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Konjunktur: Vorarlberger Industrie vorsichtig optimistisch

Leicht verbessert hat sich die aktuelle Konjunktureinschätzung gegenüber dem 3. Quartal 2019, dennoch gestalten sich die Unwägbarkeiten und geopolitischen Einflüsse größer als bisher. 

Beinahe täglich haben wir es mit neuen Herausforderungen zu tun“, sagt Industrie-Spartenobmann DI Georg Comploj. Gespannt erwarte man die Umsetzung der Regierungsprogramme auf Landes- und Bundeseben
© WKV/Motter Industrie-Spartengeschäftsführer Michael Amann, Spartenobmann Georg Comploj und IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher

Der „Geschäftsklima-Index“ der Vorarlberger Industrie – das ist der Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten - hat sich gegenüber dem 3. Quartal 2019 leicht verbessert. Er stieg von +22,60 auf +29,90 %-Punkte, das ist ein solides Niveau, allerdings auch der drittschlechteste Wert in den letzten drei Jahren. 

Die Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert. 63 Prozent sprechen von einer guten Geschäftslage, nur drei Prozent berichten von einer aktuell schlechten Situation. Die Erwartungen in sechs Monaten sind für 90 Prozent etwa gleichbleibend. Von fünf Prozent wird die Geschäftslage in sechs Monaten als günstiger eingeschätzt, ebenso fünf Prozent erwarten eine Verschlechterung. 

Beinahe unverändert bleiben die Aussichten in Bezug auf den Mitarbeiterstand in drei Monaten. Neun Prozent der Befragten wollen zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, 85 Prozent den aktuellen Stand zumindest halten. Die Ertragssituation stellt sich leicht besser dar. Mit Blick auf die vielen Unsicherheiten sind die Erwartungen aber eher vorsichtig. 28 Prozent rechnen mit einer schlechteren Ertragslage in sechs Monaten. Der Druck auf die Verkaufspreise, mit anderen Worten der Wettbewerbsdruck, bleibt hoch. 36 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit fallenden Verkaufspreisen innerhalb der nächsten drei Monate. Nur acht Prozent erwarten höhere Verkaufspreise. 

Ableitungen aus der Befragung und Forderungen 

Auch wenn die Konjunktur-Einschätzung der Vorarlberger Industrie vorsichtig optimistisch ist, sind die geopolitischen Herausforderungen größer geworden und eine gewisse Unsicherheit spürbar. Selbst das Corona-Virus zeigt seine Auswirkungen auf die global vernetzte Wirtschaft“, betont Spartenobmann Georg Comploj. Die Wachstumsprognosen gehen weltweit zurück und der Welthandel schwächt sich ab. Auch Österreichs Nachbarn wie Deutschland, Italien und die Schweiz schwächeln und es stellt sich die Frage, wie sich die heimische Wirtschaft in diesem Umfeld entwickeln wird. Comploj: „Wir schauen mit Argus-Augen auf unseren wichtigsten Handelspartner Deutschland, der sich in einer nicht einfachen wirtschaftlichen Lage befindet.“ 

Positiv sieht Comploj die ersten Vorlagen der neuen Bundesregierung. „Es ist zu hoffen, dass die neue Bundesregierung auf Kurs bleibt und den Weg der Entlastung weiter geht. Die Industrie braucht Rechtssicherheit und Investitionsanreize, damit sie weiterhin erfolgreich wirtschaften und Beschäftigung schaffen kann. Es braucht gezielte steuerliche und bürokratische Entlastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“ 

Eine Fortführung der Steuerreform sei für die Industrie und für die dort arbeitenden Menschen notwendig. Zunächst müsse der Staat in seinen Leistungen effektiver und die Steuerlast auf Arbeit gesenkt werden. Die Ökologisierung und noch stärkere Betonung von Nachhaltigkeit könne dabei auch viele Chancen bieten. Diesen Weg habe Österreich eingeschlagen, der Teufel liege aber im Detail. „Viele nicht einfache Fragen stellen sich. Wir sind als erfolgreiche heimische Industrie Teil der Lösung und bereit, diesen Weg im Sinne und auch für die Menschen in unserem Land weiter zu gehen“, sagt Comploj. Weitere wichtige Punkte aus dem Regierungsprogramm für die Industrie sind die Senkung der Körperschaftssteuer und die angekündigten Verfahrensbeschleunigungen. 

