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Transporteure verlangen bessere Infrastruktur von Straße und Schiene

Die heimische Verkehrswirtschaft wünscht sich für 2018 die Umsetzung von wichtigen Infrastrukturprojekten. Davon würde auch die staugeplagte Bevölkerung in den Ballungsräumen profitieren.

Die heimische Verkehrswirtschaft wünscht sich für 2018 die Umsetzung von wichtigen Infrastrukturprojekten. Davon würde auch die staugeplagte Bevölkerung in den Ballungsräumen profitieren.
© Fotolia Damit der Gütertransport möglichst reibungslos funktioniert, braucht es die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen auf Straße und auch auf Schiene.

Einige Großprojekte, die jahrelang diskutiert wurden, befinden sich inzwischen auf Schiene. So auch das Projekt der Bodenseeschnellstraße S 18. Deren Umsetzung ist seit wenigen Monaten gesetzlich verankert, die ASFINAG arbeitet an den Planungen, es geht auch um die genaue Trassenwahl. „Die S 18 wird die Zollabfertigung in Wolfurt positiv beeinflussen, Staus verringern und Lustenau, Fußach sowie Höchst vom Transitverkehr entlasten“, sagt Gerhard Berkmann, Spartenobmann Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Wichtig ist es, das Projekt zügig voranzutreiben“, fordert er.

Vollanschluss an Rheintalautobahn

Stichwort Wolfurt. Besonders für den emsigen Zollumschlagplatz fordert Berkmann einen Vollanschluss an die Rheintalautobahn. „Vollanschlüsse wären freilich im gesamten Rheintal notwendig und nützlich“, sagt der Spartenobmann. Im Frühjahr dürfte die Entscheidung über die Errichtung eines Mehrzweckgebäudes in Wolfurt fallen, in dem alle mit der Zollabfertigung verbundenen Behörden und Unternehmen Platz finden sollen. „Mit dem Bau würde sich die Verkehrssituation in Wolfurt, Lustenau und Feldkirch-Tisis entspannen“, meint Berkmann.

In dem Zusammenhang ist ihm das erweiterte Nachtfahrverbot für Lkw in Liechtenstein von 18 bis 7.30 Uhr ein großer Dorn im Auge. Die Verkehrswirtschaft fordert dessen Abschaffung, in jedem Fall aber eine deutliche Verkürzung nach dem Vorbild der Schweiz (22 bis 5 Uhr). Diese Maßnahme würde den Verkehr flüssiger machen. Nutznießer wäre wiederum die allgemeine Bevölkerung.

Nach wie vor auf dem „Zettel“ haben die Transporteure die Ertüchtigung der Arlbergstrecke. Der Kombiverkehr Straße-Schiene mit Containern gewinnt laufend an Bedeutung, er gilt als die Logistikoption für die Zukunft, wenn es darum geht, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. In dem Zusammenhang stellt der zweigleisige Ausbau der Arlbergbahnstrecke zwischen Vorarlberg und Tirol, von Bludenz bis Ötztal, die infrastrukturelle Basis dar. Auch ein Basistunnel unter dem Arlberg hindurch wäre denkbar. „In dieser Frage müssen wir langfristig denken“, sagt Berkmann.

Drittes Gleis im Rheintal

In jedem Fall bräuchte es ein drittes Gleis im Rheintal. Das Ausmaß des Personenverkehrs mit der Bahn hat untertags stark zugenommen – Tendenz steigend –, sodass für den Güterverkehr auf der Schiene nicht mehr genügend Kapazitäten frei sind. Darüber hinaus tun sich große Unternehmen im Land, die Anschlussgleise von ihrem Betriebsstandort zur Hauptstrecke betreiben, immer schwerer, ihre Züge ins Streckennetz zu bringen. Ein zweites Gleis verlangt die Transportwirtschaft für das Nadelöhr zwischen Bregenz und Lochau. Es wäre ein – was die Länge betrifft – kleiner, jedoch bedeutender Teil des Ausbaus der Schiene Richtung Norden zu den großen Seehäfen wie Hamburg oder Rotterdam.

Bahn in Deutschland ist gefordert

Damit dieses  winzige Puzzleteil seine Wirkung entfalten kann, muss freilich Nachbar Deutschland in seine Bahninfrastruktur investieren. Der bislang nicht elektrifizierte Abschnitt zwischen Geltendorf und Lindau wird jetzt endlich mit einer Oberleitung ausgestattet, sodass die Züge künftig durchgehend elektrisch verkehren können. Davon profitiert auch die Nordroute zu den Häfen. „Ein erster, wichtiger Schritt im Jahr 2018“, meint Berk-
mann.    

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