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Mit dem Meistertitel in die berufliche Zukunft voranschreiten

Der Meistertitel gilt als wichtiger Wendepunkt in der Berufslaufbahn vieler junger Fachkräfte. Er dokumentiert das Können und die hohe fachliche Qualität der Ausbildung und eröffnet neue Möglichkeiten: Etwa die Selbstständigkeit.

2017 legten insgesamt 157 junge Fachkräfte die Meister- bzw. Befähigungsprüfung ab. Das waren so viele wie seit 2004 nicht mehr. Manche stellten sich sogar gleich zwei Prüfungen: Somit wurden insgesamt 182 Meisterbriefe ausgestellt.
© Eva Rauch 2017 legten insgesamt 157 junge Fachkräfte die Meister- bzw. Befähigungsprüfung ab. Das waren so viele wie seit 2004 nicht mehr. Manche stellten sich sogar gleich zwei Prüfungen: Somit wurden insgesamt 182 Meisterbriefe ausgestellt.

Betrachtet man das Meistertum aus der historischen Perspektive, fallen Begriffe wie Zunft und Walz, aber auch Perfektion und vor allem Tradition. Wollte man früher Meister werden, hatte man einige Hürden zu „meistern“: So musste man eine gewisse Zeit als Geselle gearbeitet haben, in vielen Zünften über längere Zeiträume, teilweise für Jahre auf die Walz, also die Gesellenwanderung.

Überhaupt war bereits die Lehrzeit keine einfache: Lehrlinge waren meist rechtlos, abhängig von ihrem Meister und es gab kaum Organisationsformen und schon gar keine Interessenvertretungen. Damit soll das traditionelle Sprichwort „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ noch einmal eine historische Auffrischung bekommen. Was sich von damals auf heute nicht verändert hat: Mit dem Meister stehen viele Türen in die berufliche Zukunft offen.

Qualifikation als Standortfaktor der Zukunft

In keinem anderen Bundesland entscheiden sich so viele junge Menschen für die duale Ausbildung wie in Vorarlberg: Mit einer Lehrlingsquote von über 50 Prozent wird nicht nur national, sondern auch international eine Spitzenposition eingenommen. Für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg sind bestens ausgebildete Fachkräfte ein wesentlicher und unverzichtbarer Faktor. Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk engagiert sich deshalb als größter Arbeitgeber im Land – noch vor der Industrie und dem Handel – besonders stark im Bereich Ausbildung. Und das zeigen auch die 1.066 Lehrbetriebe, in denen über 3.200 Lehrlinge (Industrie rund 1.500 und Handel rund 820) ihre Ausbildung absolvieren. Vor allem aber sind es die motivierten jungen Fachkräfte und Unternehmer von morgen, die ihrer Aus- und Weiterbildung einen so hohen Stellenwert einräumen.

Dass die Jugendlichen die Chancen und Perspektiven so zahlreich erkennen und nützen, spricht für das Qualitätsprodukt „Lehre“ in Vorarlberg. Der Meis-tertitel ist der nächste bedeutende, wenn nicht wichtigste Schritt in der Ausbildungslaufbahn junger Fachkräfte. Im Vergleich mit anderen Ausbildungsstufen oder akademischen Abschlüssen ist er auf hohem Niveau angesiedelt.

Nationaler Qualifikationsrahmen

Der Nationale Qualifikationsrahmen (NQR) ist ein Modell, das die Qualifikationsstärke der Österreicher sichtbar machen soll. Diesem Vorhaben liegt ein Gesetz zugrunde, das die Prozesse zur Zuordnung der unterschiedlichen Bildungsabschlüsse in ein einheitliches „Raster“  regelt. Das sorgt nicht nur für internationale Vergleichbarkeit und Transparenz, sondern auch für die verdiente Anerkennung der Qualifikationsstärke. Zum Vergleich: Laut diesem Nationalen Qualifikationsrahmen liegt ein Meistertitel auf demselben Niveau wie ein Bachelor- oder Ingenieurstitel, der Baumeister liegt sogar mit dem Ziviltechniker oder einem Masterabschluss gleichauf.

