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Lebensmittelindustrie startet neue Fachkräfteoffensive

Die Branche soll damit zukünftig als attraktiver und vielfältiger Arbeitgeber stärker wahrgenommen werden.

Die Vorarlberger Lebensmittelindustrie (VLMI) tritt dem Fachkräftemangel mit einer neuen Fachkräfteinitiative aktiv entgegen. Die Branche soll damit zukünftig als attraktiver und vielfältiger Arbeitgeber stärker wahrgenommen werden.
© WKV/Simon Groß Sandra Karaviotis (Ölz), Raimund Wachter (Obmann Fachvertretung Lebensmittelindustrie/Vorarlberg Milch) und Stefanie Huber (Geschäftsführerin der Fachvertretung Lebensmittelindustrie der WKV)
Momentan gibt es unter den 15 Mitgliedsbetrieben in Vorarlberg zahlreiche offene Stellen. Auch die Ergebnisse einer aktuellen und in diesem Zusammenhang durchgeführten repräsentativen Umfrage bestätigen, dass die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zu wenig über die unterschiedlichen Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten in der heimischen Lebensmittelindustrie informiert sind.
 
„Auf dem heimischen Arbeitsmarkt fehlen jede Menge Fachkräfte. Das trifft natürlich auch auf die Vorarlberger Lebensmittelindustrie zu“, weiß Raimund Wachter, Obmann der Fachvertretung Lebensmittelindustrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Gemeinsam mit seinen Branchenkollegen und der Wirtschaftskammer Vorarlberg wurde daher die Fachkräfteinitiative mit dem Titel „Lebe den Genuss. Karriere in der Vorarlberger Lebensmittelindustrie“ ins Leben gerufen. Ziel ist, die Wahrnehmung als Branche mit attraktiven beruflichen Angeboten in der Vorarlberger Bevölkerung noch mehr zu stärken. Die zahlreichen unterschiedlichen Berufsbilder sollen mit gezielten Maßnahmen sichtbarer gemacht werden. Der Lebensmittelindustrie werden zwar durchaus Berufe wie etwa Brau- und Getränketechniker oder Bäcker zugeordnet, weniger jedoch solche, die typischerweise aus anderen Bereichen – zum Beispiel der Metallindustrie oder technischen Berufszweigen – bekannt sind. 

Fachkräfte in allen Bereichen notwendig

Die Vorarlberger Lebensmittelindustrie gilt als gesunder und krisensicherer Wirtschaftszweig, der inzwischen einen hohen Grad an Industrialisierung aufweist. Die Betriebe benötigen daher zahlreiche, qualifizierte Fachkräfte, um vorhandene Wachstumspotenziale auch in Zukunft realisieren zu können und Aufträge nicht ablehnen zu müssen. Tatsächlich sind eine Reihe Stellen derzeit nicht besetzt. Aktuell fehlen in den 15 Unternehmen der Vorarlberger Lebensmittelindustrie mit insgesamt mehr als 5.000 Mitarbeitern rund 80 Fachkräfte und Lehrlinge in Berufen wie zum Beispiel Lebensmitteltechnik, Betriebslogistik, Elektrotechnik, Metalltechnik, Labortechnik oder IT-Technik.

Ölz-Mitarbeiter/-innen: Verena Winkler (Trainee), Melih Gücüko (2. Lehrjahr), Defne Cetin (2. Lehrjahr), Günther Sandholzer (Ausbilder) und Jessica Rauch (Qualitätsmanagement).
© Simon Groß/Wirtschaftskammer Vorarlberg Ölz-Mitarbeiter/-innen: Verena Winkler (Trainee), Melih Gücüko (2. Lehrjahr), Defne Cetin (2. Lehrjahr), Günther Sandholzer (Ausbilder) und Jessica Rauch (Qualitätsmanagement).

Studie bestätigt Wissenslücken über vorhandene Berufsbilder

Die VLMI hat zur Bekanntheits- und Imageanalyse in Vorarlberg eine repräsentative Studie – durchgeführt von Dr. Wolfram Auer Institut für Management & Marketing – in Auftrag gegeben und präsentiert erstmals konkrete Zahlen. Insgesamt wurden 380 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger im Alter von 14 bis 59 Jahren befragt. Das Ergebnis ist eindeutig, so Raimund Wachter weiter: „Wir haben in der Vorarlberger Lebensmittelindustrie eine Reihe starker Marken und Unternehmen mit hohen Bekanntheitswerten und auch einem sehr guten Arbeitgeberimage. Die unterschiedlichen Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten sind aber noch zu wenig bekannt.“ Laut Wachter gibt es zum Teil keine oder die falschen Assoziationen mit diversen Berufen. „Diese Wissenslücken müssen wir rasch schließen und uns künftig auch als Arbeitgebermarke noch besser bemerkbar machen“, verdeutlicht er die aktuelle Herausforderung. 

Zusammenhalt in der Branche stärken

Die neue Fachkräfteinitiative richtet sich an ausgebildete Personen – auch aus anderen Branchen, an Jugendliche, Absolventen von Berufsausbildungen, an potenzielle Lehrlinge und deren Eltern und somit an fast alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Sie ist zudem ein wichtiger Schritt, die Zusammenarbeit und die Vernetzung innerhalb der Branche mit ihrem Mix aus großen und kleinen Betrieben, sehr bekannten und weniger bekannten Marken noch mehr zu forcieren. „Es geht darum, dass die gesamte Vorarlberger Lebensmittelindustrie an einem Strang zieht. Nur gemeinsam lassen sich diese Herausforderungen meistern“, gibt sich Raimund Wachter überzeugt.

Factbox zur Vorarlberger Lebensmittelindustrie:

Neue Website: www.vlmi.at
Offene Stellen (aktuell): rund 80
Mitgliedsbetriebe: Rauch Fruchtsäfte, Rupp Käse, Brauerei Fohrenburg, Mondelez International (Suchard), Rudolf Ölz Meisterbäcker, Vorarlberg Milch, Brauerei Frastanz, Hermann Pfanner Getränke, 11er Nahrungsmittel, Mohrenbrauerei, Gastina, Breganzia Konserven, Vorarlberger Mehl, Egger Bier, Tann
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