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Rohstoffe: Bestehende Quellen sichern regionale Versorgung

„Im Land muss die Nahversorgung mit mineralischen Rohstoffen aus bestehenden Abbauquellen Priorität haben“, fordert WKV-Direktor Christoph Jenny

Von einer regionalen Versorgung mit Kies und Gestein profitiert nicht nur die heimische Bauwirtschaft, sondern auch die Bevölkerung.
© iStock Von einer regionalen Versorgung mit Kies und Gestein profitiert nicht nur die heimische Bauwirtschaft, sondern auch die Bevölkerung.

Damit schließt sich die Wirtschaftskammer Vorarlberg an die klare Position des Landes zum Kiesabbau-Projekt in Altach an. Immerhin profitiert von einer regionalen Versorgung mit Kies und Gestein nicht nur die heimische Bauwirtschaft, sondern auch die Bevölkerung. Eine 2018 gemeinsam von Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg durchgeführte Erhebung hat ergeben, dass der jährliche Bedarf von vier Millionen Tonnen Kies und Gestein derzeit im Land nicht ausreichend abgedeckt werden kann – es fehlen jährlich rund 230.000 Tonnen. „Wir müssen hier stärker in regionalen Kreisläufen denken und die Nachhaltigkeit mehr im Fokus haben. Wie bisher aus Nachbarregionen zu importieren beziehungsweise das ohnehin schon knappe Gut auf der anderen Seite unkoordiniert zu exportieren, kann keine langfristige Strategie sein“, sagt Jenny. Das dadurch erhöhte überregionale Schwerverkehrsaufkommen sei nicht nur eine Last für die vielen Anwohner, sondern führe auch zu schlicht unnötigen Emissionen. Dabei könnte der Eigenbedarf an Rohstoffen in Vorarlberg regional aus allen Landesteilen gedeckt werden, was auch deutlich kürzere und direkte Transportwegen mit sich brächte. „Selbstverständlich muss das unter Einbindung der Betroffenen und unter der verbindlichen Ausarbeitung verträglicher Verkehrslösungen geschehen, wie etwa in Altach, wo sich aktuell die strategische Bedeutung des regionalen Kiesabbauprojekts abzeichnet. Zudem ist beim neuen Kiesabbauprojekt in Altach – wie auch schon beim derzeitigen – kein Kiesexport angedacht“, führt der WKV-Direktor aus.



WKV-Direktor Christoph Jenny
© Dietmar Walser
„Wir müssen hier stärker in regionalen Kreisläufen denken und die Nachhaltigkeit mehr im Fokus haben. Wie bisher aus Nachbarregionen zu importieren beziehungsweise das ohnehin schon knappe Gut auf der anderen Seite unkoordiniert zu exportieren, kann keine langfristige Strategie sein“
WKV-Direktor Christoph Jenny

Strategie und Expertise

„Es braucht aus unserer Sicht sicherlich auch eine handfeste Rohstoff- und auch Deponiestrategie“, fordert Jenny. In dieser Strategie brauche es eine laufende Bestandsaufnahme und Aktualisierung der Erhebungen: „So könnten aktuelle Herausforderungen in eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema integriert werden, um eine strategische Ausrichtung unter Einbeziehung der betreffenden Branchen zu entwickeln.“ Hilfreich wäre dabei die Einrichtung einer Austauschplattform, die sich aus fachkundigen politischen Entscheidungsträgern, Verwaltungsexperten, Interessenvertretungen sowie weiteren Experten zusammensetzt. Deren Output könne etwa in die Standortentwicklung und auch die Raumplanung einfließen. „Abgesehen davon würde diese Austauschplattform – durch den großen Querschnitt an Beteiligten – auch wesentlich zu einer sachlicheren und objektiven Auffassung von volkswirtschaftlich wichtigen Projekten beitragen“, führt der WKV-Direktor aus.

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