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Sportartikelhändler in Tourismusgebieten brauchen rasch Liquidität

Seit dem 16. Februar kann der Ausfallbonus für Sportartikelhändler in Tourismusgebieten beantragt werden, das Geld muss aber schnellstmöglich dort ankommen, wo es benötigt wird.

Der Ausfallbonus ist ein zentrales Instrument, um die touristischen Sportfachhändler zu retten, zumindest über diese Wintersaison.
© iStock Der Ausfallbonus ist ein zentrales Instrument, um die touristischen Sportfachhändler zu retten, zumindest über diese Wintersaison.

Das wichtigste Datum für die Sportfachhändler in den Tourismusgebieten war daher nicht die Öffnung am 8. Februar, sondern der 16. Februar. Seit diesem Tag ist der Ausfallbonus zu beantragen. Dieser ist ein zentrales Instrument, um die touristischen Sportfachhändler zu retten, zumindest über diese Wintersaison: Der Ausfallbonus ist nicht an die Öffnung des Geschäftes gekoppelt und inkludiert auch Ski-Verleih, Service und Depot, die bisher in den Wirtschaftshilfen und bei der Regelung der indirekt betroffenen Branchen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. „Allerdings brauchen diese Familienbetriebe unbedingt jetzt das Geld am Konto, die Liquiditätsengpässe sind aktuell dramatisch. Mehr als 70 Prozent der Händler haben bereits auf private Rücklagen zurückgegriffen oder zusätzliche Kredite aufgenommen, es zählt also jeder Tag“, appelliert Rudigier für eine unbürokratische und rasche Auszahlung der Hilfsgelder. 

Hohe Saisonabhängigkeit des Sportfachhandels – Wintersaison besonders wichtig

Die österreichische Sportartikelbranche ist heterogen, eng mit dem Tourismus verbunden und bedarf einer differenzierten Betrachtung. Das belegt nun eine Studie der SpEA SportsEconAustria unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein im Auftrag des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln in der Wirtschaftskammer Österreich:

In touristischen Regionen gibt es rund 750 Sportartikelgeschäfte, schwerpunktmäßig im Westen Österreichs. Diese sind fast ausschließlich familiengeführte Einzelunternehmen (94 Prozent), die 2019 für etwa 963 Mio. Euro Umsatz standen. Das ist fast die Hälfte (44 Prozent) der gesamten Einnahmen des Sportfachhandels in Österreich (2,2 Mrd. Euro). Dabei ist hervorzuheben, dass die touristischen Sportfachhändler mindestens 65 Prozent ihres Umsatzes alleine in den Monaten Dezember bis März erwirtschaften. „Neben der Hotellerie und der Seilbahnwirtschaft ist der Sportartikelhandel der dritte wesentliche Faktor im touristischen Dienstleistungsnetzwerk“, unterstreicht Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein. 

Vier von fünf Betrieben würden die Wintersaison ohne externe Hilfen nicht überstehen

Die Umsätze aus den touristischen Herkunftsländern Deutschland, Niederlande und England machen über 70 Prozent des Umsatzes der Sporthändler in touristischen Gebieten aus. Neben dem Sportartikelhandel selbst sind die Vermietung, Services und Skidepots Hauptumsatzbringer und überlebenswichtiger Bestandteil ihres Geschäfts. „Wir haben tausende Ski im Verleih stehen, können diese aber nicht verleihen, da die Kunden fehlen“, erklärt Harald Rudigier.Bereits 2020 ist der Umsatz dieser Händler um durchschnittlich 37 Prozent eingebrochen, der Gewinn um 70 Prozent. „Ohne Auslandstourismus ist praktisch von einem Totalausfall der Wintersaison und den Umsätzen in den wichtigsten Monaten des Jahres zu sprechen. Laut unseren aktuellen Zahlen von den touristischen Sportartikelhändlern beträgt das Umsatzminus seit Jahresbeginn 2021 bis zu 95 Prozent“, konkretisiert der Obfrau-Stellvertreter.

„Die Liquiditätsengpässe sind aktuell dramatisch, die Familienbetriebe brauchen jetzt das Geld am Konto“, betont Harald Rudigier, Obfrau-Stellvertreter der Fachgruppe des Handels mit Mode und Freizeitartikeln in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
© Frederick Sams „Die Liquiditätsengpässe sind aktuell dramatisch, die Familienbetriebe brauchen jetzt das Geld am Konto“, betont Harald Rudigier, Obfrau-Stellvertreter der Fachgruppe des Handels mit Mode und Freizeitartikeln in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

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