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Klima: „Der Milliarden-Joker“

Der Vordenker Franz Josef Radermacher zeigt mit dem Buch „Der Milliarden-Joker“, wie der globale Klimaschutz revolutioniert werden kann. Vorarlbergs Wirtschaft hat hier bisher schon viel geleistet.

Der renommierte Ökonom und Mathematiker Franz Josef Radermacher zeigt mit seinem Buch „Der Milliarden-Joker“, wie der globale Klimaschutz revolutioniert werden kann. Vorarlbergs Wirtschaft hat hier bisher schon viel geleistet.
© iStock Der Klimawandel ist nicht nur ein nationales, sondern ein EU-weites Thema. Die engagierte Vorarlberger Wirtschaft darf nicht einseitig belastet werden.
Der aktuelle Energie- und Monitoringbericht des Landes zeigt: Der Energieverbrauch in Vorarlberg ist bei gleichzeitigem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum kaum gestiegen. Der Energieverbrauch pro Wirtschaftsleistung konnte sogar deutlich gesenkt werden. „Natürlich gibt es auch weiterhin viel zu tun. Die heimischen Betriebe übererfüllen damit aber ihre Vorgaben in puncto Energiezukunft“, sagt Marco Tittler, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Zwischen 2005 und 2017 stieg der Produktionsindex der Vorarlberger Wirtschaft um 41 Prozent und das Bruttoregionalprodukt um 51 Prozent, der gesamte Energieverbrauch in Vorarlberg nahm um lediglich 2,7 Prozent zu. Man beachte: Die Zahl zugelassener Pkw nahm um 24 Prozent zu, die Bevölkerung um acht und die Wohnfläche um 15 Prozent. Umgesetzte Energiesparmaßnahmen und eine Energieeffizienzsteigerung senkten den Endenergieverbrauch pro Wirtschaftsleistung bzw. Bruttoregionalprodukt allerdings von 914 Kilowattstunden pro 1.000 Euro im Jahr 2005 auf 620 Kilowattstunden pro 1.000 Euro im Jahr 2017 um 32 Prozent. Im Sektor Industrie und Gewerbe wurden in diesem Zeitraum kumuliert vier Prozent weniger CO2 ausgestoßen.

Übererfüllte Vorgaben

 „Die zahlreichen Bemühungen der heimischen Wirtschaft in Sachen Energieeffizienz und Treibhausgas-Ausstoß zeigen auf lange Sicht positive Auswirkungen. Die Vorgaben im Rahmen der Energiezukunft Vorarlberg werden sogar übererfüllt“, betont Tittler und hält fest: „Die Ergebnisse des aktuellen Energie- und Monitoringberichts bestätigen den Weg der freiwilligen Maßnahmen der Vorarlberger Wirtschaft. Ein nachhaltiger, verantwortungsvoller und effizienter Umgang mit Energie und Ressourcen ist dabei keinesfalls nur ein Lippenbekenntnis, sondern ein zentraler Standort- und Wettbewerbsfaktor und gelebte Praxis.“ Dies würden nicht nur die zahllosen innovativen Technologien, Produkte, Fertigungslösungen und nicht zuletzt der weltweite Erfolg Vorarlberger Unternehmen belegen. Die positiven Entwicklungen im Bereich des Energieeinsatzes in der Produktion, insbesondere aber auch das große Engagement der Betriebe, sind hervorzuheben.

Vorarlberger Unternehmen zeigen es vor

Die Vorarlberger Wirtschaft beschäftigt sich schon seit Langem mit dem Thema Energieeffizienz, gerade  durch die gemeinsamen und freiwilligen Bestrebungen wurden bereits viele Potenziale gehoben. In Vorarlberg wird heute um fast ein Drittel effizienter produziert als vor etwa zehn Jahren. Auch bei der Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes wurde viel erreicht. Die Effizienzsteigerungen und die Verringerung der CO2-Emissionen konnten vor allem über freiwillig gesetzte Maßnahmen umgesetzt werden, wobei gerade die Vorarlberger Betriebe österreichweit eine absolute Vorreiterrolle einnehmen. So schlossen sich unter der Leitung der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) kürzlich wieder 13 Leitbetriebe im mittlerweile 4. Energieeffizienz-Netzwerk Vorarlberg zusammen – mit dem Ziel, voneinander zu lernen und gemeinsam Energie und CO2 einzusparen. „Im Netzwerk werden die gemeinsamen Bemühungen der heimischen Wirtschaft um den verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Energiefrage bestens gebündelt. Dafür wurde das Netzwerk kürzlich von der deutschen Arbeitsgemeinschaft „Energieeffizienz-Netzwerke“ im Rahmen der Berliner Energietage 2019 mit dem Gütesiegel für höchste Qualität ausgezeichnet. Die Verleihung des Gütesiegels ist an klar definierte Kriterien gebunden. Unter anderem werden Zielsetzungen, Monitoring, aber auch Vernetzung und Moderation bewertet.

