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Studie: Im Modehandel droht Insolvenzwelle, Arbeitsplätze sind in Gefahr

„Durch die Corona-Krise erodiert das Eigenkapital, jedem dritten Unternehmen droht die Insolvenz“, macht KommR Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der WKV, auf die existenzbedrohliche Situation im Modehandel aufmerksam. Die Branche fordert deshalb eine angemessene Entschädigung für ihre entwerteten Warenlager.

Spartenobfrau Fröwis: „Viele Mode-, Schuh- und Sportartikelhändler haben große existenzielle Sorgen, weil sie von der Corona-Krise und dem damit verbundenen Shutdown besonders stark betroffen sind.
© Unsplash Spartenobfrau Fröwis: „Viele Mode-, Schuh- und Sportartikelhändler haben große existenzielle Sorgen, weil sie von der Corona-Krise und dem damit verbundenen Shutdown besonders stark betroffen sind."

Kurzarbeit hilft dem Modehandel in der Corona-Krise nur zum Teil, denn die Fixkosten in anderen Bereichen laufen weiter: Vor allem die enormen Kosten für den Wareneinsatz machen der Branche zu schaffen, wie Spartenobfrau Theresia Fröwis erklärt: „Die Frühlingsware muss bezahlt werden und wurde ja zu einem Großteil bereits geliefert, ist aber in Kürze nur noch einen Bruchteil des ursprünglich kalkulierten Preises wert. Die Kauflust wird auch in den kommenden Monaten niedrig sein. Wenn es keine angemessenen Entschädigungen für das entwertete Warenlager gibt, werden die dramatischen Umsatzeinbrüche vielen Unternehmen zum Verhängnis werden. In Vorarlberg haben wir aktuell rund 600 Betriebe im Bereich Mode-, Schuh- und Sportartikelhandel, die mit 800 Filialen vertreten sind und über 3000 Mitarbeiter/-innen beschäftigen, österreichweit sind es rund 62.000 Mitarbeiter/-innen. Viele dieser Arbeitsplätze sind jetzt in Gefahr.“

Economica-Studie: „Insolvenzwelle im Bekleidungshandel ist zu erwarten“

Das bestätigt auch eine aktuelle Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung: Die Warenvorräte sind im Modehandel die größte Vermögensposition – mit 33 Prozent entsprechen sie exakt der durchschnittlichen Eigenkapitalquote der Branche. Berechnet man nun ein Szenario, bei dem ein Modehändler Kurzarbeit anwendet und Teile des Warenlagers in den kommenden Wochen abverkaufen könne, so würde trotzdem alleine in der Frühjahr-/Sommersaison 2020 fast das gesamte Eigenkapital aufgebraucht, es sei „unmittelbar eine Insolvenzwelle im Bekleidungshandel zu erwarten“, berichtet Studienautor Mag. Peter Voithofer.

In der vorliegenden Studie wurden Szenarien für ein Modehandelsunternehmen mit drei Millionen Euro Jahresumsatz durchgerechnet. In einem optimistischen Szenario verliert dieses Unternehmen zwei Drittel des Eigenkapitals, in einem realistischeren Szenario das gesamte Eigenkapital. Die Studie geht von einem bis Februar 2020 profitablen Modehandelsunternehmen aus.

Existenzielle Bedrohung

„Viele Mode-, Schuh- und Sportartikelhändler haben große existenzielle Sorgen, weil sie von der Corona-Krise und dem damit verbundenen Shutdown besonders stark betroffen sind. Die bisher vorliegenden Regelungen des Hilfsfonds sind unzureichend für unsere Branche. Wir fordern eine Lösung, die auf die besonderen Rahmenbedingungen im Modehandel Rücksicht nimmt“, betont Spartenobfrau Fröwis abschließend.

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