarlberg hat in der Europäischen Union von vielfältigen Faktoren profitiert –  durch offene Binnengrenzen, gemeinsame Währung, Personenfreizügigkeit, Handels- erleichterungen sowie durch Impulse aus Gemeinschaftsprogrammen zur Stärkung der länderübergreifenden Vernetzung und Zusammenarbeit in Grenzregionen. Vor- arlberg konnte daher sein Exportvolumen  innerhalb von zwei Jahrzehnten mehr als vervierfachen, auf mehr als zehn Milliarden Euro im Jahr. Auch die Zahl der Beschäftigten ist kontinuierlich gestiegen und hat im Jahresdurchschnitt 2018 einen Höchststand von 176.000 erreicht. Besonders markant ist die Entwicklung des Außenhandels mit den im Rahmen der EU-Osterweiterung 2004 beigetretenen Ländern. Deren Anteil am Vorarlberger Exportvolumen ist innerhalb von zwölf Jahren von acht auf 15 Prozent gestiegen.
Rein finanziell ergibt sich aus der EU-Mitgliedschaft für Vorarlberg im Wesentlichen eine positive Bilanz, d.h. Vorarlberg bekommt mehr aus den Fördertöpfen der EU ausbezahlt als es einzahlt. Die Einzahlungen des Landes in den EU-Haushalt betrugen im Jahr 2018 rund 25 Millionen Euro. In der Förderperiode 2014-2020 fließen bis dato aus EU-Fördertöpfen (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, INTERREG-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“, Europäischer Sozialfonds, Agrarförderungen usw.) im Schnitt jährlich ca. 32 Millionen Euro zurück. Insgesamt kann Vorarlberg in der laufenden Programmperiode 2014-2020 mehr als 220 Millionen Euro an EU-Förderungen lukrieren.

Potenzial für mehr Wachstum

Auch wenn sich der EU-Binnenmarkt bereits heute positiv auf die Einkommen in ganz Europa auswirkt, birgt er das Potenzial für weitere Wohlstandsgewinne. Dies betrifft vor allem den Handel mit Dienstleistungen: Obwohl sie bereits rund 75 Prozent der Wertschöpfung in der EU ausmachen, sind derzeit nur rund 30 Prozent aller EU-Exporte Dienstleistungen. Mehr gemeinsame Standards und einheitliche Wettbewerbsregeln können den Handel mit Dienstleistungen erhöhen.

Rückkehr zum Nationalismus ist verantwortungslos

„Europa hat Frieden und Wohlstand gebracht. Österreich  hat vom EU-Beitritt immens profitiert. Und doch ist unser Europa ein steter Prozess, in den man sich kon- struktiv einbringen muss, um mitgestalten zu können. Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament und damit ist wieder die Zeit, in der bestimmte Politiker den Menschen weismachen wollen, dass sich nur mit einer Rückkehr zum Nationalismus große Probleme lösen ließen. Das ist so unverantwortlich wie falsch: Gerade in der von Unsicherheit geprägten globalisierten Welt bietet nur ein geeintes Europa den Europäern Sicherheit und Stabilität. Nur gemeinsam lässt sich bewältigen, was sich im Alleingang nie bewältigen ließe. Ein Historiker sagte einmal, es habe in den 1930er-Jahren eine Demokratie gegeben, aber zu wenig Demokraten. Hoffentlich wird es nicht eines Tages heißen, es hätte eine EU gegeben, aber zu wenig Europäer. So wichtig die Prinzipien des Föderalismus und der Subsidiarität auch sind: Die großen Fragen, die großen Herausforderungen der heutigen Zeit lassen sich nur gemeinsam im europäischen Verbund lösen. Nationaler Egoismus hat uns noch kein Problem vom Hals geschafft. In diesem Sinne gibt es viel zu tun“, betont Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

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