„Die Vorarlberger Betriebe nehmen im Umgang mit Ressourcen und in Sachen Effizienz österreichweit eine absolute Vorreiterrolle ein.“
Marco Tittler Stv.-Direktor der WKV

Mit Verboten auf dem Holzweg

Das Problem „Klimawandel“, das im Zusammenhang mit den jüngsten Wahlen wieder intensiver diskutiert wurde, darf nicht kleingeredet werden. Vielmehr ist der Klimawandel eine der größten Herausforderungen, der wir uns als Wirtschaft, als Gesellschaft, als Europäische Union und schließlich als Welt stellen müssen. Hier kann und soll jeder seinen Beitrag leisten. Die Vorarlberger Wirtschaft tut ihres dazu, das Land kann daher sicherlich als Vorzeigeregion bezeichnet werden. Umso verblüffender ist dabei aber, dass in Sachen Klimwandel auch hierzulande teilweise ein kontraproduktiver Kurs eingefordert wird: Ein Wandel könne sich nur über Verbote und restriktive Maßnahmen vollziehen. Das ist aber reinste Schneekugelpolitik, denn zweifelhafte Vorstöße wie Sondersteuern, CO2-Abgaben und dergleichen treffen dann genau diejenigen überdurchschnittlich, die sich schon längst mit großem Engagement für den nachhaltigen Umgang mit Energie einsetzen. Sie sind bereits seit Jahren bemüht, haben bereits wichtige Potenziale gehoben und sollen jetzt dafür noch mit Abgaben belastet werden. Rein restriktive Ansätze sind für Vorarlberg  schlichtweg unangebracht.

Weg aus der Kuppel

Die wirklichen, großen Klimasünder sitzen nicht in Vorarlberg und auch nicht in Europa, sondern tatsächlich in Übersee und Asien. „Das zentrale Problem im Klimabereich ist heute China“, sagt der bekannte Ökonom und Vordenker Franz Josef Radermacher. Allein in China werde mehr CO2 ausgestoßen als in den USA, Japan und Europa zusammen. Das nächste Problem werden laut Radermacher Afrika und der indische Subkontinent sein. „Unsere Orientierung geht völlig am Thema vorbei“, zeigt der Autor des Buches „Der Milliarden-Joker: Wie Deutschland und Europa den globalen Klimaschutz revolutionieren können“ auf. Die Europäer müssten sich folglich dringend von der Vorstellung verabschieden, dass das Klimaproblem allein in Europa zu lösen sei. Es gehe vielmehr darum, eine wesentlich höhere Wirkung mit den eingesetzten Mitteln zu erzielen: Etwa durch die direkte Umsetzung von Milliardenprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern, statt – wie in Österreich und Europa – tendenziell mehr auf Gebäudesanierungen oder E-Mobilität zu setzen, wie Radermacher ausführt. „Unsere hochmotivierten, grünen Weltretter müssen aufhören, mit immer mehr Druck auf ihre nationalen Regierungen das Weltklimaproblem lösen zu wollen“, sagt Radermacher mit Blick auf Deutschland, das bis 2020 seinen Beitrag durch den Kauf von rumänischen oder bulgarischen CO2-Kontingenten in Milliardenhöhe leiste. Das sei zwar ein „legitimer und kluger Mechanismus der Kooperation“, der aber von vielen Umweltaktivisten nicht anerkannt und „schlechtgeredet“ werde, betont Radermacher. Entscheidend sei, dass die Klimaziele insgesamt in Europa erreicht werden. Deshalb müsse man sich auch von dem Denken lösen, dass Klimaziele nur dann erreicht seien, wenn das Reduktionsziel auf eigenem Boden und praktisch unter einer hermetischen Kuppel umgesetzt wird.

Global gesehen – und wir sprechen hier von einem globalen Problem – hat Radermacher sicherlich recht, angesichts der gemeimsam zu lösenden Herausforderungen in Sachen Klimawandel kommt es aber darauf an, dass weiterhin jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt. Die Vorarlberger Wirtschaft tut dies – und zwar sehr erfolgreich, wie sich jetzt wieder gezeigt hat. Weitere Vorzeigebeispiele aus Vorarlberg werden wir daher in den nächsten Ausgaben vorstellen.

Zahlen, Daten und Fakten zum Bericht

Kaum gestiegen: Der Gesamtenergieverbrauch in Vorarlberg ist im Zeitraum von 2005 und 2017 um lediglich 2,7 Prozent gestiegen.

Wirtschaft wuchs:
Der Produktionsindex der Vorarlberger Wirtschaft stieg um 41 Prozent und das Bruttoregionalprodukt um 51 Prozent.

32 Prozent eingespart:
Energiesparmaßnahmen und eine Energieeffizienzsteigerung senkten den Endenergieverbrauch pro Wirtschaftsleistung bzw. Bruttoregionalprodukt allerdings von 914 Kilowattstunden pro 1.000 Euro im Jahr 2005 auf 620 Kilowattstunden pro 1.000 Euro im Jahr 2017.

Verbraucher: Der größte Endenergieverbraucher in der Sektoraufteilung im Jahr 2017 war der Sektor Gebäude/Wärme (39 Prozent), gefolgt vom Sektor Mobilitä (28 Prozent) und dem Sektor Industrie und Gewerbe (25 Prozent).

Besonders effektive Maßnahmen:

  • Energiesparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen der Wirtschaft
  • Ausbau erneuerbarer Energieträger
  • Gebäudesanierungen
  • Innovative Mobilitätslösungen
  • ÖPNV-Nutzung

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