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Von der Gefahr ein Homo Obsoletus zu werden

Anders Indset: Top-Referent beim Dis.Kurs Zukunft-Event „Vorarlberg mutig gestalten“ forderte dazu auf, die Wirtschaft neu zu denken

Anders Indset: Top-Referent beim  Dis.Kurs Zukunft-Event „Vorarlberg mutig gestalten“ forderte dazu auf, die  Wirtschaft neu zu denken.
© Matthias Rhomberg Indset: „Wir haben eine Maschine geschaffen, die alles kann und zweifelsohne viele unserer Probleme lösen wird, aber uns fehlt eine gemeinsame Richtung.“

Die Welt ist merkwürdig geworden. Eine Welt, in der der Mensch so frei wie nie zuvor ist und besser vernetzt denn je. Aber trotz 60 Milliarden WhatsApp-Nachrichten pro Tag sind wir verbunden in Einsamkeit. „Wir kaufen Sachen, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wier noch nicht verdient haben, nur um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mal mögen. Wir haben mehr Wissen, aber weniger Verstand, wir haben mehr Bildung und Abschlüsse, aber weniger Sinn, wir haben mehr Experten, aber weniger Antworten auf die zunehmende Komplexität unserer Gesellschaft“, sagt Wirtschaftsphilosoph Anders Indset im Festspielhaus im Rahmen von Dis.Kurs Zukunft. Dieser Überfluss an Informationen und Impulsen, diese weltweit am schnellsten wachsende Sucht mache uns nicht glücklich. „Ohne eine Bewusstseinsrevolution werden wir zu Dopamin-gesteuerten Junkies einer Wissensgesellschaft, die von einem uns nicht mehr verständlichen Algorithmus gesteuert wird.“

Vom überflüssigen Menschen

Für den norwegischen Wirtschaftsphilosophen ging es in der Geschichte der Menschen immer um zwei Sachen: Um Technologie und Autorität. Neue Technologien kamen, neue Autoritäten übernahmen. „Heute wandern die Autoritäten nicht mehr von Mensch zu Mensch, sondern vom Mensch zu den Algorithmen. Das ist eine komplett neue Ausgangssituation. Wir übergeben alles den Algorithmen und vertrauen diesen. Sie können uns besser navigieren und wir verlassen uns mehr und mehr auf diese. Das ist neu. Der Haken an der Sache: Damit verlagern wir alle unsere Autoritäten in Algorithmen und wechseln in einen permanenten Reaktions-Modus. Wir sind dann bloß noch Wesen, die nur reagieren.“

Anders Indset macht sich Gedanken, was passiert, wenn die Algorithmen und die künstliche Intelligenz verschmelzen und gemeinsam alles besser können als der Mensch. „Dann machen wird uns selbst zum Homo Obsoletus, zum überflüssigen Menschen“, warnt Indset. Und davor hätten wir bewusst und unbewusst Angst. Das Schlimmste, was einem Menschen passieren könne, sei Irrelevanz, eben nicht mehr gebraucht zu werden. Neue Herausforderungen und Fragen seien dringend erforderlich. Diese kommen jedoch nicht von rückwärtsgewandten Populisten, „sondern von Menschen, die miteinander wie beim Dis.Kurs-Projekt über eine gemeinsame Initiative diskutieren.“  Indset ist felsenfest davon überzeugt, dass die Herausforderungen nicht national lösbar sind, sondern in den Regionen; so verstehe er auch die Initiative von WKV-Präsident Hans Peter Metzler.

Zwei existenzielle Herausforderungen

Laut dem Wirtschaftsphilosophen stehen uns zwei existenzielle Herausforderungen bevor, die sowohl global als auch interdependent sind: „Wir müssen den ökologischen Kollaps vermeiden und einen Weg finden, mit exponenziellen Technologien umzugehen.“ Was wir also benötigen, sei eine Gesellschaft des Verstandes. Die Frage müsse lauten, welche Zukunft ist erstrebenswert? Nur, weil uns die Technik die Möglichkeiten gibt, heiße das noch lange nicht, dass wir etwas tun müssen oder sollen.  Neben der technologischen Evolution komme der Mensch an der eigenen nicht vorbei. Wir müssen uns endlich den großen philosophischen Fragen stellen: Wer sind wir? Und was wollen wir?  Die klare Botschaft von Indset: „Um im Laufe der nächsten zehn Jahre die passenden Lösungen zu erarbeiten, braucht es ein neues Wirtschaftsmodell mit einer praktischen, anwendbaren Philosophie als Wegbegleiter und Stützpfeiler. Wir müssen die Wirtschaft neu denken.“

Zur Person: Anders Indset, gebürtiger Norweger und von den Medien als “Rock’n’Roll Plato” bezeichnet, zählt zu den führenden Wirtschaftsphilosophen der Welt und ist mit seinen Ansätzen der praktischen Philosophie einer der meist gefragten Keynote-Speaker in Europa. wirtschaftsphilosoph.com

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