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Vier Gründungen pro Tag: Gründerzahlen in Vorarlberg auf Höchststand

Höchster Wert seit den Aufzeichnungen ab 1993: 1.129 Neugründungen (ohne selbstständige Personenbetreuung) gab es 2018 Vorarlberg.

1.129 Neugründungen (ohne selbstständige Personenbetreuung) gab es vergangenes Jahr in Vorarlberg – gegenüber 2017 ein stattliches Plus von rund 10,5 Prozent.
© iStock Die Steigerung bei den Neugründungen um rund 10,5 Prozent in Vorarlberg liegt deutlich über Österreichschnitt von 1,1 Prozent.

Rund 10,5 Prozent Steigerung in Vorarlberg. Damit liegt man deutlich über Österreichschnitt von 1,1 Prozent, wie aus der aktuellen Gründerstatistik der Wirtschaftskammer Österreich hervorgeht. In Vorarlberg wurde der Wert von 2017 um mehr als 100 Neugründungen überboten: Die insgesamt 1.129 Neugründungen entsprechen im Jahresschnitt (52 Wochen, fünf Werktage) einer Quote von vier Unternehmensgründungen pro Tag. „Die Motive, sich selbstständig zu machen, haben sich gegenüber dem Vorjahr verändert“, kommentiert Christoph Mathis, Leiter des Gründerservice in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, die aktuelle Motivumfrage. „Flexibler in der Zeit- und Lebensgestaltung zu sein“ ist mit inzwischen 70 Prozent nach wie vor Hauptgrund. Auch bei dem Wunsch, sein eigener Chef zu sein gab es einen Anstieg von 65 auf 69 Prozent. „Ich wurde in die Selbstständigkeit gedrängt“ gaben 2018 hingegen nur noch acht Prozent an, 2017 waren es noch zehn. Im Spartenvergleich dominierte im Jahr 2018 bei Neugründungen wieder das Gewerbe und Handwerk mit einem Anteil von 52,6 Prozent gefolgt vom Handel mit 21,3 Prozent und der Sparte Information und Consulting mit 15,6 Prozent.

Anlaufstelle

Das Gründerservice der Wirtschaftskammer Vorarlberg ist die erste Anlaufstelle für Neugründer und verfügt über ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot. Die Serviceabteilung bietet Beratungen zur Unternehmensgründung, zur Betriebsnachfolge und hat das Geschäftsfeld auf den Bereich Start-up/Digital erweitert. „737 individuelle, persönliche Gründungsberatungen im Ausmaß von durchschnittlich 1,5 Stunden wurden durchgeführt. Darüber hinaus nahmen 445 potenzielle Neugründer an den von uns angebotenen Gründerworkshops teil. Zusätzlich gab es knapp 23.400 Kundenkontakte per Telefon oder Mail“, resümiert Mathis.

Entlastung

Die vorliegenden Zahlen spiegeln nicht nur die gute wirtschaftliche Lage in Vorarlberg wider: „Das Ergebnis spricht auch für die hohe Attraktivität des und das Vertrauen in den heimischen Wirtschaftsstandort“, betont Marco Tittler, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Gerade deshalb brauche es aber auch weiterhin eine konsequente bürokratische Entlastung: Denn 25 Prozent der Befragten gaben „Sozialversicherung, Steuern und Abgaben“ als Gründungs-Hindernisse an. „Die ersatzlose Streichung sogenannter Bagatellsteuern – mit geringer Wirkung bei hoher administrativer Belastung für Finanzverwaltung und Steuerpflichtige – würde spürbare Vereinfachungen mit sich bringen“, erklärt der stellvertretende Direktor. Besonders aber der Ausbau von Pauschalisierungsmöglichkeiten für Kleinunternehmer wäre ein wichtiger und effektiver Schritt. 

„Sinnvoll wäre außerdem eine Betriebsausgabenpauschalisierung von 50 Prozent der Einnahmen für KMU und EPU bei einem jährlichen Umsatz unter 30.000 Euro“, ergänzt Mathis. Eine weitere Entlastung, die speziell EPU betrifft, ist die Absetzbarkeit des Arbeitsplatzes oder Büros im Wohnungsverband. „Gerade in der schnelllebigen Zeit von heute gehört die Übernahme von Risiko und unternehmerischer Verantwortung entsprechend gewürdigt und unterstützt“, unterstreicht Tittler die Forderungen. Daher muss gelten: 

  • weitere steuerliche Entlastungen für unternehmerische Aktivitäten,
  • weniger Bürokratie durch pauschalierte Abrechnung der Betriebsausgaben und
  • weitere Vereinfachungen bei Unternehmensgründungen.
von

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