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Plastikpfand: Verwirrspiel um Zahlen

Die Wirtschaftskammer wehrt sich gegen den Vorwurf, falsche Zahlen im Zuge der Plastikpfand-Debatte zu kommunizieren.

Die Vorarlberger Bevölkerung hat ihre „Hausaufgaben“ gemacht und ist vorbildlich, was die Sammlung von Getränkeverpackungen angeht.
© iStock Die Vorarlberger Bevölkerung hat ihre „Hausaufgaben“ gemacht und ist vorbildlich, was die Sammlung von Getränkeverpackungen angeht.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler will mit Mehrwegquote, Plastikpfand und Herstellerabgabe für Plastikverpackungen gegen die Plastikflut in Österreich vorgehen und so die EU-Vorgaben erfüllen. Die Grünen werfen dabei gleichzeitig der Wirtschaftskammer die Verwendung von falschen Zahlen vor. Diese reagiert darauf:


„Wenn die Grünen den Vorwurf erheben, dass Zahlen im Zusammenhang mit der Vorarlberger Sammelquote falsch sind, wären sie besser beraten, ihre Kritik an das von der grünen Ministerin Gewessler geführte Ministerium zu richten, das diese Zahlen in der von ihm beauftragten Studien veröffentlicht hat. Der Vorwurf geht somit ins Leere“, erklärt WKV-Direktor Christoph Jenny.

Die Wirtschaftskammer stützt sich auf Zahlen der ARA sowie einer Studie des Klimaschutzministeriums selbst, in denen die Rücklaufquote aufgrund von Restmüllanalysen je Bundesland berechnet wird. Laut dieser Studie sammeln bereits jetzt sechs Bundesländer 80 Prozent und mehr Kunststoff-Getränkeflaschen getrennt, davon wird in zwei Bundesländern auch die für 2029 geforderte Sammelquote von 90 Prozent erreicht. Die Modellierung der regionalen Verteilung von Denkstatt/ARA zeigt sehr ähnliche Ergebnisse. Drei Bundesländer, darunter Vorarlberg, liegen bereits über 90 Prozent, jedoch nur vier über 80 Prozent.

Der Vorarlberg Umweltverbvand spricht hingegen von einem Rücklaufwert von ca. knapp unter 80 Prozent. Auch dieser Wert wäre über dem österreichischen Durchschnitt. Er stützt sich dabei „auf die Zahlen der getrennten Sammlung (gelber Sack) in Vorarlberg und den laufenden Analysen der ARA daraus sowie die Restabfallanalyse, die der Gemeindeverband für Vorarlberg gemacht hat“, wie Herbert Koschier, Geschäftsführer des Umweltverbandes, betont. Auf Anfrage bestätigt die ARA jedoch, dass „Daten zu Marktmengen allerdings nur für Österreich gesamt vorliegen“, „regionale“ Marktmengen auf Bundeslandsebene seien nicht verfügbar. Für Bundeslandsergebnisse können daher entsprechende Modellierungen unter Zugrundelegung von eben vorliegenden Restmüllanalysen durchgeführt werden.

Verwirrung um Zahlen also, die nichts daran ändert, dass in den vergangenen Jahren hat die Vorarlberger Wirtschaft konsequent am Ausbau des Umweltschutzes und einem naturschonenden Sammelsystem mitgearbeitet. „Vorarlberg zählt, neben Tirol und Burgenland, österreichweit zu den Spitzenreitern beim Sammeln von Kunststoff-Getränkeflaschen“, hält WKV-Direktor Christoph Jenny fest. Für Jenny ist klar, dass diese Fakten ein kompliziertes und teures Einweg-Pfandsystem in Österreich unnötig machen: „Die Einführung eines verpflichtenden Pfands auf Getränkegebinde würde Konsumenten und Handel belasten, ohne der Umwelt Vorteile zu bieten, die ohnehin durch einfachere Mittel erzielt werden können.“ So würde die Einhebung des Pfandes, die Erkennung von Flaschen mit Pfand und die Rücknahme in den Geschäften Kosten von rund 120 Millionen Euro pro Jahr verursachen. Der Hinweis der Grünen, ein Pfandsystem würde die Händler nicht belasten, stimme deshalb so nicht.

Eine im Mai 2020 vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung durchgeführte Studie zeigt klar eine überproportionale Betroffenheit kleinerer Lebensmitteleinzelhändler. Diese würden durch die Einführung von Pfand auf alle Kunststoffgetränkeflaschen mit zusätzlichen Kosten für neue Rückgabeautomaten und für Säcke zur Aufbewahrung der retournierten Pfandflaschen belastet. Es werden Kosten von über 10.000 Euro jährlich angeführt.

