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Massiver Einbruch bei Buchungen für Wintersaison in Vorarlberg

Buchungsvorschau zeigt stark unterdurchschnittliche Bettenauslastung für die gesamte Wintersaison – der Umsatzersatz hilft, aber jetzt geht es ums Überleben einer Branche.

Massiver Einbruch bei Buchungen für Wintersaison in Vorarlberg
© iStock Der heimische Tourismus steht angesichts der Corona Maßnahmen weiterhin vor großen Herausforderungen.

Eine Blitzumfrage innerhalb der Vorarlberger Tourismusbranche zeigt einen massiven Einbruch bei den Buchungen für die kommende Wintersaison an. Die Vorschauen von 144 befragten Hotelbetrieben ergeben eine voraussichtliche Bettenauslastung von durchschnittlich 14,1 Prozent in den Monaten Dezember 2020 bis Ende April 2021. Im Vorjahr wurden hingegen bereits Ende November Bettenauslastungen von 52,9 Prozent für die gesamte Wintersaison 2019/20 registriert.

Die Befragung wurde im Zeitraum vom 27.11. bis 1.12. – also vor Verkündung der neuen Maßnahmen der Regierung - durchgeführt. Die befragten Vorarlberger Tourismus-Unternehmen schätzen die Geschäftsentwicklung und die Marktchancen in der Wintersaison 2020/21 mit schlecht (31,34 Prozent) bis sehr schlecht (42,79 Prozent) ein. Vor allem die derzeitigen politischen Aussagen in Nachbarländern wirken sich demnach sehr stark bis stark auf das Buchungsverhalten (75,12 Prozent) sowie auf Stornierungen (74,13 Prozent) aus. Einziger kleiner Lichtblick ist demnach die Sommersaison, welche eine gute (43,28 Prozent) bzw. eine sehr gute Geschäftsentwicklung (6,47 Prozent) erwarten lässt. Mehrheitlich wenig bis nicht zufrieden sind die Befragten bisher mit den Unterstützungsleistungen und Lösungsvorschlägen der Landespolitik (42,29 Prozent) bzw. der Bundespolitik (55,22 Prozent). 

Umsatz- und Fixkostenersatz bringen gewisse Planbarkeit

„Angesichts dieser Zahlen wird einem bewusst, dass eine ganze Branche bis Ende April ums nackte Überleben kämpfen muss. Dabei bringt zumindest der jetzt vorgesehene Umsatzersatz von

50 Prozent bis Ende Dezember gemeinsam mit dem Fixkostenersatz ab 1. Januar eine gewisse Planbarkeit für die Betriebe. Wir müssen jedoch innerhalb der Branche viel mehr differenzieren, wer wie stark von den doch massiven Einschränkungen aufgrund von Covid-19 betroffen ist“, sagt Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Er appelliert insbesondere an die Politik, sich grenzüberschreitend für das Ende von Reisewarnungen, Grenzbarrieren und Quarantänepflichten einzusetzen, weil Vorarlberg zu über 90 Prozent vom ausländischen Gast abhängig ist. Jetzt komme es darauf an, das Tourismusmarketing im Land und die Österreich Werbung auf die Zeit nach Mitte Jänner bis April auszurichten.

Nachdem die Befragung vor der gestrigen (2. Dezember 2020) Verkündung der Covid-Maßnahmen der Bundesregierung gemacht wurde, konnten Teilnehmer keinen 50-prozentigen, sondern nur einen

60-prozentigen oder 40-prozentigen Umsatzersatz bewerten. Demnach empfinden nur 40,3 Prozent einen 60-prozentigen Umsatzersatz als hilfreich (22,75 Prozent) bis sehr hilfreich (10,34 Prozent), einen 40-prozentigen lehnt eine Mehrheit von 56,71 Prozent der Befragten sogar als wenig bis nicht hilfreich ab. Der Fixkostenersatz ist hingegen wieder für 58,21 Prozent Betriebe für deren betriebswirtschaftlichen Bewältigung der Covid-Einschränkungen eine hilfreiche bis sehr hilfreiche Option.

Branchenvertreter fordern Rechtssicherheit und Investitionsschutz

Markus Kegele kann diese Skepsis nachvollziehen, weil noch nicht klar ist, wie es im Jahr 2021 mit der Branche weiter geht: „Uns als Unternehmern fehlen volks- und betriebswirtschaftliche Perspektiven. Wir haben in der Vergangenheit mit hohen Risiken in den Wirtschaftsstandort Österreich investiert. Dafür brauchen wir wieder Rechtssicherheit und glaubwürdigen Investitionsschutz. Letzterer sollte nicht nur für global agierende Großkonzerne, sondern auch für heimische Unternehmen gelten. Schließlich bewältigen wir seit Jahrzehnten eine der höchsten Steuerquoten innerhalb Europas und können unsere Betriebsstätten nicht einfach ins Ausland verlagern.“

 

Daten & Fakten Umfrage

Informationen Umfrage:

  • Zeitraum: 27.11. bis 1.12.2020
  • Adressaten gesamt: 556
  • Rücklaufquote: 36,15%
  • Die Umfrage wurde von der WKV-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
  • in Kooperation mit iPART – Institut für Analyse und Partizipation durchgeführt

Statistische Daten Teilnehmer:

  • Klassifizierung
    • 2*: 11,94%
    • 3*: 31,34%
    • 4*: 20,90%
    • 4*plus: 5,97%
    • 5*: 1,49%

  • Betriebsarten:
    • Hotel (inkl. Gastronomie): 40,80%
    • Hotel Garni: 17,41%
    • Ferienwohnung: 9,95%
    • Privatzimmervermieter: 1%
    • Sonstige: 2,99%

  • Betriebsgröße:
    • bis 25 Betten: 23,88%  
    • 26-50 Betten: 23,88%   
    • 51-100 Betten: 14,93% 
    • 101-150 Betten: 4,48%
    • 151-200 Betten: 3,48% 
    • ab 201 Betten: 1,49%    

  • Betriebsperiode:
    • Zwei-Saison-Betrieb: 48,25%
    • Ganzjahresbetrieb: 14,43%
    • Ein-Saison-Betrieb: 9,45%

 

 


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