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Nahversorgung in Vorarlberg weiterhin sehr gut

Die Fachgruppe des Vorarlberger Lebensmittelhandels erhebt jährlich die Verkaufsflächen des Lebensmittel-Einzelhandels. Die Analyse zeigt, dass auch 2021 99 Prozent der Vorarlberger/-innen mindestens ein Geschäft mit Vollsortiment im Ort haben. 

99 Prozent der Bevölkerung hat mindestens ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort.
© iStock 99 Prozent der Bevölkerung hat mindestens ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort.

Die Fachgruppe des Vorarlberger Lebensmittelhandels erhebt seit 1970 jährlich die Verkaufsflächen des Lebensmittel-Einzelhandels mit Vollsortiment und seit 1990 von Diskontern. „Die Nahversorgung der Vorarlberger ist sehr gut, 99 Prozent der Bevölkerung hat mindestens ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort“, kommentiert Fachgruppenobmann Alexander Kappaurer und ergänzt: „Zum Stichtag am 1.1.2021 sind nur neun Gemeinden dauerhaft ohne Lebensmittelgeschäft. Ein wichtiger gesellschafts- und sozialpolitischer Beitrag des Lebensmittelhandels liegt in der flächendeckend funktionierenden Nahversorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfes.“

Ein Vollsortiment an Lebensmitteln bzw. Waren des täglichen Bedarfs bieten in Vorarlberg 235 Geschäfte an, die Gesamtfläche beträgt rund 134.000 m2. Abgesehen von der Verkaufsfläche spielen im Wettbewerb Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit sowie bio und vegan eine immer größere Rolle. Trotz Covid-19 spielt der Internethandel mit Lebensmitteln eine nach wie vor untergeordnete Rolle.  

Vollsortiment

Zum Stichtag der Erhebung bestehen 203 Lebensmittel-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 113.474 m². 2015 waren es noch 201 Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 105.965 m2.

Discounter

Zum Stichtag bestehen 32 Discounter mit 20.189 m2 Verkaufsfläche. Die Zahl der Lebensmittel-Discounter hat sich seit 1990 von 19 auf 32 erhöht und deren Verkaufsfläche – von 5.600 m2 ausgehend – beinahe vervierfacht. In den letzten Jahren ist es wieder zu einer sehr dynamischen Entwicklung gekommen, die vor allem in Richtung Vollsortiment und hin zu Markenartikeln sowie auf den Frischebereich (z.B. Brotbackboxen) abzielt.  

Nahversorgung

Mit den Veränderungen der Betriebstypen hat sich ein signifikanter Wandel der Versorgung einzelner Regionen vollzogen. Die Standorte und Verkaufsflächen haben sich stetig von kleinen Orten sowie Zentren hin zu Ballungsräumen bzw. zur Peripherie verlagert. In den vergangenen Jahren sind jedoch verstärkt Investitionen in zentral gelegene Standorte auch in kleineren Gemeinden auszumachen. 

Teilsortiment

Neben dem Lebensmittelhandel mit Vollsortiment und Diskontern tragen zahlreiche Geschäfte mit einem eingeschränkten Sortiment zur Vielfalt des Lebensmittelangebotes bei. „Insgesamt 91 Standorte entfallen auf Geschäfte mit einem speziellen Sortiment. Das sind Nischengeschäfte für vegane Lebensmittel, Bio- und Naturkost ebenso wie Spezialitätenläden und Geschäfte mit regionalem Produktbezug sowie Sennereien“, informiert Kappaurer. Die Verkaufsfläche dieser Geschäfte beläuft sich auf rund 5.000 m2. Auf Bäckereibetriebe und Brotverkaufsstellen entfallen aktuell 176 Standorte mit ebenfalls ca. 5.000 m2. Die in den letzten Jahren sehr dynamische Entwicklung dieser oft in Kombination mit einem gastronomischen Angebot betriebenen Standorte hat sich stabilisiert. An 54 Standorten gibt es Metzgereien und Fleischfachgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von ca. 2.000 m². Bäckereien und Metzgereien mit einem Grundsortiment an Lebensmitteln erfüllen teilweise eine Nahversorgerfunktion. Kleinere Lebensmittelgeschäfte mit ethnischem Sortiment haben sich an 26 Standorten etabliert; deren Fläche beträgt rund 1.350 m². Daneben bieten Tankstellenshops ein umfangreiches Sortiment an Lebensmitteln an und stellen einen Wettbewerbsfaktor im Lebensmittelhandel dar. Die Verkaufsflächen dieser Tankstellenshops betragen rund 2.500 m². 

Arbeitsplätze

Im Vorarlberger Lebensmittelhandel sind ca. 5.800 Arbeitnehmer beschäftigt. Rund 240 Lehrlinge finden ihren Ausbildungsplatz mit einer fundierten Berufsausbildung und sehr guten Entwicklungsmöglichkeiten. „Dazu kommen im weiteren Sinne die Beschäftigten und Lehrlinge in den anderen Betriebstypen, die Lebensmittel anbieten (Metzgereien, Bäckereien). Damit zählt der Lebensmittelhandel zu den größten Arbeitgebern im Land“, erklärt Kappaurer. Als Abnehmer stellen der Vorarlberger Lebensmittelhandel und dessen Kaufleute, die traditionell viel Wert auf eine bevorzugte Vermarktung heimischer, regionaler Produkte legen, die bei weitem wichtigsten Partner für die heimischen Landwirte sowie Betriebe der Lebensmittelbe- und -verarbeitung dar. „Damit leisten sie einen sehr wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung und regionalen Unverwechselbarkeit des Landes Vorarlberg“, sagt der Fachgruppenobmann abschließend.  

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