Umweltfreundliches Verhalten ermöglichen

WKV-Direktor Jenny: „Eine alltagstaugliche Kreislaufwirtschaft wie jene, die die Wirtschaftskammer Österreich in ihrem Recycling-Modell ausgearbeitet hat, macht mehr Sinn als die Schaffung teurer Parallelstrukturen.  Dadurch können alle Menschen im Land überall dort, wo sie sich gerade aufhalten, Verpackungen - wie etwa Plastikflaschen oder Dosen - unkompliziert entsorgen und so unsere Umwelt sauber halten.“ Die Wirtschaft schlägt ein ganzheitliches Modell vor, um die ambitionierten EU-Recyclingziele zu erreichen. Dies ist volkswirtschaftlich kostengünstiger als alternative Modelle, vermeidet die Belastung von Konsumenten und Unternehmen und erfüllt darüber hinaus alle abfallpolitischen Zielvorgaben - nicht nur die Sammelquote für Kunststoffflaschen. „Dieses ganzheitliche Modell bezieht sowohl Betriebe als auch Haushalte und den Außer-Haus-Konsum mit ein und setzt an den drei Hebeln an, auf die es ankommt: nämlich verbesserte Erfassung von Wertstoffen, verbesserte Sortierung und Bewusstseinsbildung gegen Littering. Das Thema verlangt nach ökonomischer Vernunft statt Schnellschüssen, die am Ende alle teuer bezahlen“, erklärt WKV-Direktor Jenny.

Jenny ist überzeugt, dass die Bevölkerung bereit ist, sich umweltfreundlich zu verhalten, wenn sie dazu die Möglichkeit hat; daher gelte es, die Sammelsysteme zu verdichten und bei der Bewusstseinsbildung anzusetzen: „Wollen wir noch mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum, müssen wir das Problem an der Wurzel packen und beim Bewusstsein der Menschen ansetzen. Dazu gehört der Ausbau der Sammelsysteme und auch die bessere Ausstattung von Freizeitanlagen wie Parks und Wanderwege mit Sammelbehältern.“

Gesamtlösung statt Zahlenspiele

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) bestätigt die Zahlen, die von der Wirtschaftskammer Österreich im Zusammenhang mit den PET-Sammelquoten kommuniziert wurden. Die ARA stellt als Marktführer seit über 25 Jahren verlässliches Datenmaterial rund um die Sammlung und Verwertung von Verpackungen in Österreich zur Verfügung. Sowohl Wirtschaft als auch Politik greifen gerne auf diese Daten zurück. Auch aktuelle Studien im Auftrag des Umweltministeriums wurden seitens der ARA mit umfangreichem Datenmaterial und Berechnungen unterstützt. „Unterschiedliche in Umlauf befindliche regionale Vergleiche kommen zu geringfügig unterschiedlichen Ergebnissen. Fakt ist, dass wir in Österreich eine durchschnittliche Sammelquote bei Kunststoff-Getränkeflaschen von 70 Prozent erreichen, in den Bundesländern Burgenland, Tirol und Vorarlberg liegt die Quote – je nach Berechnung – sogar darüber“, betont ARA Vorstand Christoph Scharff. Es wäre sinnvoller „nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen und die Diskussion rund um die emotionalisierte Pfand-Debatte wieder auf eine Sachebene zu holen. Die entscheidende Frage lautet: Was ist die beste Lösung für Österreich, für Konsumenten wie Produzenten gleichermaßen?“

Wien etwa weist eine Sammelquote von ca. 35 Prozent auf. „Dass in Ballungsräumen etwas andere Voraussetzungen vorliegen ist klar, aber wenn hier eine konkrete Herausforderung für eine konkrete Region identifiziert werden kann, sollte sie vornehmlich auch dort angegangen werden. Hier alle Bundesländer über einen Kamm zu scheren, greift zu kurz“, betont Jenny.

Litterung

Um das „Littering“ (Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum) auszuschalten, braucht es Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen in Verbindung mit Abgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung. Smarte Sammelbehälter könnten die Bereitschaft zur Rückgabe von Wertstoffen erhöhen. Diese mit Chips ausgestatteten Behälter erkennen Wertstoffe und schreiben für deren Rückgabe am Handy Bonuspunkte gut, die bei teilnehmenden Unternehmen eingelöst werden können. Die Vorarlberger Gemeinden verfügen über das Vorarlberger Abfallwirtschaftsgesetz (V-AWG) bereits über die Möglichkeit per Verordnung - auch mit Strafen - gegen Littering vorzugehen. Hier besteht definitiv Luft nach oben.

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