Erfolgsgeschichten beginnen mit „einfachen“ Ausbildungen

Traditions- und Familienbetriebe, nahmhafte heimische Unternehmen und sogar internationale Top Player aus Vorarlberg sind tief im Gewerbe und Handwerk verwurzelt“, betont Bernhard Feigl, Spartenobmann  im Vorarlberger Gewerbe und Handwerk. Unternehmen wie Alpla, Doppelmayr, Blum oder Liebherr wurden von Menschen auf die Beine gestellt, die mit einer Lehre ins Berufsleben gestartet sind und sich mit dem Meistertitel die Voraussetzung zur Gründung ihrer erfolgreichen Unternehmen geschaffen haben.

Die Meister- wie auch die Befähigungsprüfung sowie der Meisterbrief sind also die Voraussetzung dafür, um ein reglementiertes Gewerbe und Handwerk selbstständig auszuüben, einen eigenen Betrieb zu führen und als Ausbildungsbetrieb wiederum für den Fachkräftenachwuchs im Land zu sorgen. Überhaupt ist der Meistertitel der Inbegriff und das Vertrauenssiegel für Qualität, handwerkliches Geschick und Können, Kreativität, Fachwissen, Verantwortung, Traditionsbewusstsein und Eigenständigkeit.

"Nicht nur ein Job“

In einem immer härter umkämpften Markt ist er mit diesen Attributen zudem verstärkt auch ein „Marketinginstrument“ und Abgrenzungsmerkmal geworden. In einem ähnlichen Zusammenhang kann man das als historisch gewachsen verstehen: Die hohen Anforderungen auf dem Weg zum Meister waren nicht zwingend nur an Qualitätsansprüche gebunden. Oft ging es vor allem auch darum, Kontinuität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der Meister identifiziert sich in hohem Maße mit seiner handwerklichen Leistung und dem zu bearbeitenden
Material. Er macht nicht einfach nur einen „Job“, sondern versteht seine Leistung als ganz wesentlichen Lebensinhalt.

157 Jungmeisterinnen und Jungmeister

Glücklicherweise hat sich daran nichts Wesentliches geändert. Selbstständigkeit und Freiheit, aber auch Stolz und Fleiß sind die Grundwerte geblieben. Qualität und Qualifikation, also messbare Kriterien, werden in Zukunft aber noch viel mehr an Bedeutung gewinnen. Im Vorarlberger Gewerbe und Handwerk haben vergangenes Jahr 157 junge Fachkräfte ihre Meister- bzw. Befähigungsprüfung abgelegt. Damit haben die Jungmeisterinnen und Jungmeister nicht nur einen wichtigen Schritt in ihrer Ausbildungs- und Berufslaufbahn gesetzt, sondern gleichzeitig auch „meisterlich“ ihr Können unter Beweis gestellt. Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk ist nun um zahlreiche Meisterinnen und Meister aus insgesamt 18 verschiedenen Berufen reicher gewordern.

Ehrung für Engagement

25 Kandidaten haben sogar zwei Meister- bzw. Befähigungsprüfungen abgelegt. Somit wurden insgesamt 182 Meisterbriefe ausgestellt. Besonders hervorzuheben ist, dass es seit 2004 nicht mehr so viele positive Abschlüsse gab. „Die Meister- bzw. Befähigungsprüfung ist für viele junge Fachkräfte ein wichtiger Meilenstein in ihrer beruflichen Laufbahn – in persönlicher wie auch fachlicher Hinsicht. Zugleich ist sie ein Qualitätsbeweis für die gute Ausbildung in unserer Wirtschaft“, hebt Spartenobmann Bernhard Feigl hervor. Die Prüfungen sind die wichtigste fachliche Qualifikation, zeugen von hoher Fachkompetenz und Kreativität und verschaffen den nötigen Wettbewerbsvorteil. Die frisch gebackenen Jungmeisterinnen und Jungmeister sind somit bestens gerüstet für die berufliche Zukunft und auch die Selbstständigkeit.

Mit dem Festakt der Meisterfeier und der Überreichung des Meisterbriefs wurden die neuen Meisterinnen und Meister kürzlich für ihren ehrgeizigen und unverzichtbaren Einsatz für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg gebührend geehrt. Zur heurigen Meisterfeier in der Kulturbühne Am Bach in Götzis wurde erstmalig auch ein Keynote Speaker eingeladen. Der gelernte Dachdeckermeister und Bestsellerautor Jörg Mosler bot den Gästen in einem spannenden Vortrag Einblicke zum Thema Mitarbeitergewinnung, Leidenschaft und Digitalisierung im Handwerk.

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