th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Thomas Feibel: „Smartphones zerstören die ungeteilte Aufmerksamkeit“

Thomas Feibel hält beim 3. Vorarlberger Ausbilderforum am 15. November 2018 in der Kulturbühne AmBach einen Vortrag zum Thema „Jetzt pack doch mal das Handy weg“ - Smartphones als Segen und Fluch in der Ausbildung. 

Der Berliner Medienexperte und Jugendbuchautor Thomas Feibel kommt zum 3. Vorarlberger Ausbilderforum und wird über die Vor- und Nachteile von Smartphones in der Ausbildung sprechen.
© Hoffotografen Thomas Feibel ist Medienexperte und Jugendbuchautor aus Berlin. Er beobachtet, dokumentiert und bewertet, wie sich das Nutzungsverhalten mit Neuen Medien auf den Alltag auswirkt.

Der Berliner Medienexperte und Jugendbuchautor Thomas Feibel kommt zum 3. Vorarlberger Ausbilderforum und wird über die Vor- und Nachteile von Smartphones in der Ausbildung sprechen. „Die Wirtschaft“ hat er vorab verraten, wie sich Smartphones und Neue Medien auf Jugendliche auswirken, warum ein Handyverbot keine Lösung ist und wie man sich aus der „digitalen Sucht“ befreien kann.


Wie wirken sich Neue Medien auf den Alltag von Jugendlichen aus?
Zwischen Erwachsenen und Jugendlichen gibt es dabei keinen großen Unterschied,  allerdings erwarten Erwachsene von Jugendlichen, was sie selbst nicht können: zu widerstehen. Ein Beispiel aus England: Bevor ein junger Mensch eine Ausbildung beginnt, hat er schon sieben Jahre Erfahrung mit Facebook, WhatsApp, Snapchat, Instagram und Co. Da ist schon viel passiert, dem muss man begegnen - und zwar nicht mit Verboten. Problematisch ist aber, dass die Jugendlichen durch die langjährige Nutzung Neuer Medien keine Hemmungen und keine großen Datenschutzbedenken haben. Weder Zuhause noch in der Schule findet Bildung in dieser Sache statt.

Das ist auch für die Ausbildungsbetriebe eine Herausforderung...
Wenn das Feingefühl für Fragen fehlt, was bei Fotos in Ordnung geht, was ein Geheimnis ist und wenn nicht klar ist, was privat ist und was nicht, ist es für die jungen Menschen auch schwierig einzuschätzen, ob das Selfie am Arbeitsplatz nun beruflich oder privat ist. Zumal es ja innerbetriebliche Details gibt, die nicht nach außen dringen dürfen.

Hilft ein Handyverbot?
Um die Jugendlichen für diese Themen zu sensibilisieren, braucht man Regelungen und Abmachungen. Diese werden am besten gemeinsam und auf Augenhöhe vereinbart. Für die Umsetzung kann man durchaus digitale Instrumente nutzen. Jugendliche halten sich eher an Dinge, die sie mitentwickelt haben, als an solche, die von oben nach unten aufgetragen werden.

Welche weiteren Empfehlungen haben Sie für Ausbildungsbetriebe?
Wir sollten die jungen Menschen nicht nur dabei unterstützen besser mit Smartphones umzugehen, sondern ihnen vermitteln, dass sie auch im Sinne ihres Arbeitgebers mitdenken sollten. Positiv ist, wenn man die Jugendlichen in ihrem Verhalten mit dem Smartphone ernst nimmt: Holt man sie ins Boot, fühlen sie sich verstanden und man kann voneinander profitieren. Auch folgender Gedanke hilft, das gegenseitige Verständnis im Betrieb zu unterstützen: Jugendliche, die eine Ausbildung machen, haben davor noch nie gearbeitet - das ist eine ganz schöne Umstellung von der Schule ins Berufsleben, wo sie plötzlich etwas leisten sollen. Wir sehen Dinge oft mit den Augen von Erwachsenen, als wären wir schon im Alter von 30 Jahren auf die Welt gekommen, als hätten wir die Pubertät selbst nie erlebt. In meinem Vortrag werde ich versuchen diese alten Gefühle wieder zu erwecken – für ein besseres gegenseitiges Verständnis.


Was hilft nun gegen die „digitale Sucht“?
Es gibt in dieser Sache kein Patentrezept: Das Smartphone ist seit elf Jahren da und hat alles verändert, auch die Arbeitswelt. Es gibt viele Vorteile dieser Entwicklung; was wir uns aber zurückerobern müssen, ist unsere Autonomie. Denn was macht das Smartphone am meisten kaputt? Die „Qualitytime“.

Was meinen Sie damit?
Das Smartphone zerstört die ungeteilte Aufmerksamkeit. Das müssen wir uns wieder zurückerobern und uns bewusst machen, dass es so etwas wie Privatsphäre nur zuhause gibt, im Internet gibt es das nicht. Das sind gesellschaftliche Herausforderungen, die uns alle, nicht nur die Jugendlichen, betreffen!

Tipp!

3. Vorarlberger Ausbilderforum

Donnerstag, 15.11.2018, 15.00 - 18.00 Uhr
Kulturbühne AmBach Götzis
Referent Thomas Feibel: „Jetzt pack doch mal das Handy weg!“ – Smartphones als
Segen und Fluch in der Ausbildung
Referent Steffen Kirchner: „Unmotivierte Menschen gibt es nicht“ - wie man die
Potenziale junger Talente maximal entfaltet
Anmeldung: www.wkv.at/event/1507

Das könnte Sie auch interessieren

  • Meinung
Ein Projektteam aus 30 Personen aus allen Regionen des Landes und Gesellschaftsbereichen hat in mehreren Workshops wichtige inhaltliche Vorbereitungen zur Entwicklung einer „Marke Vorarlberg“ geleistet.

Den Fokus auf die Umsetzung legen

Kommentar von Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg mehr

  • Meinung
Elmar Herburger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, spricht über die Zukunft der Tourismusstrategie 2020.

„Die Mitarbeiter-Situation bleibt eine der größten Herausforderungen“

Tourismus-Spartenobmann Elmar Herburger im Interview mit „Die Wirtschaft” über die Weiterentwicklung der Tourismusstrategie und neue Wege im Bildungs- und Fachkräftebereich. mehr

  • Meinung
WKV-Präsident Metzler über den Beteiligungsprozess Dis.Kurs Zukunft

Nun sind Sie an der Reihe!

Kommentar von Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg mehr