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Zukunftsbild für Vorarlberg: Junge Wirtschaft Vorarlberg stellt #unserplan vor

Mit #unserplan soll ein nachhaltiges und ganzheitliches Zukunftsbild für die Mitglieder und die nächste Generation an Unternehmerinnen und Unternehmern geschaffen werden. Es besteht aus den vier Bereichen „Talent“, „Relevanz“, „Ressourcen“ und „Weitblick“.

Die Junge Wirtschaft Vorarlberg stellte das Zukunftsbild #unserplan vor.
© Frederick Sams Die Junge Wirtschaft Vorarlberg stellte das Zukunftsbild #unserplan vor.

Die letzten Monate haben vieles verändert – vor allem aber sind bestehende Schwachstellen im Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialsystem deutlich zu Tage getreten. Die Junge Wirtschaft Vorarlberg sieht sich daher als Interessenvertretung der jungen Unternehmer/-innen-Generation in der Verantwortung: Ziel ist es, die Zukunft aktiv mitgestalten, die Stärke des Vorarlberger Jungunternehmertums zu nutzen und Teil der Lösung sein. In diesem Sinne hat die Junge Wirtschaft Vorarlberg gemeinsam mit der Universität St. Gallen #unserplan entwickelt. Dieser Plan wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt und skizziert ein nachhaltiges und ganzheitliches Zukunftsbild für Vorarlberg. In vier Teilbereichen „Talent“, „Relevanz“, „Ressourcen“ und „Weitblick“ wurden aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen identifiziert und mögliche Lösungswege erarbeitet. Auch konkrete Projekte sind in Planung beziehungsweise bereits in Umsetzung. „Mit #unserplan wollen und werden wir aktiv ein neues Zukunftsbild schaffen – für uns, unsere Mitglieder und die nächste Generation“, erklärt Verena Eugster, Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführerin von W3 Marketing GmbH und ergänzt: „So soll der Vorarlberger Wirtschaftsraum langfristig gestärkt werden.“ 

Talente entdecken und fördern

Ziel des ersten Themenfeldes „Talent“ ist es, bei der kommenden Generation Lust auf das Unternehmertum zu wecken. Ein starres und veraltetes Bildungssystem in Österreich bringt nicht den idealen Nährboden, um entsprechende Neugierde auszulösen und das unternehmerische Denken zu fördern. Das zeigt auch der Nachwuchsmangel in Vorarlberg. Zum Teil gibt es leider auch fehlende Berührungspunkte der Vorarlberger Jugend mit dem Unternehmertum. Das soll mit #unserplan geändert werden: „Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern“, sagt Olivia Strolz, Vorstandsmitglied der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführerin Strolz GmbH und ergänzt: „Gemeinsam werden wir gezielt junge Talente fördern und unterstützen.“ Ziel ist es, Gründungen aus dem schulischen Umfeld zu fördern, etwa dadurch, dass man Schüler/-innen Einblick in den Alltag von Unternehmerinnen und Unternehmern bietet. Ein Beispiel dafür ist das geplante Projekt „Chef für einen Tag“: Schülerinnen und Schüler oder Studentinnen und Studenten dürfen dabei das Unternehmer-sein praxisnah kennenlernen. Sie übernehmen sozusagen einen Tag den Chefsessel bei Mitgliedsbetrieben der Jungen Wirtschaft oder anderen interessierten Unternehmen und dürfen auch komplett selbstständig Entscheidungen treffen. So wird Unternehmertum für sie „richtig“ erlebbar. 

Relevanz von Social Entrepreneurship aufzeigen

Ziel des Themenfeldes „Relevanz“ ist es, dass Nachhaltigkeit als gelebte Unternehmensrealität verankert wird. Social Entrepreneurship – also das unternehmerische Denken und Handeln zum Wohle der Gesellschaft – soll sich als wirtschaftlich attraktive Unternehmensform etablieren. „In der Praxis hat sich das nämlich noch nicht durchgesetzt. Oft mangelt es an echter Menschlichkeit und Unternehmen verstecken sich hinter Pseudo-Werten“, sagt Tim Mittelberger, Vorstandsmitglied der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführer Dorfelektriker Mittelberger GmbH. Mittelberger ergänzt: „#unserplan will die Systemrelevanz von Social Entrepreneurship aufzeigen und Bewusstsein für die Notwendigkeit von Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft schaffen. In Zukunft werden wir dann hoffentlich unter ‚unternehmen‘ verstehen, soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen.“ Dazu ist als erstes Projekt „Eintauchen! Unternehmensaudit“ geplant: Mitglieder der Jungen Wirtschaft besichtigen dabei ausgewählte Mitgliederbetriebe. Sie sehen sich dort Prozessabläufe an und hinterfragen aktiv, was sie sehen. Der Fokus liegt dabei auf ökologischen und sozialen Aspekten. Dadurch bekommen Unternehmer/-innen wichtigen Input wie Lösungsvorschläge für Herausforderungen – und auch die Mitglieder können über den eigenen Tellerrand blicken und erfahren, wie in anderen Betrieben gearbeitet wird. 

Ressourcen flexibler und effizienter nutzen

Ziel des Themenfeldes „Ressourcen“ ist es, die vorhandenen Ressourcen in Österreich und Europa flexibler und effizienter einsetzen zu können. Es geht dabei um zeitgerechte Führungsmodelle, attraktive Arbeitsplätze, Chancengerechtigkeit auf allen Ebenen und sinnstiftende Arbeit als Standard. „Es braucht mehr Flexibilität für mehr Schlagkraft in Österreich und in Europa“, betont Maximilian Lehner, Vorstandsmitglied der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführer der IMA Schelling Group. „Mit #unserplan sollen alternative Führungs- und Arbeitsmodelle vorgestellt, die notwendige Vereinbarkeit von Beruf und Familie verdeutlicht, die Bedeutung von sinnstiftender Arbeit aufgezeigt und ein Bewusstsein für Chancengerechtigkeit geschaffen werden“, erklärt Lehner. Derzeit gibt es bereits eine Arbeitsgruppe von Unternehmen, die neue Führungsmodelle entwickeln. In einer Runde von Interessierten erarbeitet die Junge Wirtschaft, welche Bereiche adaptiert beziehungsweise weiterentwickelt werden müssen. 

Mit Weitblick über den Tellerrand

Ziel des Themenfeldes „Weitblick“ ist es, Verständnis für das große Ganze zu schaffen: Wer sich weiterentwickeln will, muss über den Tellerrand blicken können und mit Mut langfristige Ziele verfolgen. „In der digitalen und ökologischen Revolution geht es vor allem darum, verstärkt global und vernetzt zu denken, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt René Jauk, Vorstandsmitglied der Jungen Wirtschaft Vorarlberg und Geschäftsführer der Bau Power Group. Gute Beispiele sind NEOM 2040 und Dubai 2040. Hier geht es unter anderem um die klimaneutrale Stadt als Vision. #unserplan stellt die Frage, was Vorarlberg auch von solchen Projekten lernen kann. Dazu werden Expert/-innen aus Dubai und Saudi-Arabien nach Vorarlberg eingeladen. Gemeinsam wird erarbeitet, was sich für das Land ableiten lässt und relevant ist. Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen dann folgen.

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