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Touristiker: Neue Regierung muss längst fällige Maßnahmen umsetzen!

Die Vorarlberger Tourismuswirtschaft fordert von der künftigen Bundesregierung, fünf Punkte, die seit Langem anstehen, endlich zu realisieren.

Die Vorarlberger Tourismuswirtschaft fordert von der künftigen Bundesregierung, fünf Punkte, die seit Langem anstehen, endlich zu realisieren.
© WKO Bilderpool Saisonbeschäftigungsmodelle, die für die Praxis taugen, verlangen die heimischen Touristiker.

Arbeitszeitflexibilisierung

Die noch im Amt befindliche Bundesregierung hat sich zur Arbeitszeitflexibilisierung bekannt und bekundet, auf „golden plating“ verzichten zu wollen. „Die Tourismusbetriebe benötigen wieder flexiblere Arbeitszeitmodelle im Besonderen eine praxisgerechte Regelung der Nachtruhe, eine Erweiterung der täglichen Höchstarbeitszeit und      eine flexible Sonntagsbeschäftigung von Jugendlichen“, fordert Elmar Herburger, Spartenobmann Tourismus in der WKV. Konkrete Modelle und Detailkonzepte zur Arbeitszeitflexibilisierung liegen bereits vor.

Praxisgerechte Beschäftigungsmodelle

Die Anzahl der Arbeitsplätze im Vorarlberger Tourismus hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Der Tourismus wächst erfreulicherweise, was gleichzeitig die Suche nach Fach- und Hilfskräften zunehmend erschwert. Die unterschiedlich starken Saisonen verschärfen das Problem. Gerade im Winter werden rund ein Viertel mehr Mitarbeiter benötigt, die nicht durch den heimischen Arbeitsmarkt abgedeckt werden können. Die Rekrutierung von Saisonmitarbeitern im EU-Raum wird zunehmend schwieriger. Die Mobilitätsbereitschaft der EU-Mitarbeiter nimmt stetig ab, weil der Tourismus in den Herkunftsländern dieser Mitarbeiter selbst boomt und dort auch Lebensstandard und Löhne gestiegen sind. Die Betriebe kommen nicht umhin, in Zukunft wieder verstärkt in Drittstaaten nach Mitarbeitern Ausschau zu halten. „Dafür benötigt die Branche aber dringend neue Saisonbeschäftigungsmodelle für Drittstaatsangehörige, die sich an objektiven Messgrößen orientieren und nicht zweimal im Jahr verhandelt werden müssen“, verlangt Spartenobmann Herburger. „Die Betriebe brauchen wieder Planungs- und Rechtssicherheit, wenn es um die Einstellung und Beschäftigung von Mitarbeitern geht.“ Nach Intervention der Bundessparte Tourismus im Sozialministerium wurde für diese Wintersaison eine Übergangsfrist bei der maximalen Zulassungsdauer von Drittstaats-Saisoniers erreicht. Diesen Winter gilt die alte Regelung, dass Saisoniers nach wie vor dann beschäftigt werden dürfen, wenn sie nicht länger als 12 Monate in den letzten 14 Monaten bewilligt waren.

Rückbau Steuerreform

Die jüngste Steuerreform wurde zu einem guten Teil auf dem Rü-cken des Tourismus ausgetragen und finanziert. Der zumindest teilweise Rückbau der damals getroffenen Maßnahmen ist für den Tourismus im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit lebenswichtig. Herburger: „Konkret fordern wir die Rücknahme der Mehrwertsteuererhöhung auf wieder 10 Prozent und die Verkürzung auf realistische Abschreibungszeiten.“

Bürokratieabbau

Umfragen bei Klein- und Mittelbetrieben im Tourismus ergeben, dass der jährliche Aufwand für Überprüfungen und Kontrollen allein durch externe Firmen und Behörden bei durchschnittlich rund 10.000 Euro und ca. 130 Stunden liegt. Darin sind Kontroll- und Prüfaufwände sowie andere bürokratische und administrative Verpflichtungen durch eigene Mitarbeiter und den Unternehmer selbst noch gar nicht berücksichtigt. Überzogene Bürokratie und Regulierung wird nach allen Umfragen von touristischen Unternehmern neben der Mitarbeitersituation als der größte Problembereich empfunden, der innovations- und investitionshemmend wirkt und die Nachfolgebereitschaft massiv drückt.

Praktikable Lösung für Aushilfskräfte

Das aktuelle Modell der vereinfachten Abwicklung des Einsatzes von Aushilfskräften im Tourismus ist nur begrenzt anwendbar und kompliziert. Aushilfskräfte, die vollversichert bei einem anderen Arbeitgeber im Dienstverhältnis stehen oder selbstständig sind, dürfen zu Spitzenzeiten an maximal 18 Tagen im Jahr und bei einem maximalen Zusatzverdienst in der Höhe der Geringfügigkeitsgrenze eingesetzt werden, wobei der Arbeitgeber dann von Teilen der Lohnnebenkosten sowie der Kommunalsteuer befreit ist. „Der Grundgedanke, eine einfache  Lösung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzuführen, wurde nicht berücksichtigt. Die Branche braucht nun eine praktikable Lösung“, sagt SO Herburger.             n

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