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Pflegelehre bekommt Rückenwind

Wirtschafts- und Digitalministerin Margarete Schramböck bezeichnet Pflegelehre als vorbildlich.

Nach dem Vorstoß von Wirtschafts- und Digitalministerin Margarete Schramböck zur Unterstützung der Pflegelehre fordert die Fachgruppe der Vorarlberger Gesundheitsbetriebe einmal mehr die rasche Einführung.
© iStock Die Forderung nach der raschen Einführung der Pflegelehre erhält durch Ministerin Schramböck Rückenwind.

Nach dem Vorstoß von Wirtschafts- und Digitalministerin Margarete Schramböck zur Unterstützung der Pflegelehre fordert die Fachgruppe der Vorarlberger Gesundheitsbetriebe einmal mehr die rasche Einführung. „Der Bedarf an Pflegekräften wird sich aufgrund der demografischen Entwicklungen in Vorarlberg in naher Zukunft nicht decken lassen. Um dem drohenden Personalmangel zu begegnen, muss das Thema Pflegelehre von der Überlegung schnellstmöglich in die Umsetzung gebracht werden“, betont Fachgruppenobmann Peter Girardi. In Vorarlberg gibt es ein Pilotprojekt, das die Lehren Betriebsdienstleistungskaufmann und Pflegeassistenz kombiniert. Schramböck zeigt sich von diesem Projekt überzeugt: Eine Pflegelehre bringe sowohl für den Pflegebereich als auch für die Wirtschaft und die Lehrenden große Vorteile. Bereits für Lehrlinge seien viele Inhalte aus dem Pflegebereich relevant, im Umkehrschluss würden sie sich für diese Aufgaben auch eignen.

Sinnvolle Tätigkeit

Derzeit ist die Ausbildung für einen Pflegeberuf nur über die Krankenpflegeschulen möglich, die ein Mindestalter von 17 Jahren vorschreiben. Viele Absolvent/-innen arbeiten anschließend in Krankenhäusern und nur selten in Seniorenheimen oder in der Hauspflege. Entscheidend sei, dass die Pflegelehre junge Menschen bereits nach der neunten Schulstufe anspreche. Dadurch könnten weitaus mehr junge Menschen für eine sinnvolle Tätigkeit – insbesondere im Umgang mit älteren Menschen – gewonnen und Überbrückungszeiträume vermieden werden, betont Girardi.

Wichtige Ergänzung

Im Pflegebereich mangelt es keinesfalls an beruflichen Möglichkeiten, in Vorarlberg gibt es derzeit mehr als 50 Pflegeheime. Für die unverzichtbare Arbeit, die auch in der Hauskrankenpflege und der 24-Stunden-Betreuung geleistet wird, müsse aber auch entsprechendes Personal zur Verfügung stehen. Dabei sei der Lehrberuf „Pflegeassistenz“ als wichtige Ergänzung zu den bestehenden Bildungspfaden zu verstehen und verfolge keinesfalls Tendenzen zur flächendeckenden Professionalisierung. „Wir müssen den Nachschub an Pflegekräften jetzt sicherstellen, um Personalengpässen vorzubeugen. Denn schon jetzt würde unser System ohne die zahlreichen ausländischen Pflegekräfte zusammenbrechen“, warnt der Fachgruppenobmann. Girardi verweist zudem auf das Schweizer Erfolgsmodell. Dort gebe es seit 2006 die Lehrberufe „Fachangestellter Gesundheit“ und „Fachangestellter Betreuung“: „Diese haben sich seit ihrer Einführung zu den dritt- bzw. viertbeliebtesten Lehrberufen überhaupt entwickelt.“

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