Dringenden Handlungsbedarf sieht Comploj auch im Ausbau der Kinderbetreuung, qualitativ und quantitativ. „Die Kinderbetreuung muss noch stärker ausgebaut werden. Es muss möglich sein und auch Spaß machen, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen. Es ist zudem eine wesentliche Maßnahme gegen den Fachkräftemangel, wenn eine leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben ist. Die Industrie geht hier mit immer individuelleren, teils sogar mit auf die einzelnen Familien abgestimmten Arbeitszeitregelungen, voran. Betriebliche Einrichtungen sind gut und eine Bereicherung, gefordert ist aber immer noch die öffentliche Hand mit ihren verbesserbaren Betreuungsangeboten“, sagt Comploj. 

Branchenergebnisse: 

Metalltechnische Industrie 

Positiv ist die Lage nach wie vor in der Metalltechnischen Industrie (Maschinen- und Metallindustrie). 67 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als aktuell gut. Positiv ist auch die Beurteilung der Ertragssituation. 55 Prozent sprechen von einer zurzeit guten Situation. Ein Blick auf die kommenden drei bzw. sechs Monate zeigt jedoch bei den Verkaufspreisen ein weiteres Absinken und bei der Einschätzung der künftigen Ertragslage eine negative Entwicklung. 54 Prozent erwarten aufgrund des Wettbewerbsdrucks fallende Preise, nur zwölf Prozent rechnen mit steigenden Preisen. Die Ertragslage in sechs Monaten beurteilen 46 Prozent der befragten Unternehmen demzufolge schlechter. 

„Die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie behaupten sich im internationalen Wettbewerb gut, der Druck von allen Seiten wird allerdings größer“, stellt Mag. Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer fest. 

Nahrungs- und Genussmittelindustrie 

Sehr positive Signale kommen aktuell aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. 92 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Für kein Unternehmen ist sie aktuell schlecht. Bemerkenswert ist, dass es in keiner abgefragten Kategorien eine negative Einschätzung gibt. Herausfordernd stellt sich die Entwicklung beim Mitarbeiterstand dar. 61 Prozent planen in den nächsten drei Monaten mehr Mitarbeiter einzustellen, ob sie gefunden werden können, bleibt allerdings abzuwarten. Die insgesamt positiven Einschätzungen bleiben für das nächste Halbjahr bestehen. „Der Mitarbeiterbedarf in der Lebensmittelindustrie ist besonders groß! Die Fachkräfteinitiative der ‚Lebensmittler‘ und die Zusammenarbeit mit Technikland Vorarlberg werden daher konsequent fortgesetzt“, weist Amann auf gezielte Aktivitäten der Branche hin. 

Textilindustrie 

„Die fünf Unternehmen mit knapp 400 Mitarbeitern, die aus der Textilindustrie ihre Einschätzung abgegeben haben, bewerten die aktuelle Konjunktur im Branchenvergleich am kritischsten. Allerdings kann das Bild in der Textilindustrie etwas verzerrt sein, da einige große Betriebe keine Einschätzung abgegeben haben“, betont MMag. Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Vorarlberg. Anders als in den anderen Branchen kommt der Druck nicht von den Verkaufspreisen, sondern eher von fehlenden Auslandsaufträgen (74 Prozent) und einer schwachen aktuellen Ertragssituation (67 Prozent). Der Mitarbeiterstand soll gehalten werden. 

Elektro-/Elektronikindustrie 

Die Elektro- und Elektronikindustrie zeigt sich, wie schon im Vorquartal, positiv und vergleichsweise konstant. Die Geschäftslage wird von 51 Prozent der befragten Unternehmen als gut bezeichnet und kein Unternehmen beurteilt sie als schlecht. Ein größerer Druck lastet im Vergleich zur letzten Befragung auf den Verkaufspreisen. Für 15 Prozent werden diese in den nächsten drei Monaten weiter fallen. „Positiv ist, dass 34 Prozent der Betriebe die generelle Geschäftslage und die Ertragslage in sechs Monaten günstiger einschätzen und auch der Beschäftigtenstand in 3 Monaten für 96 Prozent zumindest gehalten wird“, stellt Burtscher fest. 

An der quartalsmäßigen Umfrage der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung haben sich 41 Unternehmen mit insgesamt 24.927 Beschäftigten beteiligt. 



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