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Stab der Vorarlberger Wirtschaft: „Dringliche Rückkehr zum Wachstumspfad“

Beim 8. Expertenstab der Wirtschaftskammer und des Landes referierte der Direktor der Denkfabrik Agenda Austria, Franz Schellhorn, darüber, was uns die Krise lehren sollte.

Beim 8. Expertenstab der Wirtschaftskammer und des Landes referierte der Direktor der Denkfabrik Agenda Austria, Franz Schellhorn, über das Krisenmanagement der Bundesregierung und das dringend notwendige Korrigieren von Schwachstellen.
© Sreenshot WKV Der Expertenstab der Wirtschaftskammer und des Landes tagte erstmals digital.

Im Mittelpunkt der heutigen digitalen Zusammenkunft des Stabs der Vorarlberger Wirtschaft standen die Ausführungen von Dr. Franz Schellhorn, Direktor der Denkfabrik Agenda Austria. „Jahrelang wurde uns erzählt, dass unser Wohlstand auch ohne Wirtschaftswachstum zu halten sein wird. Diese Krise zeigt, dass eine Welt ohne Wachstum keinen schönen Anblick bietet. Die Arbeitslosigkeit erreicht Ausmaße, die man nur aus Kriegszeiten kennt. Dasselbe gilt für die öffentlichen Schulden, die allerorts durch die Decke gehen“, sagt Schellhorn. Man müsse lernen, mit gefährlichen Viren zu leben. Um wiederkehrende Lockdowns zu vermeiden, brauche es ein eingespieltes Krisenmanagement samt Schnelltests, funktionierendem Contact-Tracing und einem digitalisierten Staatswesen.

„Am dringendsten ist aber die Rückkehr auf den Wachstumspfad. Andernfalls stehen Österreich empfindliche Kürzungen im Staatshaushalt bevor, begleitet von sukzessiv höheren Steuern und Abgaben, obwohl diese ja dringend sinken sollten“, betont Franz Schellhorn. 

Flächentests als Baustein der Wirtschaftspolitik

Für den Aufschwung ist es entscheidend, dass nun in Zukunftsprojekte investiert wird und die Weichen entsprechend gestellt werden. Deshalb wurde in Vorarlberg ein rund 60 Millionen Euro schweres Impulsprogramm für die Vorarlberger Wirtschaft erarbeitet, das genau hier ansetzt. Gleichzeitig ist es notwendig die Infektionszahlen zu senken. 

Am kommenden Wochenende (4. bis 6. Dezember) finden deshalb die flächendeckenden Coronatests in Vorarlberg statt. Anmeldungen sind ab sofort unter www.vorarlberg.at/vorarlbergtestet möglich. Tittler: „Die flächendeckende Testung können einen wertvollen Beitrag leisten um Infektionsketten zu unterbrechen und die Pandemie zurückzudrängen. Das ist notwendig, damit unseren Betrieben möglichst rasch ein Wirtschaften wieder ermöglicht wird. Deshalb ist die Reduktion der Infektionszahlen eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen“, hofft Wirtschaftslandesrat Tittler auf eine rege Teilnahme. WKV-Präsident Hans Peter Metzler schließt sich diesem Aufruf an: „Unterstützen wir die Teststrategie des Landes und helfen wir auch durch unsere Teilnahme an den Tests mit unseren Unternehmen und Mitarbeiter/-innen tatkräftig mit!“

Updates zu den Tickets: 

Regionalvergabe

Gerade in Krisenzeiten braucht es zur verstärkten regionalen Wertschöpfung auch entsprechende Auftragsvergaben. „Bereits heute werden in Vorarlberg erfreulicherweise sehr viele Vergaben regional durchgeführt, das heißt eine Grund-Sensibilität ist weitgehend gegeben“, führt Metzler aus. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg identifiziert laufend Ansatzpunkte, um bestimmte Schlüsselbereiche noch weiter auszubauen, etwa in Sachen Bewusstseinsbildung sowie Kommunikation und Information über die Effekte von regionalen Vergaben. Metzler: „Wir haben gerade eine Umfrage an alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister geschickt, um zu eruieren, wo es noch Unterstützungsbedarf gibt. Ein praktikables Assistenzsystems für die Gemeinden und weitere Institutionen ist in Vorbereitung, ebenso die Neuauflage des Handbuchs zur Regionalvergabe.“ Auch in Sachen Kinderbetreuung befinde man sich mit den Gemeinden und dem Land in intensiven Gesprächen. 

E-Commerce im regionalen Handel

Erste Maßnahme ist die Durchführung eines modularen Beratungs- und Schulungsangebotes (Handel.Lokal.Digital). Dieses Angebot nimmt Rücksicht auf den persönlichen digitalen Reifegrad und die typische Struktur von Klein- bzw. Einzelunternehmern. Entsprechend ist bei der Entwicklung des Angebots auf die einfache Verständlichkeit und vor allem auf die Praxis- und Umsetzungsorientierung zu achten. Die Umsetzung der Maßnahme ist in zehn Regionen geplant. 

Initiative „Einkaufen am liebsten in Vorarlberg“

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg hat gemeinsam mit dem Land Vorarlberg die Initiative „Einkaufen am liebsten in Vorarlberg“ auf die Beine gestellt, um die heimischen Betriebe während und über die herausfordernden Zeiten hinaus bestmöglich zu stärken. „Mit dieser Initiative bauen wir auf ganz entscheidende Leitgedanken: Solidarität, Zusammenhalt und Vertrauen“, erklärt WKV-Präsident Hans Peter Metzler. Volle Unterstützung gibt es seitens der Vorarlberger Landesregierung. Wirtschaftslandesrat Marco Tittler verweist dabei auch auf die zahlreichen Vorteile des regionalen Einkaufs: „Einkaufen bei regionalen Unternehmen bedeutet starke Kundennähe, eine breite und hochwertige Produktpalette, beste Qualität und Service sowie kurze Transportwege. Wertschöpfung und Wohlstand bleiben im Land, können in der Region gesteigert werden und sichern Arbeitsplätze“.

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